Erfolgskonten sind Unterkonten des Eigenkapitals

Income accounts are sub-accounts of equity

Wirtschaft und Recht Klasse 9 16 Aufgaben
RechnungswesenErfolgskontenEigenkapitalAufwand und ErtragKerncurriculum

Verbrauch und Wertentstehung könnte Harry direkt auf das Eigenkapitalkonto buchen — dann stünde am Jahresende zwar der richtige Betrag da, aber niemand könnte mehr sagen, woher er kommt. Deshalb bekommen Aufwand und Ertrag eigene Konten, und diese Erfolgskonten sind Unterkonten des Eigenkapitals (LehrplanPLUS WR9 LB 2.2): Sie sammeln getrennt, was die Bäckerei verbraucht und was sie schafft, und geben ihren Saldo am Ende dorthin zurück, wo er hingehört. Die Schülerin ordnet datierten Vorfällen aus Harrys Bäckerei das fehlende Gegenkonto zu und rechnet aus, wie hoch das Eigenkapital am 31. Dezember steht. Damit fallen zwei Vorstellungen: „der Gewinn steht nur in der GuV“ — er steht am selben Tag auch in der Bilanz, im Eigenkapital — und „Aufwand ist bloß eine Minderung des Gewinns“. Aufwand ist die Voraussetzung des Ertrags: Wer die Werbung streicht, spart den Aufwand und verliert den Umsatz gleich mit. Auch die Unternehmensgeldvorstellung, das Eigenkapital sei „das eigene Geld“ (Berding & Jahncke 2020), trägt hier nicht mehr. Vorbereitet wird wirtschaft-und-recht.grade9.guv-aufstellen.

Leicht
Lückentext #1 20s ▶ Testen

Aufwands- und Ertragskonten sammeln getrennt, was sonst unlesbar auf einem einzigen Konto landen würde. Sie sind deshalb Unterkonten des ___.

✓ Antwort: Eigenkapitals
Erfolgskonten sind ausgelagerte Teile des Eigenkapitals. Am Jahresende geben sie ihren Saldo dorthin zurück — deshalb steht der Gewinn am Ende in der Bilanz.
Mittel
Multiple Choice #1 25s ▶ Testen

3. Februar: Harrys Bäckerei kauft eine Kühlvitrine für 2.910 € auf Rechnung. Gebucht wird gegen das Konto Verbindlichkeiten. Welches Konto gehört auf die andere Seite?

  • ● Geschäftsausstattung
  • ○ Materialaufwand
  • ○ Abschreibungen
Aus einer Schuld wurde eine Vitrine — verbraucht ist noch nichts. Der Wertzugang steht im Soll des Bestandskontos Geschäftsausstattung. Aufwand wird daraus erst über die Jahre der Nutzung, in Scheiben, unter dem Namen Abschreibungen.
Multiple Choice #2 25s ▶ Testen

12. Februar: Harry verbäckt Mehl im Wert von 1.265 € aus dem Lager. Gebucht wird gegen das Konto Rohstoffe. Welches Konto gehört auf die andere Seite?

  • ● Materialaufwand
  • ○ Kasse
  • ○ Umsatzerlöse
Das Lager gibt Wert ab, der Materialaufwand nimmt ihn auf. Bezahlt wird an diesem Tag nichts — die Kasse bleibt unberührt. Aufwand fragt nach dem Verbrauch, nicht nach der Zahlung.
Multiple Choice #3 25s ▶ Testen

5. Februar: Harry verkauft Semmeln für 885 € über den Ladentisch, bar. Gebucht wird gegen das Konto Kasse. Welches Konto gehört auf die andere Seite?

  • ● Umsatzerlöse
  • ○ Eigenkapital
  • ○ Forderungen
Der Verkauf mehrt das Eigenkapital, gebucht wird er trotzdem nicht dorthin, sondern auf sein Unterkonto Umsatzerlöse — nur dort ist am Jahresende noch ablesbar, woher der Zuwachs kam. Die Forderungen bleiben unberührt: Harry hat das Geld schon.
Multiple Choice #4 25s ▶ Testen

8. Februar: Harry liefert Torten für 1.815 € an eine Kantine, bezahlt wird im März. Gebucht wird gegen das Konto Forderungen. Welches Konto gehört auf die andere Seite?

  • ● Umsatzerlöse
  • ○ Kasse
  • ○ Eigenkapital
Mit der Lieferung ist der Wert geschaffen, also entsteht der Ertrag im Februar. Die Kasse steht hier nirgends — sie bewegt sich erst im März, und dann nur noch Geld gegen Forderung.
Multiple Choice #5 25s ▶ Testen

31. Dezember: Die Kühlvitrine hat im ersten Jahr 520 € an Wert verloren. Gebucht wird gegen das Konto Geschäftsausstattung. Welches Konto gehört auf die andere Seite?

  • ● Abschreibungen
  • ○ Kasse
  • ○ Verbindlichkeiten
Ein Jahr Nutzung ist verbraucht, und dieser Verbrauch heißt Abschreibungen — ein Aufwandskonto. Dass an diesem Tag kein Cent fließt, ändert nichts daran: Es gibt Aufwand ohne jede Zahlung.
Multiple Choice #6 25s ▶ Testen

28. Februar: Die Aushilfe hat im Februar für 1.830 € gearbeitet, überwiesen wird der Lohn erst im März. Gebucht wird gegen das Konto Verbindlichkeiten. Welches Konto gehört auf die andere Seite?

