Themengruppen
83 strukturelle Gruppenknoten bündeln Themen unterhalb der Fächer
Lesen heißt, aus Zeichen Bedeutung zu gewinnen — von der Zuordnung Laut→Buchstabe (m + a + l → „mal") über flüssiges Worterkennen bis zum Erschließen dessen, was ein Text nur andeutet. Wörtliches Verstehen (was dasteht) und schlussfolgerndes Verstehen (was gemeint ist) sind zwei verschiedene Leistungen. Der Bereich reicht von Erstlesen und Leseflüssigkeit über Lesestrategien und Recherche bis zur Textanalyse; dazu kommen Lautlese-Routinen und Fragen zu den Lektüre-Texten.
Rechtschreibung baut in drei Schichten aufeinander auf: alphabetisch (schreibe, was du hörst), orthographisch (Regeln wie Doppelkonsonant oder Dehnungs-h greifen über den Klang hinaus) und morphematisch (der Wortstamm bleibt gleich — „Hand" in „Hände"). Dazu kommen Großschreibung, Zeichensetzung, Grundwortschatz und das Nachschlagen. Die Strategien Verlängern, Ableiten und Merken machen aus Regeln überprüfbare Handgriffe.
Grammatik ist das Werkzeug hinter Rechtschreibung und Satzbau: Wortarten (Nomen, Verb, Adjektiv …), ihre Formen (Flexion, Zeitformen), Satzarten und die Satzglieder. Bestimmt wird nicht nach Gefühl, sondern mit Proben — der Umstellprobe (was zusammen umgestellt werden kann, ist ein Satzglied) und der Ersatzprobe. So wird Sprache überprüfbar beschreibbar.
Mündliche Sprache ist flüchtig: Wer zuhört, muss das Gesagte im Moment erfassen, und wer spricht, muss an das anschließen, was gerade gesagt wurde. Der Bereich reicht vom gemeinsamen Nachdenken im Gespräch über den Vortrag vor anderen (Gedicht, Buchvorstellung) bis zur Diskussion und Debatte. Geübt und geprüft wird das Erkennen gelingender Beiträge; den Vortrag selbst beurteilt der Guide.
Einen Text zu verfassen heißt, ihn zu planen, zu schreiben und zu überarbeiten — selten gelingt die erste Fassung. Vier Grundformen tragen den Bereich: erzählend, informierend, beschreibend und argumentierend, jede mit eigenem Aufbau und Ziel. Die Textqualität wird in den Schreibrunden beurteilt, nicht automatisch bewertet.
Wörter stehen nicht isoliert, sondern in Netzen: Wortfamilien teilen einen Stamm („fahren, Fahrt, Fahrer"), Wortfelder sammeln Sinnverwandtes („gehen, laufen, schlendern"), und Bausteine (Vorsilben, Nachsilben, Zusammensetzungen) bauen neue Wörter. Wer diese Ordnung nutzt, lernt Wörter systematisch statt als Inseln — und versteht dadurch auch unbekannte. Dazu kommen Redewendungen, deren Bedeutung nicht aus den Einzelwörtern folgt.
Französisch schreibt mehr, als es spricht: Endbuchstaben verstummen, tauchen aber in der liaison wieder auf; an, on, in sind keine Silben mit n, sondern Nasalvokale; und ein Akzent kann ein Wort in ein anderes verwandeln (ou/où, a/à ). Wer diese drei Regelfelder kennt, kann fast jedes neue Wort aus der Schrift richtig aussprechen und aus dem Gehör richtig schreiben — die Grundlage für Hörverstehen und Diktat.
Die Alltagssituationen, in denen Französisch zuerst gebraucht wird: sich begrüßen und vorstellen, mit Zahlen, Preisen und Uhrzeiten umgehen, einkaufen, nach dem Weg fragen. Die Redemittel werden zunächst als feste Wendungen gelernt (je voudrais …, c'est combien ?) und erst später grammatisch zerlegt. Geprüft wird, ob die passende Wendung in der passenden Situation sitzt — auch, ob man tu oder vous sagt.
