Von der Inventur zur Bilanz

From stocktaking to the balance sheet

Wirtschaft und Recht Klasse 9 16 Aufgaben
RechnungswesenBilanzInventurEigenkapitalKerncurriculum

Am Stichtag zählt Harry, was tatsächlich da ist: Mehl im Lager, Maschinen in der Backstube, das Geld in der Kasse, die offenen Kundenrechnungen. Aus dieser Inventur wird das Inventar — ein Verzeichnis mit Menge und Wert —, und daraus die Bilanz: dieselben Werte zu Gruppen zusammengefasst und zweiseitig gegenübergestellt, auf der Aktivseite nach steigender Liquidität, auf der Passivseite nach fallender Fristigkeit. Die Schülerin ordnet Positionen, findet die fehlende Zeile und berechnet Bilanzsumme und Eigenkapital als Restgröße. Beide Seiten sind gleich groß, weil sie dasselbe Geld zweimal beschreiben — einmal als Mittelverwendung, einmal als Mittelherkunft; eine Waage, die kippen könnte, ist die Bilanz ausdrücklich nicht (Tramm 2005). Verdrängt werden zwei Fehler: „in die Bilanz buchen“ (die Bilanz ist ein Bild vom Stichtag, kein laufendes Buch) und das Passendmachen einer Differenz über einen erfundenen Ausgleichsposten (Formalisierungsfehler, Wuttke & Seifried 2012). Vorbereitet werden damit wirtschaft-und-recht.grade9.bilanzveraenderungen und der Simulator wirtschaft-und-recht.grade9.bilanz-blitz.

Leicht
Multiple Choice #1 20s ▶ Testen

Am 31.12. geht Harry mit einem Zählblock durch Lager und Backstube und schreibt auf: 240 kg Mehl, 60 kg Zucker, zwei Knetmaschinen, 500 € in der Kasse. Wie heißt dieser Arbeitsschritt?

  • ● Inventur
  • ○ Inventar
  • ○ Bilanz
Die Inventur ist das Zählen, Messen und Wiegen selbst — die körperliche Bestandsaufnahme am Stichtag. Was dabei entsteht, ist erst der nächste Schritt.
Multiple Choice #2 20s ▶ Testen

Harry überträgt seine Zählzettel in eine lange Liste: „Zucker, 60 kg, 1,20 € je kg, 72 €“ — und so jede Sorte einzeln, mit Menge, Einzelwert und Gesamtwert. Wie heißt diese Liste?

  • ● Inventar
  • ○ Inventur
  • ○ Bilanz
Das Inventar ist das ausführliche Verzeichnis: jede Position einzeln, mit Menge und Wert. Es ist das Ergebnis der Inventur, noch nicht die Bilanz.
Lückentext #3 15s ▶ Testen

Aktivseite und Passivseite sind immer gleich groß, weil sie dieselben Mittel zweimal beschreiben: links als Mittelverwendung, rechts als ___.

✓ Antwort: Mittelherkunft
Links steht, was aus dem Geld geworden ist, rechts, woher es kam. Beide Seiten zählen dieselben Mittel durch, nur aus zwei Richtungen — deshalb kommt zwangsläufig dieselbe Summe heraus.
Zahleneingabe #4 20s ▶ Testen

Bei der Inventur am 31.12. wiegt Harry 240 kg Mehl. Das Kilo hat 0,50 € gekostet. Mit welchem Wert in Euro steht das Mehl im Inventar?

✓ Antwort: 120
240 kg × 0,50 € = 120 €. Das Inventar nennt Menge und Wert; in der Bilanz erscheint das Mehl später nur noch zusammengefasst als „Rohstoffe“.
Mittel
Multiple Choice #1 20s ▶ Testen

Aus der langen Liste macht Harry eine kurze Übersicht: links stehen zu Gruppen zusammengefasst Maschinen, Rohstoffe, Bank und Kasse, rechts Eigenkapital, Darlehen und Lieferantenrechnungen. Wie heißt diese Übersicht?

  • ● Bilanz
  • ○ Inventar
  • ○ Inventur
Die Bilanz ist die zweiseitige Kurzform. Links steht, was aus den Mitteln geworden ist (Mittelverwendung), rechts, woher sie stammen (Mittelherkunft) — dasselbe Geld, zweimal beschrieben.
Multiple Choice #2 25s ▶ Testen

Harry hat auf der Aktivseite Ladeneinrichtung 26.000 €, Rohstoffe 2.200 €, Bankguthaben 3.500 € und Kasse 500 €. Welche Reihenfolge steht so in der Bilanz?

  • ● Ladeneinrichtung – Rohstoffe – Bankguthaben – Kasse
  • ○ Kasse – Bankguthaben – Rohstoffe – Ladeneinrichtung
  • ○ Ladeneinrichtung – Bankguthaben – Rohstoffe – Kasse
Die Aktivseite beginnt bei dem, was am schwersten zu Geld wird, und endet beim Geld selbst: Ladeneinrichtung, dann Rohstoffe, dann Bank, zuletzt Kasse. Nach der Höhe der Beträge wird nicht sortiert — 3.500 € auf der Bank sind schneller Geld als 2.200 € Mehl und Zucker im Lager.
Multiple Choice #3 25s ▶ Testen

Auf Harrys Passivseite stehen Eigenkapital 22.000 €, ein Darlehen der Sparkasse über 20.000 € mit fünf Jahren Laufzeit und Lieferantenrechnungen über 8.000 €, fällig in 30 Tagen. Welche Reihenfolge steht so in der Bilanz?

