Kollagen und Schmoren
Collagen and Braising
Du schmorst ein kollagenreiches Stück, bis es zart ist, und weißt, warum das Stunden dauert. Zwischen 53 und 63 °C schrumpft das Kollagen und presst Saft aus den Fasern — das Fleisch wird erst einmal zäher. Zu Gelatine löst es sich erst mit der Zeit, spürbar ab etwa 70 °C und schnell nahe 90 °C (Tornberg 2005). Darum bleibt die Flüssigkeit knapp unter dem Sieden, und die Gabel entscheidet, nicht die Uhr. Das verhindert „stärker kochen, schneller fertig“: Sprudeln macht die Fasern trocken und strähnig. Bereitet Schmorgerichte für den Hauptgang und den Jus aus dem Schmorsud vor.
Voraussetzungen (1)
Ein Schmorbraten, der sprudelnd kocht, wird in der halben Zeit genauso saftig wie einer, der leise simmert.
Dein Schmorsud ist über Nacht im Kühlschrank fest geworden wie Götterspeise. Das ist ein gutes Zeichen.
Die Ochsenbacken sind fertig, im Topf bleibt reichlich Schmorsud. Was machst du damit?
Dein Gulasch köchelt seit 40 Minuten leise. Du probierst ein Stück: fest und zäh. Was tust du?
Die angebratene Rinderschulter liegt halb im Fond. Wie heiß hältst du die Flüssigkeit für die nächsten zwei Stunden?
Die Lammhaxe schmort seit zwei Stunden. Du stichst mit einer Fleischgabel hinein. Wann nimmst du sie heraus?
Nach einer Viertelstunde misst du im Schmorstück 60 °C und drückst darauf: Es ist fester als roh, und Saft tritt aus. Was passiert gerade?
Dein Gulasch ist gabelzart. Du lässt es trotzdem noch drei Stunden weiterschmoren — schaden kann das ja nicht.
Zwei Töpfe Gulasch aus derselben Schulter: Der eine simmert bei etwa 90 °C, der andere steht bei 70 °C. Der zweite braucht bis zur Gabelprobe deutlich länger.
Ein Restaurant gart Rinderbacke 36 Stunden bei 65 °C im Wasserbad. Sie wird zart, obwohl sie nie 70 °C erreicht. Wie geht das?
Ein StĂĽck Rinderschulter wird im Schmortopf langsam heiĂźer. In welcher Reihenfolge passiert das?
Im Schnellkochtopf ist dein Gulasch schon nach etwa 45 Minuten zart. Wie ist das möglich?