Textgebundene Erörterung

Text-Based Argumentation (Textgebundene Erörterung)

Deutsch Klasse 9 15 Aufgaben
SchreibenArgumentationErörterungKerncurriculum

Sich mit der Position eines Ausgangstextes auseinandersetzen: zuerst Kernaussagen und Argumentation des Autors wiedergeben (mit Zitaten im Konjunktiv I), dann die Argumente prüfen, eigene und Gegenargumente entwickeln und zu einem begründeten Urteil kommen. Das Kind erkennt den zweiteiligen Aufbau und baut Zitate korrekt ein. Vorgebeugt wird der freien Meinungsrede ohne Materialbezug und der Pflicht zur Zustimmung. Ziel: Kommentar, materialgestütztes Schreiben (K10), Texterörterung der Oberstufe.

Leicht
Multiple Choice #1 20s â–¶ Testen

Welcher Satz kann nur aus einer textgebundenen Erörterung stammen?

  • â—‹ Ganztagsschulen können in vielen Fällen die Hausaufgaben ersetzen.
  • â—‹ Zusammenfassend spricht fĂĽr mich mehr fĂĽr die Ganztagsschule.
  • â—Ź Die Autorin ĂĽbersieht, dass Ganztagsschulen auch Hausaufgaben ersetzen.
Die textgebundene Erörterung setzt sich mit den Argumenten eines Ausgangstextes auseinander – erkennbar daran, dass sie sich auf dessen Autorin bezieht („Die Autorin übersieht …“). Eigene Argumente und ein persönliches Fazit kommen auch in der freien Erörterung vor.
LĂĽckentext #2 20s â–¶ Testen

Im ersten Teil der textgebundenen Erörterung fasst man die Kernaussagen und die ___ des Ausgangstextes zusammen.

âś“ Antwort: Argumentation
Die Textanalyse bildet die Grundlage: Man erfasst die Kernthese des Autors, seine Argumentationsstruktur (welche Argumente stĂĽtzen die These?) und benennt rhetorische Mittel. Erst dann folgt die eigene Auseinandersetzung.
Wahr / Falsch #3 20s â–¶ Testen

In der textgebundenen Erörterung muss man dem Ausgangstext immer zustimmen.

âś“ Falsch
Falsch! Man soll den Text differenziert betrachten: Wo stimme ich zu? Wo widerspreche ich? Mit welchen Gründen? Die eigene Position kann dem Text zustimmen, widersprechen oder eine Zwischenposition einnehmen — entscheidend ist die Begründung.
LĂĽckentext #4 20s â–¶ Testen

Ein Argument besteht aus einer Behauptung (These), einer ___ und einem Beispiel.

âś“ Antwort: BegrĂĽndung
Die Dreigliedrigkeit eines Arguments: 1) These (Behauptung), 2) BegrĂĽndung (Warum ist das so?), 3) Beispiel/Beleg (konkreter Nachweis). Ohne BegrĂĽndung bleibt eine Behauptung ungestĂĽtzt.
Wahr / Falsch #5 20s â–¶ Testen

Eine alphanumerische Gliederung verwendet Buchstaben und Zahlen (z. B. A.1., A.2., B.1.) zur Strukturierung.

âś“ Wahr
Richtig! Die alphanumerische Gliederung (A. / 1. / a) oder die numerische (1. / 1.1 / 1.1.1) macht den Aufbau der Erörterung transparent. Sie zeigt Ober- und Unterpunkte und hilft, den roten Faden zu halten.
Wahr / Falsch #6 20s â–¶ Testen

In der textgebundenen Erörterung darf man keine eigenen Beispiele und Erfahrungen einbringen.

âś“ Falsch
Falsch! Eigene Beispiele, Erfahrungen und Belege stärken die Argumentation — solange sie sachlich und relevant sind. Man soll sich nicht nur auf den Ausgangstext beschränken, sondern eigenes Wissen einbringen.
Mittel
Multiple Choice #1 30s â–¶ Testen

Welcher Aufbau ist für eine textgebundene Erörterung typisch?

  • â—‹ Nur These – Argumente – Schluss
  • â—Ź Einleitung – Textanalyse (Inhalt, Argumentation, Sprache) – eigene Erörterung – Schluss
  • â—‹ Nacherzählung des Textes – eigene Meinung
  • â—‹ Nur Zitate aus dem Text
Die textgebundene Erörterung hat vier Teile: 1) Einleitung (Thema, Textvorstellung), 2) Textanalyse (Zusammenfassung, Argumentationsgang, sprachliche Mittel), 3) Eigene Erörterung (Zustimmung/Widerspruch mit eigenen Argumenten), 4) Schluss (eigener Standpunkt).
Multiple Choice #2 25s â–¶ Testen

Wie sollte man Zitate aus dem Ausgangstext in die eigene Erörterung einbinden?