Wo Französisch zu Hause ist: Frankreichs Flüsse, Gebirge und Städte, Paris, die französischsprachige Welt von Québec bis Dakar — und die Geschichte der Sprache selbst, die als Latein der römischen Soldaten nach Gallien kam. Diese Themen verbinden das Fach mit Geographie, Geschichte und Latein und geben den Vokabeln einen Ort.
Jedes französische Nomen braucht einen Begleiter, der sein Genus zeigt — le/la, un/une, du/de la — und das Adjektiv richtet sich danach. Dazu kommen die Klammer ne … pas, die drei Frageformen und die Pronomen, die vor das Verb wandern (je la vois). Genau hier liegen die hartnäckigsten Fehler deutschsprachiger Lernender (Kielhöfer 1975): Genus nach dem Deutschen raten, „Brot“ ohne Artikel, Pronomen hinter dem Verb.
Das französische Verb trägt Person, Zeit und Modus in seinen Endungen — oft unhörbar: parle, parles, parlent klingen gleich. Hier liegen das Présent der -er-Verben, die vier Alltagsverben être, avoir, aller und faire, das futur proche, später futur simple, conditionnel und subjonctif. Wer diese Formen sicher hat, kann über sich, Pläne und Wünsche sprechen; die Vergangenheitsformen bauen auf avoir und être auf.
Französisch erzählt Vergangenes mit zwei Formen, die sich die Arbeit teilen: das passé composé für das, was geschah (mit avoir oder être gebildet), das imparfait für Hintergrund, Zustände und Gewohnheiten. Erst werden beide Formen gebaut, dann wird gewählt — denn im Deutschen gibt es diese Wahl nicht. Ziel ist das zusammenhängende Erzählen eines Erlebnisses (GER B1: Ereignisse der Reihe nach und mit Hintergrund berichten).
Der Geschichtskurs der Kleinen Dorfschule folgt fünf Wendepunkten, an denen eine Technik das Leben der Menschen umgeworfen hat: Feuer, Ackerbau, Schrift und Herrschaft, Energie, schnelle Information. Jeder Wendepunkt hat zwei Wochen: Was geschah, und wie deuten wir es? Durch alle Wochen läuft die Unterscheidung von Befund und Deutung.
Vom Sammeln und Jagen zu Feldern und Herden, vor etwa 12.000 Jahren. Woche 2 fragt, wie Menschen zu Bauern wurden und was das veränderte (Ohalo, Ganj Dareh, Çatalhöyük, die ersten Bauern in Bayern). Woche 3 fragt, wer dabei gewann und wer verlor: Fortschritt, Falle oder Experiment?
Von der Wassermühle zur Dampfmaschine: Menschen nutzen Kräfte außerhalb ihres Körpers, erst Wasser und Wind, dann vor etwa 250 Jahren Kohle, die Arbeit, Städte und Kindheit verändert. Woche 6 fragt, wer den Mühlstein drehte und was der Dampf veränderte, und endet mit der Frage, wer dabei gewann und wer verlor.
Die erste Technik, die die Welt verändert hat. Woche 1 fragt, seit wann Menschen Feuer nutzen und selbst machen (Wonderwerk, Barnham) und was es verändert hat: Essen, Gespräche, Landschaft, und wie sicher diese Deutungen sind.
Vom Buchdruck über Zeitung und Telegraf bis zum Internet: Nachrichten erreichen seit etwa 575 Jahren immer mehr Menschen und seit etwa 160 Jahren in Minuten andere Erdteile. Woche 7 fragt, wie die Nachricht aufs Papier kam und wie schnell sie ankommt, und verbindet am Ende die fünf Wendepunkte des Kurses.
Schrift als Technik, mit der Menschen Vorräte, Abgaben und Gesetze festhalten, seit etwa 5.200 Jahren. Woche 4 fragt, wie aus Zählsteinen in Mesopotamien eine Schrift wurde und wo sie noch erfunden wurde (Ägypten, China, Mittelamerika). Woche 5 fragt, wer schrieb, über wen geschrieben wurde und wie wir Schrift und Herrschaft deuten.
