Grundlegende Lesestrategien anwenden

Basic Reading Strategies

Deutsch Klasse 2 15 Aufgaben
LesenStrategienKerncurriculum

Gute Leser arbeiten vor, während und nach dem Lesen aktiv mit dem Text — nicht nur beim Lesen selbst. Vor dem Lesen lässt sich aus Überschrift und Vorwissen vermuten, worum es geht; während des Lesens ein unklares Wort aus dem Zusammenhang klären; nach dem Lesen der Inhalt in eigenen Worten wiedergeben, wobei sich zeigt, ob man ihn behalten hat. Diese drei Züge stehen je für eine Strategie-Familie — elaborierend, klärend, prüfend; sie bewusst und gezielt auszuwählen, kommt später.

Können & Üben

Reziprokes Lesen — vier Rollen, ein Text

small-group

25 min · weekly

klassenraum, leseecke

Reziprokes Lesen: Eine Vierergruppe arbeitet einen kurzen Sachtext Absatz für Absatz durch. Vier Rollenkarten liegen auf dem Tisch — VORHERSAGEN („Ich glaube, im nächsten Absatz geht es um …"), FRAGEN STELLEN („Wer? Was? Warum? — eine Frage an die Gruppe"), KLÄREN („Welches Wort oder welche Stelle war unklar? Wir klären sie gemeinsam") und ZUSAMMENFASSEN („In einem Satz: Darum ging es in diesem Absatz"). Zum Einstieg übernimmt die Begleitperson beim ersten Absatz alle vier Rollen selbst und macht laut vor, wie jede klingt — einmal vormachen, nicht erklären. Danach tritt sie an den Rand und greift nur noch ein, wenn eine Rolle ganz ausfällt. Ab dem zweiten Absatz übernehmen die Kinder: Jedes Kind hat eine Rollenkarte vor sich, der Absatz wird still oder halblaut gelesen, dann kommen die vier Rollen der Reihe nach dran — erst die Vorhersage fürs Nächste prüfen und neu wagen, dann eine echte Frage, dann das Klären, zuletzt die Ein-Satz-Zusammenfassung. Nach jedem Absatz wandern die Rollenkarten im Uhrzeigersinn weiter, sodass jedes Kind jede Rolle mehrmals übt. Zum Schluss fasst die Gruppe den ganzen Text in einer Minute gemeinsam zusammen — reihum, jedes Kind einen Satz.

guide

4–5

Text-Trio — lesen, klären, zusammenfassen

small-group

20 min · weekly

klassenraum, gruppentisch

Text-Trio: Drei Kinder, ein Sachtext, drei feste Aufgaben — und eine davon ist ausdrücklich das Wörterklären. Das ist der Unterschied zum reziproken Lesen mit vier Rollen: Hier bekommt der Wortschatz eine eigene Stelle, an der niemand vorbeikommt. Auf dem Tisch liegen drei Karten. VORLESEN: liest den Abschnitt halblaut vor. WÖRTER KLÄREN: hat ein Wörterbuch oder das Tablet vor sich und ist verantwortlich für jedes Wort, das im Abschnitt vorkam und nicht allen klar war. ZUSAMMENFASSEN: sagt am Ende in einem Satz, worum es ging. Der Ablauf pro Abschnitt: vorlesen, dann fragt die Klär-Rolle in die Runde „Welches Wort war unklar?" — und zwar immer, auch wenn gerade niemand meldet. Findet sich kein Wort, sucht die Klär-Rolle selbst eines aus, das ihrer Meinung nach schwierig war, und erklärt es. So kommt in jedem Abschnitt mindestens ein Wort auf den Tisch. Geklärt wird in dieser Reihenfolge: erst raten aus dem Satz drumherum, dann im Text weiter vorne nachsehen, erst zuletzt nachschlagen. Das geklärte Wort wird auf einem Zettel notiert, für alle sichtbar in der Tischmitte. Danach die Ein-Satz-Zusammenfassung. Nach jedem Abschnitt wandern die Karten weiter, sodass jedes Kind jede Rolle übernimmt — auch die Klär-Rolle, gerade die. Am Ende liegen fünf bis acht Wortzettel in der Mitte; die Gruppe liest sie noch einmal laut vor. Diese Zettel wandern in die Wortschatzkiste und kommen später in der Übung wieder. Woran du merkst, dass es trägt: Die Kinder fangen an, unbekannte Wörter zu melden, ohne dass die Klär-Rolle fragen muss — das Nachfragen ist dann keine Schwäche mehr, sondern die Aufgabe.