  • â—‹ Man schreibt sie einfach ohne Kennzeichnung ab.
  • â—Ź Man setzt sie in AnfĂĽhrungszeichen und gibt die Zeilenangabe an, eingebettet in den eigenen Satz.
  • â—‹ Man zitiert immer den ganzen Absatz.
  • â—‹ Zitate sind in der textgebundenen Erörterung nicht erlaubt.
Korrekte Zitierweise: Der Autor behauptet, dass Technik den Alltag erleichtert (Z. 12). Zitate belegen die eigene Analyse, werden grammatisch in den eigenen Satz integriert und mit Zeilenangabe versehen.
Multiple Choice #3 30s â–¶ Testen

Was bedeutet es, 'konzessiv' zu argumentieren?

  • â—‹ Man wiederholt immer das gleiche Argument.
  • â—Ź Man räumt der Gegenseite einen berechtigten Punkt ein, entkräftet ihn aber dann.
  • â—‹ Man ignoriert die Gegenargumente.
  • â—‹ Man schreibt besonders kurze Sätze.
Konzessives Argumentieren ('Zwar... aber...') zeigt Differenziertheit: 'Zwar ist es richtig, dass Handys im Unterricht ablenken können, jedoch kann ein gezielter Einsatz das Lernen auch bereichern.' Das stärkt die eigene Argumentation.
Multiple Choice #4 30s â–¶ Testen

Welcher Einleitungssatz wäre für eine textgebundene Erörterung angemessen?

  • â—‹ Ich finde das Thema blöd.
  • â—Ź In seinem Kommentar 'Digitale Schule', erschienen in der Sueddeutschen Zeitung, setzt sich Max Mueller mit der Frage auseinander, ob Tablets den Unterricht verbessern.
  • â—‹ Es war einmal...
  • â—‹ Hiermit eroeffne ich die Diskussion.
Eine gute Einleitung nennt: Textsorte, Titel, Autor, Erscheinungsort/-datum und das zentrale Thema. So weiß der Leser sofort, worum es geht und auf welchen Text sich die Erörterung bezieht.
LĂĽckentext #5 25s â–¶ Testen

Formulierungen wie 'einerseits... andererseits', 'im Gegensatz dazu' oder 'demgegenĂĽber' nennt man ___ VerknĂĽpfungen.

âś“ Antwort: adversative
Adversative (gegensätzliche) Verknüpfungen stellen Gegensätze her: 'zwar... aber', 'dennoch', 'hingegen', 'trotzdem'. Sie sind typisch für die dialektische Argumentation, bei der Pro und Contra abgewogen werden.
Multiple Choice #6 25s â–¶ Testen

Was sollte der Schlussteil einer textgebundenen Erörterung enthalten?

  • â—‹ Nur eine Wiederholung der Einleitung
  • â—Ź Eine zusammenfassende Bewertung des Ausgangstextes und den eigenen, begrĂĽndeten Standpunkt
  • â—‹ Neue Argumente, die vorher nicht genannt wurden
  • â—‹ Eine Nacherzählung des Textes
Der Schluss bündelt die Ergebnisse: Wie überzeugend ist der Ausgangstext? Wo hat er Stärken, wo Schwächen? Welchen eigenen Standpunkt vertrete ich nach der Auseinandersetzung? Eventuell ein Ausblick oder Appell.
LĂĽckentext #7 20s â–¶ Testen

Wenn man die Argumente vom schwächsten zum stärksten anordnet, spricht man von einer ___ Argumentation.

âś“ Antwort: steigernden
Die steigernde (klimaktische) Anordnung — vom schwächsten zum stärksten Argument — ist die wirkungsvollste Strategie: Das stärkste Argument bleibt dem Leser zuletzt im Gedächtnis. Umgekehrt (antiklimatisch) ist weniger überzeugend.
Multiple Choice #8 25s â–¶ Testen

Was versteht man unter der 'antithetischen' Struktur einer Erörterung?

  • â—‹ Man schreibt nur Gegenargumente.
  • â—Ź Man stellt Pro- und Contra-Argumente gegenĂĽber und wägt sie ab.
  • â—‹ Man erzählt eine Geschichte.
  • â—‹ Man zitiert nur den Ausgangstext.
Die antithetische (dialektische) Erörterung stellt These und Antithese gegenüber: Erst die eine Seite, dann die andere, am Ende eine Synthese (eigener Standpunkt). Sie eignet sich besonders für kontroverse Themen.
Schwer
Multiple Choice #1 30s â–¶ Testen

Was ist ein Fehlschluss (Trugschluss) in einer Argumentation?

  • â—‹ Ein Rechtschreibfehler
  • â—Ź Ein logisch ungĂĽltiges Argument, das ĂĽberzeugend wirkt, aber nicht haltbar ist
  • â—‹ Ein besonders starkes Argument
  • â—‹ Ein Zitat aus dem Ausgangstext
Fehlschlüsse (z. B. 'Alle machen das, also ist es richtig' = Argumentum ad populum, oder 'Entweder ganz oder gar nicht' = falsches Dilemma) wirken überzeugend, halten aber logischer Prüfung nicht stand. In der Textanalyse deckt man solche Schwächen auf.