Wie schwer ist die Luft über München? Wie viele Kinder passen in die Turnhalle? Fragen, auf die niemand die Antwort weiß — und die man trotzdem beantworten kann, wenn man ein paar Zahlen sicher kennt, die Frage in kleinere Fragen zerlegt und fünf Minuten lang nicht aufgibt. Das Fermi-Gym trainiert genau das, wie ein Fitness-Training den Körper: regelmäßig, anstrengend, und mit jedem Mal ein Stück weiter.
Wissen, was man bei "keine Ahnung" tut, die eigene Schätzkette so aufschreiben, dass ein Partner sie prüfen kann, und das Ergebnis am Ende gegen einen Anker checken — das sind die drei Dinge, die jede Aufwärmrunde und jede Gym-Sitzung ausführt. Hier bekommen sie ihren eigenen Namen und ihre eigene Übung.
Eine Frage wie "Wie viele Kinder passen stehend in die Turnhalle?" hat keine direkte Antwort. Hier lernen Kinder, sie in zwei beantwortbare Teilfragen zu zerlegen und dann mit einem von zwei Modellen zu füllen: eine Einheit schätzen und die Anzahl der Einheiten zählen, oder eine Fläche mit Kästchen füllen. Am Ende werden beide Wege gegeneinander geprüft.
Vor dem Anfangen überlegen, beim Arbeiten merken, wenn man etwas nicht versteht, gezielt fragen, sich selbst erklären, warum etwas so ist, aus einem Fehler eine Übung machen und am Ende prüfen, ob das Ziel erreicht ist. Sechs Handgriffe, die in jedem Fach gebraucht werden — geübt an fremden Fällen, ernst gemacht an der eigenen Arbeit.
Die Erwachsenen-Seite des Einmaleins: warum das reihenweise Auswendiglernen bei einem Teil der Kinder dauerhaft scheitert, wie klein das Feld nach Tauschaufgabe und Kernaufgaben wirklich ist, und warum das Ableiten eine Phase auf dem Weg zum Abruf ist und nicht sein Ersatz. Für Lehrkräfte, begleitende Erwachsene und ältere Wiederholende geschrieben, nicht für Kinder.
Daten aus dem Zählen werden in Strichlisten, Tabellen und einfachen Diagrammen festgehalten und wieder abgelesen — welche Farbe kommt am häufigsten vor? Der Zufall wird mit ehrlicher Sprache eingeschätzt: ein Ereignis ist sicher, möglich oder unmöglich.
Größen haben Einheiten und lassen sich messen und vergleichen: Längen (cm, m), Geld (Cent, Euro), Zeit (Stunde, Tag), Gewichte (kg) und Rauminhalte (Liter). Mit Stützpunktvorstellungen — ein Meter ist etwa ein großer Schritt, ein Liter eine Milchtüte — lassen sich Größen schätzen, bevor man misst. In Sachsituationen werden sie verglichen und in benachbarte Einheiten umgerechnet.
Formen und Körper werden an ihren Eigenschaften erkannt, nicht nur am Aussehen: Ein Dreieck hat drei Ecken, ein Würfel sechs gleiche quadratische Flächen. Formen und Körper werden erkannt, benannt, gelegt, gezeichnet und nachgebaut — auch als Muster und einfache Symmetrien.
Der Zahlenraum der Klasse 1 reicht bis 20. Jede Zahl lässt sich zerlegen (7 = 5 + 2), und der Zehnerübergang (8 + 5 = 8 + 2 + 3 = 13) löst das zählende Rechnen durch tragfähige Strategien ab. Addition und Subtraktion sind Umkehrungen voneinander: Wer 7 + 5 = 12 kennt, kennt auch 12 − 5 = 7.
Daten aus Beobachtung oder Befragung lassen sich in Strichlisten, Tabellen und einfachen Diagrammen ordnen und wieder ablesen. Der Ausgang eines Zufallsexperiments ist sicher, möglich oder unmöglich — beim Würfel ist „eine Zahl unter 7" sicher, „eine 6" möglich, „eine 8" unmöglich. Diese ehrliche Sprache trennt, was feststeht, von dem, was offen ist.
