Alkohol und Jugendschutz — Recht und Gastgeben

Alcohol and Youth Protection — Law and Hosting

Kochen und Backen Klasse 8 13 Aufgaben
GetränkeAlkoholJugendschutzRechtVerantwortungGastgebenGruppendruckGesundheit

Du ordnest einen Partytisch nach § 9 des Jugendschutzgesetzes: Bier, Wein, Sekt und ihre Mischungen wie Radler erst ab 16; alles mit Spirituose, jeder Cocktail und jedes Alkopop, erst ab 18. Die Ausnahme „ab 14 mit den Eltern" gilt noch, ihre Abschaffung ist geplant. „Alkoholfrei" ist eine Grenze, keine Null: Alkoholfreies Bier darf bis 0,5 % vol haben. Dazu übst du, freundlich abzulehnen und als Gastgeber ein gutes alkoholfreies Getränk aktiv anzubieten. Weil reines Wissen über Alkohol kaum schützt und Werbebilder den Einstieg begünstigen, übt dieser Kurs Handeln statt Fakten und kommt ohne Marken aus. Das räumt mit „Cocktails ab 16" und „alkoholfrei heißt 0,0" auf. Bereitet das Gastgeben am eigenen Stand und die Klassiker als Geschichte vor.

Leicht
Multiple Choice #1 15s â–¶ Testen

Ein 15-Jähriger bestellt allein im Café ein Radler. Darf er es bekommen?

  • â—Ź Nein, Radler ist Bier mit Limonade, erst ab 16
  • â—‹ Ja, ein Radler ist ja immerhin zur Hälfte Limonade
  • â—‹ Ja, Bier ist fĂĽr Jugendliche schon ab 14 erlaubt
§ 9 Jugendschutzgesetz: Bier, Wein, Sekt und ihre Mischungen mit alkoholfreien Getränken — Radler, Weinschorle — gibt es in der Öffentlichkeit erst ab 16. Die Limonade im Glas ändert daran nichts.
Multiple Choice #2 15s â–¶ Testen

Ein Stand auf dem Stadtfest mischt „Sommer-Cocktails" aus Rum und viel Saft. Ab welchem Alter der Gäste darf er sie ausschenken?

  • â—Ź Ab 18, weil Spirituose drin ist
  • â—‹ Ab 16, wie Bier und Wein auch
  • â—‹ Ohne Grenze, wenn der Saft ĂĽberwiegt
Getränke mit Spirituose in nicht nur geringfügiger Menge — jeder Cocktail, jedes Alkopop — sind nach § 9 erst ab 18. Gerade der süße Saft, der den Alkohol überdeckt, macht solche Drinks für Jugendliche riskant.
Wahr / Falsch #3 12s â–¶ Testen

Auf der Flasche steht „alkoholfreies Bier". Es enthält also garantiert 0,0 % Alkohol.

âś“ Falsch
„Alkoholfrei" ist bei Bier eine Grenze, keine Null: bis zu 0,5 % vol (Deutscher Brauer-Bund). Nur wo „0,0 %" draufsteht, ist praktisch kein Alkohol enthalten. Und auch dann ahmt es ein alkoholisches Getränk nach.
Sortieren #4 15s â–¶ Testen

Am Kiosk stehen drei Getränke. Ordne sie nach dem Mindestalter für den Kauf, vom jüngsten zum ältesten.

âś“ Antwort: Apfelschorle, Radler, Alkopop
Apfelschorle ohne Altersgrenze, Radler als Bier-Mischgetränk ab 16, Alkopop mit Spirituose ab 18. Entscheidend ist, welche Art Alkohol drin ist, nicht wie viel Saft.
Multiple Choice #5 15s â–¶ Testen

Auf einer Party drängt dich ein Freund, „nur einen Schluck" zu probieren. Welche Antwort hält am besten?

  • â—Ź „Nein danke, ich nehm gern einen Saft."
  • â—‹ Ein langer Vortrag ĂĽber Alkohol
  • â—‹ Den Schluck nehmen, damit endlich Ruhe ist
Ein freundliches, klares Nein mit einer Alternative ist kurz und lässt keinen Streit entstehen — so empfiehlt es auch die Präventionskampagne des Bundesinstituts (BIÖG). Ein Vortrag lädt zur Diskussion ein, und nachgeben bestätigt den Druck.
Multiple Choice #6 15s â–¶ Testen

Bei deinem Fest gibt es Getränke für alle. Was tust du als Gastgeber für Gäste, die keinen Alkohol trinken?

  • â—Ź Ein gutes alkoholfreies Getränk aktiv anbieten
  • â—‹ Wasser hinstellen, wer mehr will, fragt schon
  • â—‹ Nichts, jeder bringt sich selbst etwas mit
Gute Gastgeber bieten alkoholfreie Getränke von sich aus an — die Ausbildungsordnung der Gastronomie verlangt genau das: sie "aktiv anbieten, erläutern und empfehlen". Wer fragen muss, fühlt sich schnell als Ausnahme.
Mittel
Wahr / Falsch #1 18s â–¶ Testen

Ein 14-Jähriger darf im Restaurant ein Glas Wein trinken, wenn seine Mutter dabei ist. Diese Regel gilt noch, ihre Abschaffung ist aber geplant.