peer

3–3

Textpuzzle — welcher Abschnitt kommt wohin?

paired

15 min · weekly

klassenraum, gruppentisch

Textpuzzle: Ein Sachtext ist in vier bis sechs Abschnitte zerschnitten und liegt gemischt auf dem Tisch. Die Aufgabe des Paares ist, ihn in die richtige Reihenfolge zu bringen — und zwar so, dass beide erklären können, warum. Zuerst liest jedes Kind alle Schnipsel einmal für sich durch. Dann wird gemeinsam gelegt, und hier gilt die einzige Regel dieser Übung: Jeder Schnipsel, den ihr anlegt, muss begründet werden. Nicht „der passt da hin", sondern woran man es sieht. Meistens sind es kleine Wörter, die es verraten — „danach", „deshalb", „zuerst", „aber auch", „am Ende" — oder ein Wort, das im Schnipsel davor eingeführt wurde und jetzt nur noch als „sie", „das" oder „dieser" auftaucht. Genau diese Signalwörter dürft ihr im Text markieren, während ihr legt. Wenn ihr euch uneinig seid, lest die beiden strittigen Schnipsel laut hintereinander vor: Falsch gelegt hört man es oft besser, als man es sieht. Ist die Reihenfolge fertig, kommt die Kontrolle — nicht durch eine Lösung, sondern durch euch selbst: Lest den ganzen Text in eurer Reihenfolge einmal laut vor. Stolpert ihr nirgends, stimmt sie meistens. Zum Schluss zeigt ihr einem anderen Paar eure Reihenfolge und nennt die zwei Stellen, an denen ihr euch am sichersten wart, und die eine, an der ihr geraten habt. Woran du merkst, dass es trägt: Die Kinder zeigen beim Begründen auf ein einzelnes Wort im Text, statt auf den ganzen Schnipsel. Dann benutzen sie die Textverknüpfung, die sonst unbemerkt vorbeiläuft.

2–3

Leicht
Multiple Choice #1 15s â–¶ Testen

Du bekommst einen Text mit der Ăśberschrift 'Der Umzug'. Was denkst du VOR dem Lesen?

  • â—Ź Jemand zieht wohl in ein neues Haus.
  • â—‹ Jemand backt wohl einen Kuchen.
  • â—‹ Jemand gewinnt wohl ein FuĂźballspiel.
Vor dem Lesen nutzt du die Überschrift - 'Der Umzug' verrät, dass jemand umzieht. Mit so einer Vermutung verstehst du den Text danach leichter.
Wahr / Falsch #2 10s â–¶ Testen

Ein Text heiĂźt 'Das Gewitter'. Darin geht es wahrscheinlich um Blitz und Donner.

âś“ Wahr
Richtig! Die Ăśberschrift nennt meist das Thema. Wer sie zuerst liest, weiĂź schon, was ihn im Text erwartet.
Multiple Choice #3 15s â–¶ Testen

Ein Text heiĂźt 'Mein Tag im Zoo'. Worum geht es wahrscheinlich?

  • â—Ź Um einen Besuch im Zoo
  • â—‹ Um das Wetter
  • â—‹ Um eine Schule
Die Überschrift 'Mein Tag im Zoo' verrät das Thema: einen Zoobesuch. Die Überschrift zu nutzen ist eine wichtige Lesestrategie.
LĂĽckentext #4 15s â–¶ Testen

Wenn du ein Wort nicht verstehst, kannst du es oft aus dem ___ erschließen. (Zusammenhang / Wörterbuch / Alphabet)

âś“ Antwort: Zusammenhang
Die Wörter und Sätze rund um ein unbekanntes Wort geben Hinweise auf seine Bedeutung. Das nennt man 'aus dem Zusammenhang erschließen'.
Wahr / Falsch #5 10s â–¶ Testen

Lena hat einen Text fertig gelesen. Sie fasst ihn in Gedanken kurz zusammen. So merkt sie, ob sie alles verstanden hat.

âś“ Wahr
Richtig! Wer nach dem Lesen den Inhalt in Gedanken zusammenfasst, merkt sofort, ob er den Text wirklich verstanden hat.
Mittel
Multiple Choice #1 15s â–¶ Testen

Du liest einen langen Text über Bienen und willst ihn nachher erzählen können. Was machst du beim Lesen?

