Kondensator und KapazitÀt

Capacitor and Capacitance

Physik Klasse 12 15 Aufgaben
KondensatorElektrisches FeldKerncurriculum

Der Kondensator speichert Ladung: Q wĂ€chst proportional zur Spannung U, und der Quotient C = Q/U heißt KapazitĂ€t (Farad, praktisch ”F, nF, pF). FĂŒr den Plattenkondensator gilt C ∝ A und C ∝ 1/d, zusammengefasst C = Δ₀Δr·A/d; ein Dielektrikum (Δr Wasser ≈ 81, Glas ≈ 5) vergrĂ¶ĂŸert die KapazitĂ€t. Die FlĂ€chenladungsdichte σ = Δ₀E verknĂŒpft Ladungsbelag und FeldstĂ€rke. Reihen- und Parallelschaltung folgen aus gleicher Ladung bzw. gleicher Spannung, und der RC-Auf- und Entladevorgang verlĂ€uft exponentiell. TrĂ€gt die Feldenergie und den Cavendish-Influenzversuch.

Können & Üben

Kondensator-Werkstatt — Potential, KapazitĂ€t, Energie

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90 min · once

physiksaal

Vier Stationen nach dem Prinzip Vermuten – Beobachten – ErklĂ€ren in Kleingruppen, Rotation nach etwa 20 Minuten. Jede Gruppe fĂŒhrt eine Messtabelle; Vermutungen werden vor dem Messen notiert. Station 1 — Flammensonde und Äquipotentiallinien. Vermuten: Wie Ă€ndert sich das Potential zwischen den Kondensatorplatten von Ort zu Ort — und wie im Feld einer geladenen Kugel? Beobachten: Die Flammensonde liefert im Plattenfeld ein Potential, das linear mit dem Abstand von der geerdeten Platte wĂ€chst; auf Bahnen parallel zu den Platten bleibt es konstant, bei der Kugel fĂ€llt es mit dem Abstand. ErklĂ€ren: Punkte gleichen Potentials bilden FlĂ€chen senkrecht zu den Feldlinien; die Spannung ist die Potentialdifferenz zwischen zwei FlĂ€chen. Modellgrenze: Die Flamme selbst stört das Feld leicht — die Sonde misst gut, aber nicht rĂŒckwirkungsfrei. Sicherheitshinweis: offene Flamme, Abstand zu Papier und Haaren. Station 2 — Wovon hĂ€ngt C ab? Vermuten: Verdoppelt sich die gespeicherte Ladung mit der Spannung? Was macht der Plattenabstand, was die FlĂ€che? Beobachten: Messreihen mit dem Elektrometer — Q wĂ€chst proportional zu U; bei festem U sinkt Q mit wachsendem d (C proportional 1/d) und wĂ€chst mit der ĂŒberlappenden FlĂ€che A. ErklĂ€ren: Q/U ist die KapazitĂ€t C, eine BauteilgrĂ¶ĂŸe mit C = Δ0·A/d. Sicherheitshinweis: Hochspannung! Umbauten nur spannungsfrei, Platten vor jedem Verstellen entladen. Station 3 — Dielektrikum. Vermuten: Ändert eine Glasplatte zwischen den Platten die KapazitĂ€t, obwohl sie nicht leitet? Beobachten: Beim Einschieben steigt die aufgenommene Ladung bei gleicher Spannung — mit Glas etwa um den Faktor 5, mit Kunststoff weniger. ErklĂ€ren: Die im Dielektrikum ausgerichteten Dipole schwĂ€chen das Feld im Inneren; Δr fasst das als Materialkonstante (C = Δr·Δ0·A/d). Modellgrenze: Δr ist keine Naturkonstante, sondern material- und frequenzabhĂ€ngig. Station 4 — Der Kondensator als Energiespeicher. Vermuten: Hebt der auf doppelte Spannung geladene Kondensator die Last doppelt oder vierfach so hoch? Beobachten: Der Kondensator treibt ĂŒber den Motor ein Gewicht am Faden nach oben; bei 2U ist die Hubhöhe rund viermal so groß — W wĂ€chst mit UÂČ. Danach am Interface die Auf- und Entladekurven ĂŒber einen Widerstand aufnehmen. ErklĂ€ren: W = œ·C·UÂČ als FlĂ€che im Q-U-Diagramm; die RC-Kurven zeigen, wie Ladung und Spannung exponentiell laufen. Modellgrenze: Motor- und Reibungsverluste machen die Energiebilanz nur nĂ€herungsweise sichtbar. Abschluss in der Runde: Von der Potentiallandkarte (Station 1) ĂŒber die BauteilgrĂ¶ĂŸe C (Stationen 2 und 3) zum Energiespeicher (Station 4) — wo steckt die Energie? Im Feld zwischen den Platten, nicht "in den Platten".

