Quadratische Ergänzung heißt, die erste binomische Formel rückwärts zu lesen: Durch Ergänzen von (p/2)² wird x² + px zum vollständigen Quadrat, also x² + px = (x + p/2)² − (p/2)². Der Kern — p halbieren, quadrieren, wieder abziehen — trägt zwei Rollen: die Scheitelform quadratischer Funktionen und später das Lösen quadratischer Gleichungen; nach Malle die Strategie, die die Lösungsformel begründet, statt sie als Rezept zu setzen (Vollrath & Weigand, Algebra in der Sekundarstufe). Typische Fehler: p nicht halbieren, das ergänzte Quadrat nicht wieder abziehen, Vorzeichen beim Ausklammern von a.
Quadratische Ergänzung: x² − 8x + 10 = (x − 4)² − 6. Welchen Scheitelpunkt hat die Parabel y = x² − 8x + 10?
○ S(−4 | −6)
○ S(4 | 10)
● S(4 | −6)
Die quadratische Ergänzung bringt den Term in die Scheitelform (x − d)² + e — daraus liest man den Scheitelpunkt S(d | e) direkt ab: S(4 | −6). Aus (x − 4) wird x = 4, nicht −4; die 10 ist nur der y-Achsenabschnitt.