  • â—Ź Wichtige Wörter merken oder markieren
  • â—‹ So schnell wie möglich lesen
  • â—‹ Nur die langen Wörter lesen
Wichtige Wörter tragen den Inhalt. Wer sie sich beim Lesen merkt oder markiert, kann den Text danach besser wiedergeben.
Multiple Choice #2 20s â–¶ Testen

Lies den Text: 'Die Sonne scheint. Tim geht in den Garten. Er spielt mit seinem Ball.' Was macht Tim?

  • â—Ź Er spielt mit seinem Ball im Garten.
  • â—‹ Er geht in die Schule.
  • â—‹ Er liest ein Buch.
Die Antwort steht direkt im Text: Tim geht in den Garten und spielt dort mit seinem Ball.
LĂĽckentext #3 20s â–¶ Testen

Lies: 'Luisa zieht ihre Gummistiefel an und nimmt den Regenschirm mit.' Wie ist das Wetter wohl? Es ___. (regnet / schneit / stĂĽrmt)

âś“ Antwort: regnet
Gummistiefel und Regenschirm sind Hinweise: Es regnet. Das steht nicht wörtlich im Text - man erschließt es aus den Hinweisen.
Multiple Choice #4 15s â–¶ Testen

Du hast eine Geschichte ĂĽber einen Piratenschatz gelesen. Welche Frage prĂĽft, ob du sie verstanden hast?

  • â—Ź Wer hat den Schatz gefunden?
  • â—‹ Wie viele Seiten hat das Buch?
  • â—‹ Welche Farbe hat der Einband?
W-Fragen zum Inhalt (Wer? Was? Wo? Wann?) prĂĽfen das Verstehen. Seitenzahl und Farbe sagen nichts ĂĽber die Geschichte.
Sortieren #5 25s â–¶ Testen

Bringe die Lesestrategien in die richtige Reihenfolge.

âś“ Antwort: Ăśberschrift lesen und Thema vermuten, Text einmal ganz lesen, Schwierige Stellen noch einmal lesen, Text zusammenfassen
Vor dem Lesen: die Überschrift nutzen. Während des Lesens: erst ganz lesen, dann schwierige Stellen wiederholen. Nach dem Lesen: zusammenfassen.
Wahr / Falsch #6 12s â–¶ Testen

Ben liest: 'Der Igel sucht ein Versteck im Reisig.' Er kennt das Wort 'Reisig' nicht und hört sofort auf zu lesen. Das ist die beste Strategie.

âś“ Falsch
Falsch! Ben liest besser erst einmal weiter. Oft erklärt sich das Wort aus dem Zusammenhang der folgenden Sätze.
Schwer
Multiple Choice #1 20s â–¶ Testen

Lies: 'Oma backt einen Kuchen. Es duftet wunderbar. Die Kinder kommen in die KĂĽche gerannt.' Warum kommen die Kinder?

  • â—Ź Weil es so gut duftet
  • â—‹ Weil sie Hausaufgaben machen
  • â—‹ Weil die Schule aus ist
Der Grund steht nicht wörtlich im Text. Aber die Sätze davor - Kuchen backen, wunderbarer Duft - lassen nur diesen Schluss zu.
LĂĽckentext #2 20s â–¶ Testen

Lies: 'Der kleine Hund winselt und kratzt an der Tür.' Der Hund möchte wahrscheinlich nach ___. (draußen / oben / hinten)

âś“ Antwort: drauĂźen
Ein Hund, der an der Tür kratzt und winselt, möchte hinaus. Das steht nicht wörtlich im Text - man erschließt es aus seinem Verhalten.
Multiple Choice #3 15s â–¶ Testen

Mia liest einen schwierigen Text ĂĽber Vulkane. Beim schnellen Lesen versteht sie ihn nicht. Was macht sie jetzt am besten?

  • â—Ź Satz fĂĽr Satz lesen und nach jedem Satz kurz nachdenken
  • â—‹ Den Text noch einmal schnell ĂĽberfliegen
  • â—‹ Nur den ersten und letzten Satz lesen
Bei schwierigen Texten liest man langsam und prĂĽft nach jedem Satz, ob man ihn verstanden hat. Ăśberfliegen reicht nur bei einfachen Texten.
Wahr / Falsch #4 10s â–¶ Testen

Paul hat eine Geschichte gelesen. Danach erzählt er sie seinem Freund mit eigenen Worten. So merkt er, ob er alles verstanden hat.

âś“ Wahr
Richtig! Wer den Inhalt mit eigenen Worten nacherzählen kann, hat ihn verstanden. Beim Erzählen merkt man auch, wo noch Lücken sind.