Längen, Geld, Zeit, Gewichte und Rauminhalte messen, schätzen und umrechnen. Jede Größe hat ihre Einheiten mit festen Umrechnungen (1 m = 100 cm, 1 € = 100 ct, 1 h = 60 min); Stützpunktvorstellungen — ein Meterstab, eine Kilotüte Mehl — machen Schätzungen belastbar. In Sachsituationen werden Größen verglichen und verrechnet.
Ebene Formen (Kreis, Dreieck, Quadrat, Rechteck) und Körper (Würfel, Quader, Kugel) erkennen, benennen, zeichnen und untersuchen. Eine Form ist durch ihre Eigenschaften bestimmt, nicht durch ihre Lage: Ein Rechteck hat vier rechte Winkel, ob es liegt oder steht. So entscheiden Ecken, Seiten und Winkel über die Form — nicht das Wiedererkennen eines Prototyps.
Der Zahlenraum der Klasse 2 reicht bis 100, getragen vom Stellenwert (Bündeln und Entbündeln in Zehner und Einer) und dem kleinen Einmaleins. Der größere Zahlenraum verlangt neue Rechenwege — vom Material über halbschriftliche Strategien zum sicheren Verfahren. Dieser Zahlen- und Rechenkern trägt das Sachrechnen und die Operationen der folgenden Jahrgangsstufen.
Daten werden in Strichlisten und Häufigkeitstabellen geordnet und in Säulendiagrammen dargestellt, bei denen die Säulenhöhe die Häufigkeit anzeigt. Ein fertiges Diagramm wird genau gelesen: Aufbau, Skaleneinteilung und das Berechnen von Unterschieden zwischen den Säulen. Beim Zufall werden Ereignisse als sicher, möglich oder unmöglich eingeordnet.
Jede Größe wird als Vielfaches einer Einheit gemessen: Längen in mm, cm, m und km, Geld in Cent und Euro, Zeit in Sekunden, Minuten und Stunden, Gewichte in g und kg, Rauminhalte in ml und l. Zwischen den Einheiten wird umgerechnet — 1 m = 100 cm, 1 kg = 1000 g, 1 h = 60 min. Stützpunkte wie die Handbreite oder das Kilogramm Mehl helfen beim Schätzen, bevor mit Lineal, Waage und Uhr genau gemessen wird.
Geometrie: Formen und Körper erkennen, benennen, zeichnen und untersuchen — Eigenschaften begründen statt nur Prototypen wiedererkennen.
Der Zahlenraum wächst auf bis 1000. Halbschriftliche Wege und die schriftlichen Verfahren für Addition und Subtraktion kommen hinzu, dazu die Division mit Rest (13 : 4 = 3 Rest 1). Die Rechenwege bauen aufeinander auf — vom Material über halbschriftliche Strategien zum sicheren schriftlichen Verfahren.
Daten werden gesammelt, in Tabellen und Diagrammen dargestellt und daraus wieder abgelesen. Zufall wird mit ehrlicher Sprache eingeschätzt: Ein Ereignis ist sicher, möglich oder unmöglich. Gleich wahrscheinliche Ergebnisse — etwa die sechs Seiten eines Würfels — haben dabei dieselbe Chance.
Die Größenbereiche Länge, Geld, Zeit, Gewicht und Rauminhalt mit ihren Einheiten (km/m/cm/mm, €/ct, h/min/s, kg/g, l/ml). Stützpunktvorstellungen aus dem Alltag machen Größen schätzbar — ein Schritt ist etwa 1 m lang, eine Wasserflasche fasst 1 l. Gemessen und umgerechnet wird über feste Umrechnungszahlen, angewandt in Sachsituationen.
Ebene Formen (Quadrat, Rechteck, Dreieck, Kreis) und Körper (Würfel, Quader) mit ihren Eigenschaften: Ecken, Kanten, Flächen, parallele und senkrechte Seiten. Eine Eigenschaft wird begründet, nicht nur am Prototyp wiedererkannt — auch ein schräg liegendes oder sehr flaches Rechteck bleibt ein Rechteck. Dazu gehören Zeichnen mit Geodreieck und Lineal, Netze und Schrägbilder sowie Symmetrie und Spiegelung.