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Zwei Metallplatten, getrennt durch einen Spalt Luft — mehr ist ein Plattenkondensator nicht. Legt man eine Spannung an, sammelt sich auf der einen Platte Ladung +Q, auf der anderen −Q. Der Kondensator ist ein Ladungsspeicher. Die erste Frage an jeden Speicher: Wie viel passt hinein — und wovon hĂ€ngt das ab?

Der Messaufbau beantwortet das sauber. In Schalterstellung I lĂ€dt die Quelle den Kondensator auf die Spannung U; in Stellung II entlĂ€dt er sich ĂŒber einen MessverstĂ€rker, der die abgeflossene Ladung Q misst:

Laden und Entladen mit Ladungsmessung A U I II C MessverstÀrker
Stellung I: Laden auf die Spannung U. Stellung II: Entladen ĂŒber den MessverstĂ€rker, der die geflossene Ladung Q anzeigt.

Sage das Ergebnis voraus: Verdoppelt man U, was macht Q? Die Messreihe liefert eine saubere ProportionalitĂ€t — . Der Quotient ist also eine KenngrĂ¶ĂŸe des Kondensators selbst. Er heißt KapazitĂ€t:

Ein ganzes Farad ist riesig; ĂŒblich sind , und .

Wovon hĂ€ngt C ab? Drei Messreihen bei konstantem U, eine Variable nach der anderen: Doppelte PlattenflĂ€che A — doppelte Ladung, also . Doppelter Abstand d — halbe Ladung, also . Und schiebt man ein Dielektrikum (etwa eine Glasplatte) zwischen die Platten, steigt Q noch einmal. Zusammengefasst:

Die elektrische Feldkonstante fĂ€llt dabei als Messwert ab; die DielektrizitĂ€tszahl des Zwischenmaterials reicht von 1 (Vakuum, Luft fast genau) ĂŒber etwa 5 bis 12 (Glas) bis zu 81 (Wasser). Kombiniert man , und , bleibt eine bemerkenswert kompakte Beziehung ĂŒbrig — die Grundgleichung des elektrischen Feldes: Die FlĂ€chenladungsdichte bestimmt die FeldstĂ€rke, und umgekehrt.

Was, wenn ein Kondensator nicht reicht? Zwei Bauarten der Zusammenschaltung — sage vor dem Weiterlesen voraus, welche die GesamtkapazitĂ€t erhöht:

Zusammenschaltung von Kondensatoren C₁ C₂ U Parallelschaltung C₁ C₂ U Reihenschaltung
Links: beide Kondensatoren an derselben Spannung. Rechts: dieselbe Ladung auf beiden, die Spannungen teilen sich auf.

Parallel liegt an beiden dieselbe Spannung U, die Ladungen addieren sich: — die KapazitĂ€ten addieren sich, . Anschaulich vergrĂ¶ĂŸert man einfach die PlattenflĂ€che. In Reihe erzwingt die Influenz auf beiden dieselbe Ladung Q, die Spannungen addieren sich: — es addieren sich die Kehrwerte, , und die GesamtkapazitĂ€t ist kleiner als jede einzelne: wie ein vergrĂ¶ĂŸerter Plattenabstand.

Womit sich der Kondensator im nĂ€chsten Abschnitt als mehr entpuppt als ein Ladungsspeicher: Beim Trennen der Ladungen wurde Arbeit verrichtet — und die steckt jetzt als Energie im Feld.

Materialien (1)

Physische Manipulativa, die dieses Konzept konkret verankern — optional, gebrĂŒckt zum Symbol.

Leicht
Multiple Choice #1 30s ▶ Testen

Der Lade-/Entladeversuch zeigt, dass die gespeicherte Ladung Q eines Kondensators proportional zur Spannung U wĂ€chst. Welche GrĂ¶ĂŸe definiert man daraus?

