Polarlicht — Teilchen im Feld

Aurora — Particles in Fields

Physik Klasse 12
Elektrisches FeldMagnetfeldBewegungFall-Anker

Das Polarlicht entsteht, wenn geladene Teilchen des Sonnenwinds sich im Magnetfeld der Erde bewegen — die Fallgeschichte über Tromsø führt zurück zur Physik dahinter. Der Artikel räumt zwei zentrale Fehlvorstellungen ab: Feldlinien sind keine Schienen (die Querfeld-Parabel kreuzt sie), und das Magnetfeld ist kein Motor, sondern ein Lenker (F ⊥ v, der Betrag der Geschwindigkeit bleibt konstant). Beide Bausteine setzen sich zur Schraubenbahn zusammen, auf der der Sonnenwind längs der Erdfeldlinien zu den Polen spiralt. Anker der Einheit „Bewegung geladener Teilchen in Feldern".

Können & Üben

Fadenstrahl-Werkstatt — Elektronen auf Bahnen

workshop

90 min · once

physiksaal

Vier Stationen nach dem Prinzip Vermuten – Beobachten – Erklären; die Gruppen rotieren nach etwa 20 Minuten. Sicherheitsblock vorab, für alle Stationen verbindlich: Hochspannung! Alle Röhren laufen mit mehreren hundert Volt — verkabelt und eingeschaltet wird ausschließlich von der Lehrkraft bzw. nach ihrer Freigabe; Umbauten nur im spannungsfreien Zustand, Glaskolben nie berühren, im abgedunkelten Raum Taschen und Kabel aus den Laufwegen. Station 1 — Elektronenkanone und Längsfeld. Vermuten: Was macht eine höhere Beschleunigungsspannung mit dem Leuchtfleck? Beobachten: Der Fleck auf dem Schirm wird schärfer und heller; die Elektronen gewinnen im Längsfeld kinetische Energie. Erklären: e·U = ½·m·v² — die Spannung stellt die Endgeschwindigkeit ein, nicht eine konstante Kraftdauer. Modellgrenze: Bei sehr hohen Spannungen müsste relativistisch gerechnet werden. Station 2 — Querfeld: die Parabel. Vermuten: Welche Bahnform entsteht, wenn der schnelle Strahl quer durch das Feld eines Plattenpaars fliegt — Kreis, Knick oder Parabel? Beobachten: Auf dem Schirm der Ablenkröhre krümmt sich die Leuchtspur parabelförmig; mehr Plattenspannung krümmt stärker, mehr Beschleunigungsspannung streckt die Bahn. Erklären: Wie beim waagrechten Wurf — konstante Querkraft plus konstante Längsgeschwindigkeit ergibt eine Parabel. Modellgrenze: Das Feld ist nur zwischen den Platten homogen; am Rand franst es aus. Station 3 — Fadenstrahlrohr qualitativ: der Kreis. Vermuten — erst ansagen, dann drehen: Was macht mehr Spulenstrom (mehr B) mit dem leuchtenden Kreis, was macht mehr Beschleunigungsspannung U? Beobachten: Mehr B verkleinert den Kreis, mehr U vergrößert ihn; die Spur bleibt stets ein geschlossener Kreis. Erklären: Die Lorentzkraft steht immer senkrecht auf v, verrichtet keine Arbeit und wirkt als Zentripetalkraft — anders als das Querfeld in Station 2, das den Betrag von v ändert. Station 4 — e/m-Messreihe und Schraubenbahn. Nach dem Protokoll (protocol.physik.fadenstrahlrohr) eine r(U)-Messreihe bei festem B aufnehmen, e/m = 2U/(B²r²) berechnen, Mittelwert bilden und mit dem Literaturwert 1,76 · 10¹¹ C/kg vergleichen. Zum Abschluss das Rohr in seiner Halterung leicht drehen: Aus dem Kreis wird eine Schraubenlinie. Erklären: Nur die Geschwindigkeitskomponente senkrecht zu B wird auf die Kreisbahn gezwungen, die Parallelkomponente läuft ungestört weiter — dieselbe Bahnform wie beim Sonnenwind entlang der Erdfeldlinien (Polarlicht). Vorbereitung oder Nachbereitung: der Polarlicht-Artikel in der App. Modellgrenze: Das B-Feld des Helmholtz-Paars ist nur im Zentrum ausreichend homogen; große Kreise verlassen diesen Bereich und verfälschen e/m. Abschluss in der Runde: Längsfeld beschleunigt, Querfeld lenkt parabelig ab, Magnetfeld zwingt auf Kreis oder Schraube — welche Bahn gehört zu welchem Feld, und woran erkennt man den Unterschied im Energieumsatz?

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