âś“ Wahr
§ 9 Absatz 2 erlaubt 14- und 15-Jährigen Bier, Wein und Sekt in Begleitung einer sorgeberechtigten Person. Das Bundeskabinett hat im August 2026 einen Gesetzentwurf beschlossen, der diese Ausnahme streicht; der Bundestag berät noch (Stand September 2026). Erlaubt heißt nicht empfohlen: DHS, DGE und WHO raten Jugendlichen, gar keinen Alkohol zu trinken.
Multiple Choice #2 15s â–¶ Testen

Auf einer bunten, süßen Flasche im Regal steht: „Abgabe an Personen unter 18 Jahren verboten, § 9 Jugendschutzgesetz". Was ist darin?

  • â—Ź Ein Alkopop, sĂĽĂźes Getränk mit Spirituose
  • â—‹ Eine Limonade mit besonders viel Koffein
  • â—‹ Ein Bier-Mischgetränk ab 16
Süße Mischgetränke mit Spirituose müssen diesen Hinweis tragen, und der Staat erhebt auf sie eine Sondersteuer "zum Schutz junger Menschen". Das Gesetz sieht genau die Süße, die den Alkohol versteckt, als Risiko.
Wahr / Falsch #3 18s â–¶ Testen

Eine Schulstunde, in der Jugendliche viele Fakten über Alkohol lernen, senkt nachweislich, wie viel sie später trinken.

âś“ Falsch
Reine Wissensvermittlung zeigt in Studien keinen verlässlichen Effekt; wirksamer sind Programme, die allgemeine Lebenskompetenzen stärken, etwa Nein-Sagen und Umgang mit Druck (Foxcroft und Tsertsvadze, Cochrane 2011). Auch dieser Kurs ist kein Präventionsprogramm.
Multiple Choice #4 18s â–¶ Testen

Eine Mitschülerin fragt, ob man für den Stand nicht wenigstens „alkoholfreien Gin" nehmen könnte, der schmecke wie echter. Was antwortest du?

  • â—Ź Nein, Alkohol-Nachahmungen bleiben drauĂźen
  • â—‹ Ja, alkoholfrei ist alkoholfrei
  • â—‹ Ja, wenn ein Erwachsener am Stand dabei ist
Ob solche Nachahmungen schaden, ist umstritten: Die WHO (2023) warnt, dass sie für die Marke des echten Getränks mitwerben, und in Daten aus Japan und Taiwan ging ihr Konsum bei Jugendlichen dem Trinken voraus oder begleitete es (JAMA Pediatrics 2024); das BIÖG listet dagegen selbst alkoholfreie Klassiker. Dieser Kurs wählt den vorsichtigen Weg und mixt aus Saft, Tee, Sirup und Sprudel.
Multiple Choice #5 18s â–¶ Testen

In einer Studie mit ĂĽber 10 000 Jugendlichen in Europa ging es um Alkoholwerbung. Was zeigte sich bei denen, die eine Lieblingswerbung fĂĽr Alkohol nennen konnten?

  • â—Ź Sie begannen häufiger mit Rauschtrinken
  • â—‹ Sie tranken seltener, weil sie Werbung durchschauen
  • â—‹ Kein Unterschied zu den anderen
Wer eine Lieblingswerbung für Alkohol hatte, fing im folgenden Jahr häufiger mit Rauschtrinken an (Morgenstern et al. 2014). Darum nennt dieser Kurs keine Marken und zeigt Alkohol nie als "erwachsen".
Wahr / Falsch #6 15s â–¶ Testen

Von den 12- bis 17-Jährigen in Deutschland hat heute ein kleinerer Anteil schon einmal Alkohol getrunken als 2004.

âś“ Wahr
2004 hatten 79,9 % der 12- bis 17-Jährigen schon einmal Alkohol getrunken, in den 2022 veröffentlichten Zahlen der BZgA nur noch 63,4 %. Wer nicht trinkt, ist also keine seltene Ausnahme.
Multiple Choice #7 15s â–¶ Testen

Ein Kiosk verkauft einem 17-Jährigen eine Flasche Wodka, „für seinen Vater". Wen trifft das Jugendschutzgesetz?

  • â—Ź Den Kiosk, ihm droht ein hohes BuĂźgeld
  • â—‹ Nur den 17-Jährigen, er hat gelogen
  • â—‹ Niemanden, weil die Flasche fĂĽr den Vater war
Das Jugendschutzgesetz verpflichtet Verkäufer, Wirte und Veranstalter. Wer Spirituosen an Minderjährige abgibt, begeht eine Ordnungswidrigkeit mit Bußgeld bis 50 000 Euro (§ 28). Eine Ausrede ändert an der Abgabe nichts.