  • ● Die KapazitĂ€t C = Q/U als ladungsunabhĂ€ngige KenngrĂ¶ĂŸe des Kondensators
  • ○ Den Widerstand R = U/Q des Kondensators
  • ○ Die FeldstĂ€rke E = Q·U zwischen den Platten
  • ○ Die Energie W = Q/U des Kondensators
Weil Q ∝ U gilt, ist der Quotient Q/U fĂŒr einen gegebenen Kondensator konstant — er beschreibt das Bauteil, nicht den Ladezustand. Widerstand, FeldstĂ€rke und Energie haben andere Definitionsgleichungen.
Wahr / Falsch #2 20s ▶ Testen

Halbiert man bei einem Plattenkondensator den Plattenabstand d, so verdoppelt sich seine KapazitÀt.

✓ Wahr
Die Messreihe liefert C ∝ 1/d — halber Abstand bedeutet doppelte KapazitĂ€t. Zusammen mit C ∝ A ergibt das die Formel C = Δ₀·A/d.
Multiple Choice #3 30s ▶ Testen

Bei konstanter Spannung und konstantem Abstand wird die PlattenflÀche eines Kondensators verdoppelt. Was passiert mit Ladung und KapazitÀt?

  • ● Beide verdoppeln sich, denn C ∝ A
  • ○ Beide halbieren sich, denn C ∝ 1/A
  • ○ Die Ladung verdoppelt sich, die KapazitĂ€t bleibt gleich
  • ○ Beide bleiben gleich, weil die Spannung konstant ist
Auf der doppelten FlĂ€che findet bei gleicher Spannung die doppelte Ladung Platz, also verdoppelt sich auch C = Q/U. KapazitĂ€t und Ladung sind hier ĂŒber die konstante Spannung fest gekoppelt.
Multiple Choice #4 30s ▶ Testen

Zwischen die Platten eines geladenen Kondensators wird bei konstanter Spannung eine Glasplatte geschoben. Was beobachtet man?

  • ● Der Kondensator nimmt zusĂ€tzliche Ladung auf — seine KapazitĂ€t ist um Δr gewachsen
  • ○ Die Ladung fließt ab, weil Glas leitet
  • ○ Nichts, denn Glas ist ein Isolator
  • ○ Die Spannung steigt um den Faktor Δr
Ein Dielektrikum vergrĂ¶ĂŸert die KapazitĂ€t um die DielektrizitĂ€tszahl Δr (Glas ≈ 5), bei fester Spannung wĂ€chst also Q = C·U. Gerade weil Glas nicht leitet, bleibt die Ladung gespeichert — seine Polarisierbarkeit schwĂ€cht das Feld zwischen den Platten.
Wahr / Falsch #5 20s ▶ Testen

Von zwei Kondensatoren an derselben Spannungsquelle speichert der mit der grĂ¶ĂŸeren KapazitĂ€t die grĂ¶ĂŸere Ladung.

✓ Wahr
Q = C·U — bei gleicher Spannung entscheidet allein die KapazitĂ€t ĂŒber die gespeicherte Ladung. Genau das leistet die KapazitĂ€t als KenngrĂ¶ĂŸe "Fassungsvermögen pro Volt".
Wahr / Falsch #6 20s ▶ Testen

Schaltet man zwei Kondensatoren in Reihe, so ist die GesamtkapazitÀt kleiner als die kleinere der beiden EinzelkapazitÀten.

✓ Wahr
In Reihe addieren sich die Kehrwerte, 1/C = 1/C₁ + 1/C₂. Weil 1/C grĂ¶ĂŸer ist als jeder einzelne Kehrwert, ist C kleiner als jede EinzelkapazitĂ€t — anders als in der Parallelschaltung, wo sich die KapazitĂ€ten addieren.
Mittel
LĂŒckentext #1 15s ▶ Testen

Die Einheit der KapazitÀt, 1 C/V, trÀgt den Namen ___.

✓ Antwort: Farad
1 F = 1 C/V = 1 As/V. Ein Farad ist riesig — in der Praxis rechnet man mit ”F, nF und pF.
Zahleneingabe #2 30s ▶ Testen

Ein Kondensator trÀgt bei der Spannung U = 200 V die Ladung Q = 4·10⁻⁎ C. Berechne seine KapazitÀt. (Antwort in ”F)

✓ Antwort: 2
C = Q/U = 4·10⁻⁎ C / 200 V = 2·10⁻⁶ F = 2 ”F. Auf die Umrechnung in Mikrofarad achten — 2·10⁻⁶ F, nicht 2·10⁻⁎ F.
Zahleneingabe #3 40s ▶ Testen

