Lesestrategien
Reading Strategies
Auf längeren Texten entscheidet nicht die einzelne Lesestrategie, sondern ihr Zusammenspiel über mehrere Seiten. Elaborierende Züge bauen eine Leseerwartung auf (aus Überschrift und Vorwissen), ordnende Züge sichern den Ertrag (Schlüsselwörter markieren, den Kerngedanken je Abschnitt festhalten, in Mindmap oder Lesetagebuch notieren). Welche Strategie trägt, hängt von der Textart ab: Ein literarischer Text verlangt andere Fragen als ein pragmatischer. Der Kern ist die bewusste Steuerung — nicht mehr die Anwendung einer einzelnen Technik.
Können & Üben
Reziprokes Lesen — vier Rollen, ein Text
small-group25 min · weekly
klassenraum, leseecke
Reziprokes Lesen: Eine Vierergruppe arbeitet einen kurzen Sachtext Absatz für Absatz durch. Vier Rollenkarten liegen auf dem Tisch — VORHERSAGEN („Ich glaube, im nächsten Absatz geht es um …"), FRAGEN STELLEN („Wer? Was? Warum? — eine Frage an die Gruppe"), KLÄREN („Welches Wort oder welche Stelle war unklar? Wir klären sie gemeinsam") und ZUSAMMENFASSEN („In einem Satz: Darum ging es in diesem Absatz"). Zum Einstieg übernimmt die Begleitperson beim ersten Absatz alle vier Rollen selbst und macht laut vor, wie jede klingt — einmal vormachen, nicht erklären. Danach tritt sie an den Rand und greift nur noch ein, wenn eine Rolle ganz ausfällt. Ab dem zweiten Absatz übernehmen die Kinder: Jedes Kind hat eine Rollenkarte vor sich, der Absatz wird still oder halblaut gelesen, dann kommen die vier Rollen der Reihe nach dran — erst die Vorhersage fürs Nächste prüfen und neu wagen, dann eine echte Frage, dann das Klären, zuletzt die Ein-Satz-Zusammenfassung. Nach jedem Absatz wandern die Rollenkarten im Uhrzeigersinn weiter, sodass jedes Kind jede Rolle mehrmals übt. Zum Schluss fasst die Gruppe den ganzen Text in einer Minute gemeinsam zusammen — reihum, jedes Kind einen Satz.
guide
4–5
Unterthemen (4)
Voraussetzungen (1)
Ermöglicht (3)
Du bekommst einen Text mit der Überschrift „Ein Tag im Bienenstock" und einem Foto von Honigwaben. Was erwartest du vor dem genauen Lesen?
Lena markiert in einem Text über Eulen nur die Wörter „nachtaktiv" und „lautloser Jäger". Das ist sinnvolles Markieren.
Abschnitt: „Kamele kommen tagelang ohne Wasser aus. Ihr Höcker speichert Fett, aus dem der Körper Energie gewinnt. So überleben sie in der Wüste." Welcher Satz nennt den Kerngedanken?
Ein ___ ist eine grafische Darstellung, bei der man Ideen und Begriffe um ein zentrales Thema anordnet. (Cluster / Absatz / Zitat)
Mia liest einen Sachtext ĂĽber Blauwale. Welche Frage an den Text hilft ihr beim genauen Lesen?
Bens Eintrag „Kapitel 3: Jim findet die Schatzkarte. Meine Frage: Warum lügt der Kapitän?" passt in ein Lesetagebuch.
„Delfine sind Säugetiere, die im Meer leben und in Gruppen jagen." Welche Markierung zeigt die Schlüsselwörter dieses Satzes?
Tom liest einen schwierigen Sachtext zuerst schnell fĂĽr den Ăśberblick und danach noch einmal langsam und genau. Das ist ein sinnvolles Vorgehen.
In einem ___ schreibt man seine Gedanken, Fragen und Zusammenfassungen während der Lektüre auf.
„(1) Eichhörnchen sammeln im Herbst fleißig Nüsse. (2) Sie verstecken ihre Vorräte an vielen Orten. (3) Auch Igel bereiten sich auf den Winter vor: Sie fressen sich Fett an." Nach welchem Satz beginnt ein neuer Gedanke?
Im Text steht: „Das Wasser im Teich war so trüb, dass Mia den Grund nicht sehen konnte." Was bedeutet „trüb"?
Die Erwartungen, die man vor dem Lesen an einen Text hat, nennt man ___.
Welcher Textanfang gehört zu einem literarischen Text?
Wenn man einen Text schnell ĂĽberfliegt, um einen ersten Eindruck zu bekommen, nennt man das ___ Lesen.
Leon soll einen Sachtext über Vulkane zusammenfassen. Er hat ihn gerade einmal überflogen. Was macht er als Nächstes?
Welches Beispiel ist ein Medienverbund?