Der Zahlenraum der Klasse 4 reicht bis zur Million, dazu kommen die schriftliche Multiplikation und die schriftliche Division als tragende Rechenverfahren. Größere Zahlen verlangen sichere Stellenwert-Vorstellungen und den Weg vom halbschriftlichen Rechnen zum normierten Verfahren. Dieser Zahlen- und Rechenkern trägt Sachrechnen, Überschlag und die weiterführenden Operationen.
Aus einer eigenen Befragung oder Beobachtung entsteht zunächst eine Urliste, die die Strichliste zur Häufigkeitstabelle bündelt. Aus Diagrammen werden Werte abgelesen und verglichen. Ein selbst gezeichnetes Diagramm braucht eine passende Skala — beginnt die Achse nicht bei null oder springen die Schritte ungleich, verzerrt es die Daten.
Eine Größe verbindet eine Maßzahl mit einer Einheit; dieselbe Größe hat je nach Einheit verschiedene Maßzahlen (1,5 m = 150 cm). Längen, Geld, Zeit, Gewichte und Rauminhalte werden mit Stützpunktvorstellungen geschätzt, gemessen und zwischen den Einheiten umgerechnet.
Flächenformen und Körper werden über ihre Eigenschaften bestimmt, nicht über den Prototyp: Ein Rechteck hat vier rechte Winkel, ein Würfel sechs gleiche quadratische Flächen. Erkennen, Benennen, Zeichnen und Untersuchen von Formen und Körpern — samt Netzen, Symmetrie und Kongruenzabbildungen.
Der Zahlen- und Rechenkern der Klasse 5: ganze Zahlen mit Vorzeichen (−3, +7), die ersten Brüche und Dezimalbrüche sowie Terme mit Variablen. Der Zahlenraum reicht jetzt über die natürlichen Zahlen hinaus — negative Zahlen unter null, Bruchteile zwischen den ganzen Zahlen. Mit den Buchstaben tritt zum Rechnen mit festen Zahlen das Rechnen mit Platzhaltern hinzu.
Die absolute Häufigkeit zählt, wie oft ein Wert vorkommt; die relative Häufigkeit setzt ihn ins Verhältnis zur Gesamtzahl (12 von 30 = 0,4 = 40 %). Dieselben Daten stehen in Säulen-, Balken- und Kreisdiagrammen — im Kreisdiagramm entspricht der ganze Datensatz 360°. Das arithmetische Mittel ist die Summe aller Werte geteilt durch ihre Anzahl. Eine abgeschnittene Achse oder ungleiche Kreissektoren lassen Unterschiede größer erscheinen, als sie sind.
Längen, Geld, Zeit, Gewichte und Rauminhalte messen, schätzen und umrechnen. Jede Größe hat ihre Einheiten mit festen Umrechnungen (1 m = 100 cm, 1 kg = 1000 g, 1 h = 60 min); Stützpunktvorstellungen — ein Türrahmen ist etwa 2 m hoch — machen Schätzungen belastbar. In Sachsituationen werden Größen verglichen, umgerechnet und verrechnet.
Formen und Körper werden nicht am Aussehen erkannt, sondern über ihre Eigenschaften bestimmt: ein Rechteck an vier rechten Winkeln, ein Würfel an sechs gleichen quadratischen Flächen. Vielecke und Körper wie Quader, Würfel, Prisma und Pyramide werden benannt, gezeichnet und untersucht. Wer eine Eigenschaft begründet, erkennt eine Form auch dann, wenn sie gedreht oder ungewohnt liegt.
Brüche und Dezimalzahlen erweitern den Zahlenraum über die natürlichen Zahlen hinaus: volle Bruchrechnung (Erweitern, Kürzen, alle vier Grundrechenarten), Dezimalrechnung, Prozent als Bruch mit Nenner 100 und Proportionalität als Zuordnung mit konstantem Quotienten. Bruch, Dezimalzahl und Prozent sind drei Schreibweisen für dieselbe Zahl (½ = 0,5 = 50 %).
