Literarische Texte erschließen statt nacherzählen: Thema, Aufbau, Handlungsführung, Figuren (direkte und indirekte Charakterisierung), Raum und Zeit, sprachliche Mittel — und am Ende eine Deutungshypothese, die diese Befunde verbindet. Das Kind ordnet Textstellen einer Analyseebene zu und unterscheidet Befund von Deutung. Vorgebeugt wird der Kernfehlvorstellung des Strangs: Paraphrase ≠Interpretation (Spinner 2006; Abraham & Kepser). Ziel: Drama-, Kurzprosa- und Lyrikanalyse (K8) bis zur Oberstufen- Interpretation.
â—Ź Inhalt, Aufbau, Sprache und Wirkung eines Textes systematisch zu untersuchen
â—‹ Den Text abzuschreiben
○ Eine persönliche Geschichte über den Text zu erzählen
Bei der Textanalyse untersucht man systematisch: Was wird erzählt? Wie ist der Text aufgebaut? Welche sprachlichen Mittel werden eingesetzt? Welche Wirkung haben sie?
Die Untersuchung, wie Figuren in einem Text dargestellt werden, nennt man ___.
âś“ Antwort: Figurencharakterisierung
Bei der Figurencharakterisierung untersucht man: Aussehen, Verhalten, Sprache, Gedanken, Beziehungen zu anderen Figuren. Man unterscheidet direkte und indirekte Charakterisierung.
In der Textanalyse schreibt man im ___ (Zeitform), auch wenn der analysierte Text in der Vergangenheit geschrieben ist.
✓ Antwort: Präsens
Textanalysen stehen im Präsens: 'Der Erzähler beschreibt...', 'Die Metapher verdeutlicht...', 'Der Aufbau zeigt...'. Das Präsens ist die Fachsprache der Analyse.
â—‹ Mia trug der Nachbarin wortlos die schweren Taschen in den vierten Stock.
● Mia war ein ausgesprochen hilfsbereites Mädchen.
○ „Soll ich Ihnen tragen helfen?“, fragte Mia die Nachbarin.
Direkt charakterisiert der Erzähler, wenn er die Eigenschaft ausdrücklich nennt („hilfsbereit“). Zeigt sich die Eigenschaft durch Handlung oder durch das, was die Figur sagt, muss der Leser sie selbst erschließen – das ist indirekte Charakterisierung, auch bei wörtlicher Rede.
Den Ort und die Umgebung, in der eine Handlung spielt, nennt man in der Textanalyse die ___gestaltung.
âś“ Antwort: Raum
Die Raumgestaltung beschreibt den Schauplatz der Handlung und seine Atmosphäre. Der Raum kann die Stimmung der Figuren widerspiegeln oder Kontraste erzeugen.
Was untersucht man bei der 'Zeitgestaltung' eines Textes?
â—‹ In welchem Jahr der Text geschrieben wurde
● Erzählzeit vs. erzählte Zeit, Zeitsprünge, Rückblenden, Zeitraffung
â—‹ Wie lange man zum Lesen braucht
â—‹ Die Uhrzeit in der Geschichte
Zeitgestaltung: Wie wird Zeit im Text organisiert? Gibt es ZeitsprĂĽnge, RĂĽckblenden (Analepsen), Vorausdeutungen (Prolepsen), Zeitraffung oder Zeitdehnung?
Bei der Textanalyse genügt es, sprachliche Mittel zu benennen, ohne ihre Wirkung zu erklären.
âś“ Falsch
Falsch! Entscheidend ist die Funktionsanalyse: WARUM verwendet der Autor eine Metapher? WELCHE Wirkung hat die Alliteration? Benennen allein reicht nicht.
âś“ Antwort: Text lesen und Inhalt erfassen, Aufbau und Struktur beschreiben, Sprachliche Mittel und ihre Wirkung untersuchen, Ergebnisse zusammenfassen und deuten
Vom GroĂźen zum Kleinen: 1) Inhalt verstehen, 2) Struktur erkennen, 3) Sprache analysieren, 4) Deutung formulieren.