Die Klassiker — eine Kultur- und Strukturgeschichte
The Classics — a History of Culture and Structure
Du liest die klassischen Cocktails als Geschichte und als Bauplan, nicht als Rezept zum Nachmachen: Punsch schon im 17. Jahrhundert, die erste gedruckte Cocktail-Definition 1806 (Spirituose, Zucker, Wasser, Bitter — schon ein Bauplan), das erste Barbuch 1862, die Prohibition 1920–1933, in der Süße schlechten Alkohol überdecken sollte, Emburys zwei Grundtypen 1948 und die sechs Wurzeln der heutigen Barliteratur. Ethanol kommt als Chemie vor: Es senkt den Gefrierpunkt und bringt Brennen und Körper, die ein alkoholfreier Drink anders füllen muss. Keine Marken, kein Glanz. Das räumt mit „Cocktails wurden in den 1920ern erfunden" auf. Bereitet das Lesen jeder Karte als Bauplan vor.
Voraussetzungen (2)
Ein MitschĂĽler schreibt in sein Referat, Cocktails seien in den 1920er-Jahren erfunden worden. Das stimmt.
Du gestaltest für die Klasse ein Plakat zur Geschichte des Cocktails. Was lässt du nach der Linie dieses Kurses weg?
Für ein Plakat zur Geschichte der Mixgetränke legst du fünf Karten in eine Zeitleiste. Ordne sie vom frühesten zum spätesten Ereignis.
Eine Zeitung von 1806 beschreibt den Cocktail als Getränk aus Spirituose, Zucker, Wasser und Bitter. Welchem Bauplan von heute entspricht das?
Embury teilte 1948 alle Drinks in einen sauren und einen aromatischen Grundtyp. Wohin gehört ein Drink aus kaltem Schwarztee, wenig Sirup und einem Streifen Grapefruitschale, gerührt?
Dass „Punsch" vom Hindi-Wort für „fünf" kommt, ist unter Historikern umstritten.
Streicht man aus einem Sour die Spirituose, fehlt mehr als nur FlĂĽssigkeit. Was trug das Ethanol zum Drink bei?
Du blätterst in einem Nachdruck des ersten Barbuchs, 1862 von Jerry Thomas. Wie ist es aufgebaut?
Die Bars der Craft-Bewegung seit den späten 1980er-Jahren setzten vor allem auf fertige Mischungen aus der Flasche.
Die BarbĂĽcher von 1948 und 2018 ordnen Drinks vor allem nach ihrem Bauplan, nicht nach der Spirituose, die darin steckt.
Während der Prohibition in den USA wurden Drinks oft sehr süß gemischt, um schlechten Alkohol zu überdecken. Welche deutsche Regel zielt heute auf genau diese Wirkung?
Ein Barbuch von 2018 führt alle Cocktails auf sechs Wurzeln zurück. Bei welcher Wurzel ist ein alkoholfreier Zwilling am schwächsten?