Statistische Kenngrößen verdichten eine Datenreihe zu Lage- und Streumaßen: Mittelwert, Median und Modalwert sagen, wo die Daten liegen, Spannweite und Quartile, wie weit sie streuen. Die relative Häufigkeit eines Ergebnisses ist seine Anzahl geteilt durch die Zahl der Versuche und trägt die frequentistische Vorstellung von Wahrscheinlichkeit. Bei gleichwahr- scheinlichen Ergebnissen liefert die Laplace-Regel P = günstige/mögliche daraus ein Rechenmodell — beim Würfel P(gerade) = 3/6.
Die Geometrie der Klasse 7 gliedert sich in zwei Stränge: die Winkel- und Symmetrielehre — Winkel an Geradenkreuzungen und Parallelen, Symmetrie von Figuren, Kongruenz als Deckungsgleichheit über Bewegungen — und darauf aufbauend die Dreiecksgeometrie mit Kongruenzsätzen, besonderen Dreiecken, Ortslinien und dem Konstruieren mit Zirkel und Lineal. Hier wird das Begründen zum ersten Mal ein eigenes Feld.
Die rationalen Zahlen fassen negative Zahlen, Brüche und Dezimalzahlen zu einem Zahlbereich zusammen, in dem sich uneingeschränkt subtrahieren und dividieren lässt. Die Prozentrechnung weitet sich auf veränderte Grundwerte aus (vermehrter und verminderter Grundwert). Mit Termen, Termumformungen und Gleichungen beginnt der Übergang vom Rechnen zur Algebra — erst die Bedeutung von Variable und Äquivalenz, dann der Kalkül.
Klasse 8 macht die Funktion zum Gegenstand: Eine Funktion ordnet jedem x-Wert genau einen y-Wert zu, gestützt auf die Grundvorstellungen Zuordnung und Kovariation (Vollrath). Die Steigung ist die Änderungsrate, und die lineare Funktion y = mx + t wird zum Arbeitspferd. Darauf bauen Geraden, lineare Gleichungssysteme und Ungleichungen auf.
Der Kreis steht im Zentrum: π ist das für jeden Kreis gleiche Verhältnis von Umfang zu Durchmesser (≈ 3,14159…) — die erste Zahl in der Schule, die nicht rational ist. Daraus folgen die Umfangsformel U = πd und die Flächenformel A = πr². In der Raumgeometrie kommen Prismen und Zylinder hinzu, dargestellt in Schrägbild und Netz.
Die Algebra der Klasse: Faktorisieren als Umkehrung des Ausmultiplizierens, Bruchterme mit Definitionsmenge und den auf Terme übertragenen Bruchregeln, Bruchgleichungen mit Definitionsmengen-Check — und die gebrochen-rationale Funktion als Funktionsblick auf denselben Term.
Das statische elektrische Feld: Ein geriebener Stab lädt sich auf, Influenz trennt Ladungen im Leiter, und das Feld beschreibt den Zustand des Raums um die Ladung — nicht ein Fernwirken. Die Feldstärke E = F/q ist die probeladungsunabhängige Messgröße, Potential und Spannung fassen die Energieseite, und der Kondensator speichert Ladung (Kapazität C = Q/U) wie Energie (Wₑ = ½·C·U²). Das Coulombgesetz beschreibt das Radialfeld einer Punktladung, die Superposition setzt Felder mehrerer Ladungen zusammen. Dieses Kapitel legt die Feldsprache, die Magnetfeld, Teilchenbahnen und Induktion wiederverwenden.
Beide Induktionsmechanismen — bewegter Leiter und veränderliches Feld — führen auf den magnetischen Fluss und das Induktionsgesetz U_ind = −N·ΔΦ/Δt; die Lenzsche Regel folgt aus der Energieerhaltung. Darauf bauen Wechselspannung, Selbstinduktion mit der Induktivität L und die Energie E = ½·L·I² des Magnetfelds.
