Lesestrategien

Reading Strategies

Deutsch Klasse 5 16 Aufgaben
LesenStrategienKerncurriculum

Auf längeren Texten entscheidet nicht die einzelne Lesestrategie, sondern ihr Zusammenspiel über mehrere Seiten. Elaborierende Züge bauen eine Leseerwartung auf (aus Überschrift und Vorwissen), ordnende Züge sichern den Ertrag (Schlüsselwörter markieren, den Kerngedanken je Abschnitt festhalten, in Mindmap oder Lesetagebuch notieren). Welche Strategie trägt, hängt von der Textart ab: Ein literarischer Text verlangt andere Fragen als ein pragmatischer. Der Kern ist die bewusste Steuerung — nicht mehr die Anwendung einer einzelnen Technik.

Können & Üben

Reziprokes Lesen — vier Rollen, ein Text

small-group

25 min · weekly

klassenraum, leseecke

Reziprokes Lesen: Eine Vierergruppe arbeitet einen kurzen Sachtext Absatz für Absatz durch. Vier Rollenkarten liegen auf dem Tisch — VORHERSAGEN („Ich glaube, im nächsten Absatz geht es um …"), FRAGEN STELLEN („Wer? Was? Warum? — eine Frage an die Gruppe"), KLÄREN („Welches Wort oder welche Stelle war unklar? Wir klären sie gemeinsam") und ZUSAMMENFASSEN („In einem Satz: Darum ging es in diesem Absatz"). Zum Einstieg übernimmt die Begleitperson beim ersten Absatz alle vier Rollen selbst und macht laut vor, wie jede klingt — einmal vormachen, nicht erklären. Danach tritt sie an den Rand und greift nur noch ein, wenn eine Rolle ganz ausfällt. Ab dem zweiten Absatz übernehmen die Kinder: Jedes Kind hat eine Rollenkarte vor sich, der Absatz wird still oder halblaut gelesen, dann kommen die vier Rollen der Reihe nach dran — erst die Vorhersage fürs Nächste prüfen und neu wagen, dann eine echte Frage, dann das Klären, zuletzt die Ein-Satz-Zusammenfassung. Nach jedem Absatz wandern die Rollenkarten im Uhrzeigersinn weiter, sodass jedes Kind jede Rolle mehrmals übt. Zum Schluss fasst die Gruppe den ganzen Text in einer Minute gemeinsam zusammen — reihum, jedes Kind einen Satz.

guide

4–5

Unterthemen (4)

Leicht
Multiple Choice #1 18s â–¶ Testen

Du bekommst einen Text mit der Überschrift „Ein Tag im Bienenstock" und einem Foto von Honigwaben. Was erwartest du vor dem genauen Lesen?

  • â—Ź Der Text erklärt wahrscheinlich, wie Bienen zusammenleben und arbeiten.
  • â—‹ Der Text erzählt bestimmt, wie ein Kind einen Tag im Freibad verbringt.
  • â—‹ Der Text handelt sicher von einem spannenden FuĂźballspiel.
Vor dem Lesen nutzt man Überschrift und Bilder für die Leseerwartung: „Bienenstock" und Waben deuten auf Bienen hin — „Ein Tag" allein reicht nicht, und das Fußballspiel ignoriert alle Hinweise.
Wahr / Falsch #2 12s â–¶ Testen

Lena markiert in einem Text über Eulen nur die Wörter „nachtaktiv" und „lautloser Jäger". Das ist sinnvolles Markieren.

âś“ Wahr
Richtig! Beim Markieren hebt man nur die wichtigsten Wörter farbig hervor — so findet man die zentralen Informationen leicht wieder.
Multiple Choice #3 25s â–¶ Testen

Abschnitt: „Kamele kommen tagelang ohne Wasser aus. Ihr Höcker speichert Fett, aus dem der Körper Energie gewinnt. So überleben sie in der Wüste." Welcher Satz nennt den Kerngedanken?

  • â—Ź Kamele sind gut an das Leben in der trockenen WĂĽste angepasst.
  • â—‹ Kamele haben einen Höcker auf dem RĂĽcken.
  • â—‹ WĂĽsten sind sehr heiĂźe und trockene Gebiete.
Der Kerngedanke fasst die wichtigste Aussage des Abschnitts in eigenen Worten zusammen. Der Höcker ist nur ein Detail, und über Wüsten allgemein sagt der Abschnitt fast nichts.
LĂĽckentext #4 15s â–¶ Testen

Ein ___ ist eine grafische Darstellung, bei der man Ideen und Begriffe um ein zentrales Thema anordnet. (Cluster / Absatz / Zitat)

âś“ Antwort: Cluster
Ein Cluster (ähnlich einer Mindmap) hilft, Zusammenhänge sichtbar zu machen und Gedanken zu ordnen.
Multiple Choice #5 15s â–¶ Testen

Mia liest einen Sachtext ĂĽber Blauwale. Welche Frage an den Text hilft ihr beim genauen Lesen?

  • â—Ź Wovon ernähren sich Blauwale?
  • â—‹ Was gibt es heute in der Pause zu essen?
  • â—‹ Findet mein Bruder Wale auch spannend?
Eine gute Frage an den Text lässt sich mit dem Text beantworten — so liest man gezielt. Die anderen Fragen haben mit dem Textinhalt nichts zu tun.
Wahr / Falsch #6 12s â–¶ Testen

Bens Eintrag „Kapitel 3: Jim findet die Schatzkarte. Meine Frage: Warum lügt der Kapitän?" passt in ein Lesetagebuch.