  • ● Eigenkapital – Darlehen (5 Jahre) – Lieferantenrechnungen (30 Tage)
  • ○ Lieferantenrechnungen (30 Tage) – Darlehen (5 Jahre) – Eigenkapital
  • ○ Darlehen (5 Jahre) – Eigenkapital – Lieferantenrechnungen (30 Tage)
Die Passivseite ordnet nach Fristigkeit: zuerst das Kapital, das gar nicht zurückgezahlt werden muss, dann das langfristige Darlehen, zuletzt die Rechnungen, die in 30 Tagen fällig sind.
Multiple Choice #4 25s ▶ Testen

Harry stellt seine Bilanz zum 31.12. auf. Welche dieser drei Positionen gehört auf die Aktivseite?

  • ● Forderung an das Café Sonne 1.800 €
  • ○ Darlehen der Sparkasse 20.000 €
  • ○ Lieferantenrechnung der Mühle 8.000 €
Das Café schuldet Harry 1.800 € — die Forderung ist etwas, das die Bäckerei hat, also Mittelverwendung. Darlehen und Lieferantenrechnung sagen dagegen, woher Mittel gekommen sind, und stehen rechts.
Multiple Choice #5 25s ▶ Testen

Harrys Bilanz zum 31.12. ist fertig aufgestellt. Am 3. Februar kauft er eine Brotschneidemaschine für 2.400 €. In welcher Bilanz erscheint sie?

  • ● in der Bilanz zum 31.12. des nächsten Jahres
  • ○ in der bereits aufgestellten Bilanz zum 31.12.
  • ○ in einer Bilanz zum 3. Februar
Eine Bilanz zeigt einen einzigen Tag. Am 31.12. gab es die Maschine noch nicht, also steht sie erst im nächsten Stichtagsbild. Zum 3. Februar stellt Harry keine Bilanz auf: Ein einzelner Kauf wird auf Konten festgehalten, er löst kein neues Stichtagsbild aus.
Wahr / Falsch #6 15s ▶ Testen

Am 12. März verkauft Harry Brötchen für 60 € bar. Er trägt diesen Verkauf sofort als eigene Zeile in seine Bilanz zum 31.12. ein.

✓ Falsch
Nein. Laufende Geschäftsvorfälle werden auf Konten festgehalten, nicht in der Bilanz. Die Bilanz wird zum Stichtag aufgestellt — „in die Bilanz buchen“ gibt es nicht.
Wahr / Falsch #7 20s ▶ Testen

Harrys Vermögen beträgt 50.000 €, seine Schulden 28.000 €. Weil er nicht weiß, wie die Zeile heißt, schreibt er „Ausgleichsposten 22.000 €“ auf die Passivseite, damit die Bilanz aufgeht.

✓ Falsch
Der Betrag stimmt, der Name nicht: 50.000 € − 28.000 € = 22.000 € sind genau das Eigenkapital. Eine Differenz wird nie passend gemacht, sie hat immer schon einen Namen.
Wahr / Falsch #8 15s ▶ Testen

Harry schließt die Aktivseite mit 50.000 € und die Passivseite mit 49.400 € ab und sagt: „Das passt ungefähr.“ Damit ist seine Bilanz in Ordnung.

✓ Falsch
Nein. Beide Seiten beschreiben dieselben Mittel — links, was daraus geworden ist, rechts, woher sie kamen. Eine Differenz von 600 € heißt: eine Position fehlt oder ist falsch bewertet.
Zahleneingabe #9 30s ▶ Testen

Harrys Aktivseite zum 31.12.: Ladeneinrichtung 26.000 €, Backmaschinen 16.000 €, Rohstoffe 2.200 €, Forderungen 1.800 €, Bankguthaben 3.500 €, Kasse 500 €. Wie hoch ist die Bilanzsumme in Euro?

✓ Antwort: 50000
26.000 + 16.000 + 2.200 + 1.800 + 3.500 + 500 = 50.000 €. Dieselbe Summe muss auch unter der Passivseite stehen.
Zahleneingabe #10 25s ▶ Testen

Harrys Vermögen beträgt am 31.12. 50.000 €. Er schuldet der Sparkasse 20.000 € und der Mühle 8.000 €. Wie hoch ist sein Eigenkapital in Euro?

✓ Antwort: 22000
50.000 € − 20.000 € − 8.000 € = 22.000 €. Das Eigenkapital wird nicht eingetragen, sondern übrig gelassen: Es ist der Rest nach allen Schulden.
Schwer
Multiple Choice #1 30s ▶ Testen

Harrys Aktivseite ergibt zusammen 50.000 €. Auf der Passivseite stehen bisher nur Eigenkapital 22.000 € und Lieferantenrechnungen 8.000 €. Eine Zeile fehlt. Welche ist es?

  • ● Darlehen der Sparkasse 20.000 €
  • ○ Kasse 20.000 €
  • ○ Rohstoffe 20.000 €
Es fehlen 20.000 € auf der Passivseite, also eine Herkunft: das Darlehen. Kasse und Rohstoffe sind Positionen der Aktivseite und würden die Lücke nur verschieben.
Multiple Choice #2 30s ▶ Testen

In Harrys Bilanz zum 31.12. steht ein Eigenkapital von 22.000 €. In der Kasse liegen 500 €, auf dem Bankkonto 3.500 €. Über wie viel Geld verfügt die Bäckerei an diesem Tag?

  • ● 4.000 €
  • ○ 22.000 €
  • ○ 26.000 €
Geld ist nur, was in Kasse und auf dem Konto liegt: 500 € + 3.500 € = 4.000 €. Die 22.000 € Eigenkapital sind kein Geldbestand, sondern der Teil des Vermögens, der nach Abzug aller Schulden übrig bleibt — er steckt in Maschinen, Mehl und Forderungen.