Die Flussdichte B ist die messbare Größe des Magnetfelds, definiert über die Kraft auf einen stromdurchflossenen Probeleiter; auf einzelne bewegte Ladungen wirkt die Lorentzkraft F = q·v·B. Gerader Leiter und lange Spule haben je eigene Feldformeln, und die Kraft zwischen zwei Leitern legt das Ampere fest. Der Hall-Effekt schlägt die Brücke von der Lorentzkraft zur Messtechnik.
Der Schwingkreis ist ein Energiependel aus Kondensator und Spule; die Thomson-Gleichung T = 2π·√(LC) gibt seine Periodendauer, bei Resonanz schwingt er maximal. Öffnet man ihn, wird er zum Hertzschen Dipol, der elektromagnetische Wellen abstrahlt — dieselbe Physik trägt Mikrowellen und Licht. Deren Wellennatur zeigt sich in der quantitativen Wellenoptik: Interferenz am Gitter, Polarisation, dünne Schichten und Spektroskopie.
Elektronen dienen als Sonde für Felder: Beschleunigung im Längsfeld, Parabelbahn im Querfeld, Kreisbahn im Magnetfeld mit der e/m-Bestimmung, Geschwindigkeitsfilter und Massenspektrometer, Teilchenbeschleuniger und relativistische Dynamik. Durchgehend tragend ist, dass die Lorentzkraft senkrecht auf der Bewegung steht und keine Arbeit verrichtet — ein Magnetfeld lenkt ab, macht aber nicht schneller.
Warum ein Betrieb mehr schafft als dieselben Menschen einzeln: Spezialisierung macht jeden Handgriff schneller, Kooperation setzt die Teile zusammen, Koordination sorgt dafür, dass sie zusammenpassen. Der Lernbereich lässt den Gewinn ausrechnen statt behaupten — und die Kosten gleich mit, denn Arbeitsteilung bringt Abhängigkeit, Monotonie und Abstimmungsaufwand. Danach wird ein Betrieb von innen betrachtet: welche Abteilungen es gibt, welcher Kernprozess durch sie hindurchläuft und welche Fertigungsverfahren zu welcher Stückzahl passen.
Jede Kaufentscheidung ist eine Entscheidung gegen etwas anderes — das ist der ökonomische Kern von Knappheit. Der Lernbereich baut die Werkzeuge, mit denen man diese Entscheidung bewusst trifft: Opportunitätskosten benennen, Nutzen und Kosten gegeneinanderstellen, Kriterien gewichten. Und er dreht den Blick um: Wer verkauft, kennt dieselben Werkzeuge und setzt sie ein. Werbung, Preisschwellen und Vergleichsportale sind deshalb kein Nebenthema, sondern die andere Hälfte derselben Entscheidung.
Auf einem Käufermarkt entscheidet nicht, was ein Betrieb herstellen kann, sondern was jemand kaufen will. Der Lernbereich arbeitet die vier Werkzeuge des Marketing-Mix an konkreten Maßnahmen durch und legt den Schwerpunkt auf das einzige davon, das gerechnet werden muss: die Preiskalkulation vom Bezugspreis über die Selbstkosten bis zum Verkaufspreis. Dabei wird der verbreitetste Rechenfehler ausdrücklich behandelt — ein Aufschlag auf den Einkaufspreis ist etwas anderes als eine Spanne vom Verkaufspreis — und die verbreitetste Fehlvorstellung ebenfalls: dass eine Handelsspanne Gewinn sei.
Wofür Regeln überhaupt da sind, und was passiert, wenn man sie bricht. Der Lernbereich trennt Zivil- von Strafrecht an echten Fällen, klärt ab welchem Alter man für einen Schaden haftet und ab wann man strafmündig ist, und nimmt den Bereich mit, in dem Jugendliche am häufigsten unbeabsichtigt Rechte verletzen: Medien- und Urheberrecht, Persönlichkeitsrechte, das Weiterschicken von Bildern.