Berechne die KapazitĂ€t eines Plattenkondensators mit PlattenflĂ€che A = 1 mÂČ und Plattenabstand d = 1 mm im Vakuum. (Δ₀ = 8,85·10⁻ÂčÂČ As/Vm; Antwort in nF)

✓ Antwort: 8.85
C = Δ₀·A/d = 8,85·10⁻ÂčÂČ Â· 1 / 0,001 F = 8,85·10⁻âč F = 8,85 nF. Selbst ein quadratmetergroßer Kondensator liefert nur Nanofarad — deshalb braucht Technik Dielektrika und gewickelte Bauformen.
Zahleneingabe #4 25s ▶ Testen

Ein Plattenkondensator hat im Vakuum die KapazitĂ€t C = 2 ”F. Der Zwischenraum wird vollstĂ€ndig mit Glas (Δr = 5) gefĂŒllt. Berechne die neue KapazitĂ€t. (Antwort in ”F)

✓ Antwort: 10
C = Δ₀·Δr·A/d wĂ€chst linear mit Δr, also 2 ”F · 5 = 10 ”F. Wasser mit Δr ≈ 81 wĂŒrde die KapazitĂ€t sogar ver-81-fachen.
Zahleneingabe #5 25s ▶ Testen

Zwei Kondensatoren mit C₁ = 3 ”F und C₂ = 6 ”F werden parallel geschaltet. Berechne die GesamtkapazitĂ€t. (Antwort in ”F)

✓ Antwort: 9
Bei Parallelschaltung liegt an beiden dieselbe Spannung, die Ladungen addieren sich — also Cges = C₁ + C₂ = 9 ”F. Die Kehrwertformel gilt nur fĂŒr die Reihenschaltung.
Multiple Choice #6 30s ▶ Testen

Ein geladener Kondensator wird ĂŒber einen Widerstand entladen und der Strom gemessen. Beschreibe den Verlauf.

  • ● Der Strom ist anfangs am grĂ¶ĂŸten und nimmt immer langsamer ab
  • ○ Der Strom ist konstant, bis der Kondensator leer ist
  • ○ Der Strom steigt zunĂ€chst an und fĂ€llt dann plötzlich auf null
  • ○ Es fließt gar kein Strom, weil der Stromkreis durch den Kondensator unterbrochen ist
Mit abfließender Ladung sinken Spannung und damit der Strom I = U/R — je leerer der Kondensator, desto langsamer entlĂ€dt er sich weiter. WĂ€hrend des Umladens fließt sehr wohl Strom; nur ein dauerhafter Gleichstrom wird blockiert.
Schwer
Zahleneingabe #1 30s ▶ Testen

Ein Kondensator mit C = 10 ”F wird auf U = 12 V geladen. Berechne die gespeicherte Ladung. (Antwort in ”C)

✓ Antwort: 120
Q = C·U = 10·10⁻⁶ F · 12 V = 1,2·10⁻⁎ C = 120 ”C. Die Definitionsgleichung C = Q/U wird nach Q aufgelöst.
Zahleneingabe #2 40s ▶ Testen

Zwischen den Platten eines Kondensators herrscht die FeldstĂ€rke E = 2·10⁔ V/m. Berechne die FlĂ€chenladungsdichte auf den Platten. (Δ₀ = 8,85·10⁻ÂčÂČ As/Vm; Antwort in ”C/mÂČ)

✓ Antwort: 1.77
σ = Δ₀·E = 8,85·10⁻ÂčÂČ Â· 2·10⁔ C/mÂČ = 1,77·10⁻⁶ C/mÂČ = 1,77 ”C/mÂČ. FeldstĂ€rke und Ladungsbelag der Platten bestimmen sich gegenseitig — wer σ kennt, kennt E, und umgekehrt.
Zahleneingabe #3 40s ▶ Testen

Dieselben Kondensatoren (C₁ = 3 ”F, C₂ = 6 ”F) werden nun in Reihe geschaltet. Berechne die GesamtkapazitĂ€t. (Antwort in ”F)

✓ Antwort: 2
In Reihe tragen beide dieselbe Ladung und die Spannungen addieren sich, also 1/Cges = 1/3 + 1/6 = 1/2, d.h. Cges = 2 ”F. Die GesamtkapazitĂ€t ist kleiner als die kleinste EinzelkapazitĂ€t — wer 9 ”F erhĂ€lt, hat die Schaltungsarten vertauscht.