Von der Inventur zur Bilanz
From stocktaking to the balance sheet
Am Stichtag zählt Harry, was tatsächlich da ist: Mehl im Lager, Maschinen in der Backstube, das Geld in der Kasse, die offenen Kundenrechnungen. Aus dieser Inventur wird das Inventar — ein Verzeichnis mit Menge und Wert —, und daraus die Bilanz: dieselben Werte zu Gruppen zusammengefasst und zweiseitig gegenübergestellt, auf der Aktivseite nach steigender Liquidität, auf der Passivseite nach fallender Fristigkeit. Die Schülerin ordnet Positionen, findet die fehlende Zeile und berechnet Bilanzsumme und Eigenkapital als Restgröße. Beide Seiten sind gleich groß, weil sie dasselbe Geld zweimal beschreiben — einmal als Mittelverwendung, einmal als Mittelherkunft; eine Waage, die kippen könnte, ist die Bilanz ausdrücklich nicht (Tramm 2005). Verdrängt werden zwei Fehler: „in die Bilanz buchen“ (die Bilanz ist ein Bild vom Stichtag, kein laufendes Buch) und das Passendmachen einer Differenz über einen erfundenen Ausgleichsposten (Formalisierungsfehler, Wuttke & Seifried 2012). Vorbereitet werden damit wirtschaft-und-recht.grade9.bilanzveraenderungen und der Simulator wirtschaft-und-recht.grade9.bilanz-blitz.
Voraussetzungen (1)
Ermöglicht (1)
Am 31.12. geht Harry mit einem Zählblock durch Lager und Backstube und schreibt auf: 240 kg Mehl, 60 kg Zucker, zwei Knetmaschinen, 500 € in der Kasse. Wie heißt dieser Arbeitsschritt?
Harry überträgt seine Zählzettel in eine lange Liste: „Zucker, 60 kg, 1,20 € je kg, 72 €“ — und so jede Sorte einzeln, mit Menge, Einzelwert und Gesamtwert. Wie heißt diese Liste?
Aktivseite und Passivseite sind immer gleich groß, weil sie dieselben Mittel zweimal beschreiben: links als Mittelverwendung, rechts als ___.
Bei der Inventur am 31.12. wiegt Harry 240 kg Mehl. Das Kilo hat 0,50 € gekostet. Mit welchem Wert in Euro steht das Mehl im Inventar?
Aus der langen Liste macht Harry eine kurze Übersicht: links stehen zu Gruppen zusammengefasst Maschinen, Rohstoffe, Bank und Kasse, rechts Eigenkapital, Darlehen und Lieferantenrechnungen. Wie heißt diese Übersicht?
Harry hat auf der Aktivseite Ladeneinrichtung 26.000 €, Rohstoffe 2.200 €, Bankguthaben 3.500 € und Kasse 500 €. Welche Reihenfolge steht so in der Bilanz?
Auf Harrys Passivseite stehen Eigenkapital 22.000 €, ein Darlehen der Sparkasse über 20.000 € mit fünf Jahren Laufzeit und Lieferantenrechnungen über 8.000 €, fällig in 30 Tagen. Welche Reihenfolge steht so in der Bilanz?
Harry stellt seine Bilanz zum 31.12. auf. Welche dieser drei Positionen gehört auf die Aktivseite?
Harrys Bilanz zum 31.12. ist fertig aufgestellt. Am 3. Februar kauft er eine Brotschneidemaschine für 2.400 €. In welcher Bilanz erscheint sie?
Am 12. März verkauft Harry Brötchen für 60 € bar. Er trägt diesen Verkauf sofort als eigene Zeile in seine Bilanz zum 31.12. ein.
Harrys Vermögen beträgt 50.000 €, seine Schulden 28.000 €. Weil er nicht weiß, wie die Zeile heißt, schreibt er „Ausgleichsposten 22.000 €“ auf die Passivseite, damit die Bilanz aufgeht.
Harry schließt die Aktivseite mit 50.000 € und die Passivseite mit 49.400 € ab und sagt: „Das passt ungefähr.“ Damit ist seine Bilanz in Ordnung.
Harrys Aktivseite zum 31.12.: Ladeneinrichtung 26.000 €, Backmaschinen 16.000 €, Rohstoffe 2.200 €, Forderungen 1.800 €, Bankguthaben 3.500 €, Kasse 500 €. Wie hoch ist die Bilanzsumme in Euro?
Harrys Vermögen beträgt am 31.12. 50.000 €. Er schuldet der Sparkasse 20.000 € und der Mühle 8.000 €. Wie hoch ist sein Eigenkapital in Euro?
Harrys Aktivseite ergibt zusammen 50.000 €. Auf der Passivseite stehen bisher nur Eigenkapital 22.000 € und Lieferantenrechnungen 8.000 €. Eine Zeile fehlt. Welche ist es?
In Harrys Bilanz zum 31.12. steht ein Eigenkapital von 22.000 €. In der Kasse liegen 500 €, auf dem Bankkonto 3.500 €. Über wie viel Geld verfügt die Bäckerei an diesem Tag?