GrĂĽĂźen und jemanden ansprechen
Greeting and addressing someone
Zwei Dinge, die im selben Moment passieren und getrennt gelernt werden müssen. Der Gruß selbst trägt keine Information — er öffnet nur den Kanal und zeigt, dass man die andere Person gesehen hat; Malinowski hat 1923 genau dafür den Begriff *phatische Kommunion* geprägt, und die Form („Servus", „Guten Morgen", Händeschütteln oder nicht) ist reine Verabredung, kein Befund. Nicht Verabredung ist der zweite Teil, und dort scheitern Erstklässler zuverlässig — ein Anliegen muss eine Person nennen, die gerade zuhört, und die Sache, um die es geht. Kinder sprechen in den Raum („Ich brauch was zum Malen"), reden über sich statt über die Sache (der *Me bid*, den Putallaz und Gottman 1981 in ihrem Kodiersystem als typische Fehlstartform führen) oder nennen ein Gefühl statt eines Wunsches. Garvey (1984) beschreibt, wie junge Kinder unterinformative Äußerungen produzieren und auf eine Rückfrage eher mit einer Wiederholung als mit einer genaueren Fassung antworten. Geübt werden deshalb die zwei Teile, an denen die Übungen hängen — die Person ansprechen (mit Namen oder mit „Entschuldigung") und sagen, worum es geht; der Gruß geht voran, wo einer hingehört. Das ist die gesprochene Grundform für den Einstieg in eine laufende Gruppe (Klasse 2) und die Wurzel des förmlichen Registers, das ab Klasse 7 beim Schreiben an Fremde und beim Anrufen wieder abgerufen wird.
Können & Üben
Auf andere zugehen
Wartet, bis jemand kommt, oder platzt mitten hinein.
Geht mit, wenn eine erwachsene Person mitgeht.
Geht auf Aufforderung hin und wird meistens aufgenommen.
Schaut von selbst erst, was gerade läuft, und steigt dann passend ein.
Holt auĂźerdem andere Kinder in eine laufende Gruppe hinein.
Dazukommen — vorhersagen, beobachten, erklären
workshop40 min · once
pausenhof, klassenzimmer
VORHERSAGEN (10 Min). Drei Kinder spielen vorne ein laufendes Spiel — egal welches, Hauptsache es läuft schon. Die Gruppe bekommt drei Sätze, mit denen ein viertes Kind dazukommen könnte, und stimmt ab, welcher am besten funktioniert: „Darf ich mitspielen?" · „Ich bin dran!" · nichts sagen, erst danebenstellen und zuschauen, und dann in einer Lücke einfach mitmachen. Die Abstimmung wird sichtbar notiert. Fast immer gewinnt der erste Satz. BEOBACHTEN (15 Min). Jeder der drei Wege wird zweimal gespielt, mit wechselnden Kindern. Beobachtet wird nur eines, und es steht an der Tafel: Läuft das Spiel weiter, oder hört es auf und alle schauen das neue Kind an? Strichliste, kein Kommentar währenddessen. ERKLÄREN (15 Min). Die Striche werden ausgezählt. Die Frage an die Gruppe ist nicht „welcher Weg ist netter", sondern: Was macht die Frage „Darf ich mitspielen?" mit der Gruppe? — Sie stoppt das Spiel und verlangt eine Entscheidung über ein Kind, vor allen. Die Begleitung nennt danach den Befund beim Namen: Erst schauen, was gerade läuft, dann in einer Lücke einsteigen, ohne das Spiel anzuhalten. Und die Gegenprobe, damit daraus keine neue Regel wird — wann ist Fragen doch richtig? (Wenn das Spiel ohnehin gerade pausiert, und immer bei Erwachsenen.)
bezugsperson
6–16
Ermöglicht (1)
Nele braucht den roten Stift von Jonas. Welcher Satz ist hier der beste Anfang?
Amir kommt morgens in die Klasse. Frau Berger und Herr Roth stehen an der TĂĽr und reden. Welcher Satz ist hier der beste Anfang?
Yusuf soll im Sekretariat bei Frau Ă–ztĂĽrk einen Zettel abgeben. Welcher Satz ist hier der beste Anfang?
Pauls Ball ist ĂĽber den Zaun zu Herrn Wagner geflogen. Welcher Satz ist hier der beste Anfang?
Sofia sieht in der Pause Marek aus der Parallelklasse, den sie kennt. Er steht mit drei anderen zusammen. Welcher Satz ist hier der beste Anfang?
Lea sucht in der BĂĽcherei ein Buch ĂĽber Pferde, eine Frau steht am Tresen. Welcher Satz ist hier der beste Anfang?
Hanna ist hingefallen, Frau Klein hat Pausenaufsicht. Welcher Satz ist hier der beste Anfang?
Emre möchte etwas von Ida. Er sagt — „Ida, leihst du mir deinen Radiergummi?" So weiß Ida, wer gemeint ist und was Emre möchte.
Milan klingelt bei der Nachbarin und sagt — „Guten Tag, Frau Novak, meine Mutter fragt, ob Sie noch Eier haben." Damit weiß Frau Novak, was Milan will.
Lina will, dass Tom ihr beim Tragen hilft. Tom sitzt mit dem RĂĽcken zu ihr und liest. Welcher Satz ist hier der beste Anfang?
Mia möchte, dass Elif ihr beim Aufräumen hilft. Welcher Satz ist hier der beste Anfang?
Noah will mit Emil tauschen, seinen Apfel gegen Emils Birne. Welcher Satz ist hier der beste Anfang?
Jana kommt am Fenster nicht vorbei. Sie sagt — „Ich komm hier nicht durch." So weiß Karim, was er tun soll.
Selin kommt bei Aufgabe 3 nicht weiter. Sie ruft von ihrem Platz aus — „Das versteh ich nicht!" So weiß Frau Ali, wobei sie helfen soll.
Herr Baumann steht vor der KlassentĂĽr. Tilda geht wortlos an ihm vorbei ins Zimmer. Herr Baumann weiĂź trotzdem, dass Tilda ihn gesehen hat.