Was Geld ist, wie man damit bezahlt und wie man den Überblick behält. Der Lernbereich fängt bei den Geldfunktionen an und bei der Frage, warum ein stabiler Geldwert für Sparerin, Schuldner und Laden etwas ganz Verschiedenes bedeutet. Er geht weiter über die Wahl der passenden Zahlungsart — nach Sicherheit, Kosten und Zweckmäßigkeit, nicht nach Gewohnheit — und endet beim eigenen Haushaltsplan und bei den Wegen, auf denen junge Erwachsene in Deutschland tatsächlich in die Überschuldung geraten.
Von der Idee zu etwas, das trägt. Der Lernbereich hält die Frage konsequent rechnerisch: Wer soll das kaufen und wie viele sind das? Was kostet der Start, bevor der erste Euro hereinkommt? Woher kommt dieses Geld — und was verlangt der, der es gibt? Welche Rechtsform passt zu diesem Risiko? Die zentrale Einsicht, die den ganzen Strang trägt, ist dabei die unbequeme: Ein Kredit bringt Geld, aber keinen Ertrag, und er ist auch dann zurückzuzahlen, wenn das Geschäft nichts einbringt. Das Ergebnis des Lernbereichs ist ein Modell, das man im Bilanz-Blitz und in der GuV weiterrechnen kann.
Wie ein Betrieb sich selbst beobachtet: Die Bilanz zeigt an einem Stichtag, was da ist und wem es zusteht; die Buchführung schreibt fort, was sich zwischen zwei Stichtagen bewegt hat; die Gewinn- und Verlustrechnung sagt, ob das Jahr etwas eingebracht hat. Der Strang gliedert sich in drei Schritte — die Bilanz verstehen, das Buchen verstehen, den Erfolg ermitteln — und hält dabei zwei Größen konsequent auseinander, die im Alltag dasselbe zu sein scheinen: Geld und Gewinn.
Ein Kauf ist kein Vorgang, sondern ein Vertrag — und Verträge entstehen, wirken und enden nach Regeln, die man kennen kann. Der Lernbereich baut diese Regeln in der Reihenfolge auf, in der sie im Alltag auftreten: wann ein Vertrag überhaupt zustande kommt (und warum das Preisschild im Schaufenster noch keiner ist), was man daraus schuldet und wem die Sache dann gehört, was Minderjährige rechtlich dürfen, und welche Rechte man hat, wenn das Gekaufte kaputt ist. Am Ende steht der Verbraucherschutz — mit der Frage, die am häufigsten falsch beantwortet wird: Wann darf man widerrufen und wann nicht?
Der Rechtsteil der 11. Jahrgangsstufe, für alle Ausbildungsrichtungen. Nicht mehr die einzelne Norm steht im Mittelpunkt, sondern die Ordnung, in der sie gilt: was gerecht heißt, warum ein Gesetz gilt, auch wenn man es ungerecht findet, woran man einen Rechtsstaat erkennt, wie weit das Eigentum reicht und wie das Recht mit neuer Technik Schritt hält.
Der Rechtsteil der 12. Jahrgangsstufe. Erst das Werkzeug: wie das BGB gebaut ist, wie man eine Norm zitiert, zerlegt und mit anderen verknüpft, warum ein Kauf aus drei Rechtsgeschäften besteht und wie man ein Gutachten schreibt, das seinen Platz dem einen strittigen Merkmal gibt. Dann die Ansprüche ohne Vertrag: wem eine Sache gehört, die ein Nichtberechtigter verkauft hat, und wer für einen Schaden haftet – mit und ohne Verschulden.
Der Rechtsteil der 13. Jahrgangsstufe. Erst der Vertrag, wenn er gestört wird: welche Pflichten ein Schuldverhältnis begründet, wann ihre Verletzung Schadensersatz neben oder statt der Leistung auslöst, wann man zurücktreten kann, was bei Verspätung und Unmöglichkeit gilt – und wie das Kaufrecht mit seinem Verbraucherschutz darauf aufbaut. Dann die Straftat: Tatbestand, Rechtswidrigkeit, Schuld und die Frage, wozu gestraft wird.