  • ● Personalaufwand
  • ○ Bank
  • ○ Eigenkapital
Die Arbeit ist im Februar verbraucht worden, also gehört der Aufwand in den Februar. Die Bank kommt im März dran und bewegt dann nur Geld gegen Schuld.
Multiple Choice #7 25s ▶ Testen

10. Februar: Harry überweist 1.450 € an die Bank; damit wird das Darlehen kleiner. Gebucht wird gegen das Konto Bank. Welches Konto gehört auf die andere Seite?

  • ● Darlehen
  • ○ Zinsaufwand
  • ○ Materialaufwand
Geld gegen Schuld: Beide Bestandskonten werden kleiner, verbraucht ist nichts. Ein Erfolgskonto ist an dieser Buchung nicht beteiligt.
Multiple Choice #8 25s ▶ Testen

10. Februar: Harry überweist zusätzlich 275 € Zinsen an die Bank. Gebucht wird gegen das Konto Bank. Welches Konto gehört auf die andere Seite?

  • ● Zinsaufwand
  • ○ Darlehen
  • ○ Eigenkapital
Die Zinsen sind der Preis dafür, dass Harry fremdes Geld benutzen durfte — dieser Wert ist verbraucht. Nur die Tilgung macht das Darlehen kleiner, der Zins nicht.
Multiple Choice #9 30s ▶ Testen

Das Eigenkapital der Bäckerei beträgt am 1. Januar 31.500 €. Im Jahr erwirtschaftet Harry 5.170 € Gewinn und entnimmt 1.250 € privat. Wie hoch ist das Eigenkapital am 31. Dezember?

  • ● 35.420 €
  • ○ 31.500 €
  • ○ 36.670 €
31.500 € + 5.170 € − 1.250 € = 35.420 €. Der Gewinn landet über die Erfolgskonten im Eigenkapital, die Entnahme geht direkt davon ab.
Multiple Choice #10 25s ▶ Testen

Am 31. Dezember weist die Gewinn- und Verlustrechnung 5.170 € Gewinn aus. In welcher Position der Schlussbilanz vom selben Tag steckt dieser Betrag?

  • ● Eigenkapital
  • ○ Kasse
  • ○ Forderungen
Die Erfolgskonten sind Unterkonten des Eigenkapitals, also fließt ihr Ergebnis dorthin zurück. Auf dem Konto liegt der Gewinn deshalb noch lange nicht — er kann in Mehl, in offenen Kundenrechnungen oder in der neuen Vitrine stecken.
Wahr / Falsch #11 20s ▶ Testen

Im März macht die Bäckerei 3.960 € Gewinn, aber kein Kunde hat bis zum 31. März bezahlt; privat entnommen hat Harry nichts. Das Eigenkapital ist am 31. März trotzdem um 3.960 € höher als am 1. März.

✓ Wahr
Ja. Der Gewinn steckt in den Forderungen statt in der Kasse, aber er steckt im Betrieb — und damit im Eigenkapital. Der Kontostand entscheidet nicht darüber, wie hoch das Eigenkapital ist.
Wahr / Falsch #12 20s ▶ Testen

Am 31. Dezember des folgenden Jahres zeigt Harrys Gewinn- und Verlustrechnung 2.380 € Verlust. In der Schlussbilanz desselben Tages taucht dieser Betrag nirgends auf.

✓ Falsch
Nein. Das Eigenkapital ist um 2.380 € kleiner geworden. Die GuV zeigt, wie der Verlust zustande kam, die Bilanz zeigt, dass er da ist — dieselbe Zahl in zwei Darstellungen.
Zahleneingabe #13 30s ▶ Testen

Das Eigenkapital der Bäckerei beträgt am 1. Januar 28.400 € und am 31. Dezember 33.140 €. Harry hat im ganzen Jahr weder etwas entnommen noch eingelegt. Wie hoch war der Gewinn des Jahres in Euro?

✓ Antwort: 4740
33.140 € − 28.400 € = 4.740 €. Weil nur die Erfolgskonten das Eigenkapital verändert haben, ist der Zuwachs genau der Gewinn.
Schwer
Multiple Choice #1 25s ▶ Testen

20. Februar: Harry nimmt 645 € aus der Kasse und kauft davon privat ein Fahrrad. Gebucht wird gegen das Konto Kasse. Welches Konto gehört auf die andere Seite?

  • ● Eigenkapital
  • ○ Personalaufwand
  • ○ Materialaufwand
Die Bäckerei hat nichts verbraucht — Harry hat sich ein Stück seines Eigenkapitals ausgezahlt. Eine Privatentnahme mindert das Eigenkapital unmittelbar und läuft nicht über ein Erfolgskonto, sonst würde der Gewinn des Betriebs kleiner gerechnet, als er ist.
Multiple Choice #2 30s ▶ Testen

Im letzten Jahr hatte die Bäckerei 2.450 € Werbeaufwand und 5.170 € Gewinn. Harry streicht die Werbung ganz; im Folgejahr gehen die Umsatzerlöse deshalb um 9.850 € zurück, alles andere bleibt gleich. Wie hoch ist der Gewinn des Folgejahres?

  • ● −2.230 €
  • ○ 7.620 €
  • ○ 5.170 €
5.170 € + 2.450 € gesparter Aufwand − 9.850 € fehlender Ertrag = −2.230 €, also Verlust. Aufwand ist nicht bloß ein Abzug vom Gewinn, sondern die Voraussetzung des Ertrags: Der gestrichene Aufwand nimmt den Ertrag mit.