âś“ Wahr
Richtig! In einem Lesetagebuch hält man genau so etwas fest — kurze Zusammenfassungen, Eindrücke und offene Fragen zum gelesenen Text.
Multiple Choice #7 15s â–¶ Testen

„Delfine sind Säugetiere, die im Meer leben und in Gruppen jagen." Welche Markierung zeigt die Schlüsselwörter dieses Satzes?

  • â—Ź Delfine, Säugetiere, Gruppen
  • â—‹ sind, die, im, und, in
  • â—‹ Delfine sind Säugetiere, die im Meer leben und in Gruppen jagen
Schlüsselwörter sind die wenigen Wörter, die die wichtigste Information tragen. Kleine Wörter wie 'sind' und 'im' tragen keine Information — und wer alles markiert, hebt gar nichts hervor.
Wahr / Falsch #8 12s â–¶ Testen

Tom liest einen schwierigen Sachtext zuerst schnell fĂĽr den Ăśberblick und danach noch einmal langsam und genau. Das ist ein sinnvolles Vorgehen.

âś“ Wahr
Richtig! Schwierige Texte liest man mehrmals: erst ĂĽberfliegend fĂĽr den Ăśberblick, dann genau fĂĽr die Details.
LĂĽckentext #9 12s â–¶ Testen

In einem ___ schreibt man seine Gedanken, Fragen und Zusammenfassungen während der Lektüre auf.

âś“ Antwort: Lesetagebuch
Ein Lesetagebuch begleitet das Lesen einer Ganzschrift und dokumentiert das eigene Textverständnis.
Mittel
Multiple Choice #1 25s â–¶ Testen

„(1) Eichhörnchen sammeln im Herbst fleißig Nüsse. (2) Sie verstecken ihre Vorräte an vielen Orten. (3) Auch Igel bereiten sich auf den Winter vor: Sie fressen sich Fett an." Nach welchem Satz beginnt ein neuer Gedanke?

  • â—Ź Nach Satz 2
  • â—‹ Nach Satz 1
  • â—‹ Nach Satz 3
Ein Einschnitt ist die Stelle, an der das Thema wechselt: Nach Satz 2 geht es nicht mehr um Eichhörnchen, sondern um Igel.
Multiple Choice #2 18s â–¶ Testen

Im Text steht: „Das Wasser im Teich war so trüb, dass Mia den Grund nicht sehen konnte." Was bedeutet „trüb"?

  • â—Ź nicht klar, undurchsichtig
  • â—‹ sehr tief
  • â—‹ eiskalt
Die Bedeutung unbekannter Wörter erschließt man aus dem Zusammenhang: Mia kann den Grund nicht sehen — das Wasser ist also nicht klar. Ob es tief oder kalt ist, sagt der Satz nicht.
LĂĽckentext #3 15s â–¶ Testen

Die Erwartungen, die man vor dem Lesen an einen Text hat, nennt man ___.

âś“ Antwort: Leseerwartungen
Leseerwartungen bildet man z. B. anhand der Ăśberschrift, der Textsorte oder der Abbildungen.
Multiple Choice #4 18s â–¶ Testen

Welcher Textanfang gehört zu einem literarischen Text?

  • â—Ź Als der Mond aufging, flĂĽsterte der alte Ahorn Lina ein Geheimnis zu.
  • â—‹ Ahornbäume können bis zu 30 Meter hoch werden.
  • â—‹ Anleitung: Pflanze den jungen Ahorn in ein 30 cm tiefes Loch.
Literarische Texte erzählen Erfundenes (ein Baum, der flüstert), pragmatische Texte wie Sachtext und Anleitung informieren über die Wirklichkeit. Wer die Textart erkennt, passt seine Lesestrategie an.
LĂĽckentext #5 15s â–¶ Testen

Wenn man einen Text schnell ĂĽberfliegt, um einen ersten Eindruck zu bekommen, nennt man das ___ Lesen.

âś“ Antwort: ĂĽberfliegendes
Beim ĂĽberfliegenden Lesen (Skimming) verschafft man sich einen schnellen Ăśberblick ĂĽber den Inhalt.
Multiple Choice #6 15s â–¶ Testen

Leon soll einen Sachtext über Vulkane zusammenfassen. Er hat ihn gerade einmal überflogen. Was macht er als Nächstes?

  • â—Ź Den Text noch einmal genau lesen
  • â—‹ Sofort die Zusammenfassung schreiben
  • â—‹ Die SchlĂĽsselwörter markieren, ohne den Text genau zu lesen
Die bewährte Reihenfolge: erst überfliegen, dann genau lesen, dann markieren, zuletzt zusammenfassen. Wer Schritte überspringt, markiert und schreibt, ohne den Text verstanden zu haben.
Multiple Choice #7 18s â–¶ Testen

Welches Beispiel ist ein Medienverbund?

  • â—Ź „Die kleine Hexe" gibt es als Buch, als Hörspiel und als Film.
  • â—‹ In der Stadtbibliothek stehen tausende verschiedene BĂĽcher.
  • â—‹ Im Wohnzimmer stehen ein Fernseher, ein Radio und ein Computer.
Ein Medienverbund bedeutet, dass EIN Stoff in verschiedenen Medien erscheint — dieselbe Geschichte als Buch, Hörspiel und Film. Viele Bücher oder viele Geräte allein sind noch kein Verbund.