Wer schuldet was? – Pflichten aus dem Kaufvertrag

Who Owes What? – Duties under a Sales Contract

Wirtschaft und Recht Klasse 9 15 Aufgaben
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Die Lernenden lesen § 433 BGB als Liste von vier Pflichten und ordnen sie an Maras Rennrad zu: Der Verkäufer muss die Sache übergeben und das Eigentum verschaffen, und zwar frei von Sach- und Rechtsmängeln; die Käuferin muss den vereinbarten Preis zahlen und die Sache abnehmen. Sie erkennen, dass die Pflichten mit der Annahme entstehen, nicht mit dem Bezahlen, und dass „Übergeben“ und „Eigentum verschaffen“ zwei Pflichten sind. Verdrängt werden „nur der Käufer muss etwas tun“ und „gekauft ist, was übergeben ist“ – das Bild vom Laden ohne eigene Pflichten, das Berti & Bombi (1988) bei jüngeren Kindern beschreiben. Ziel: das Trennungsprinzip im nächsten Abschnitt (wie die Pflichten erfüllt werden) und Kurs 4, wo die verletzte Pflicht „mangelfrei“ die Rechte des Käufers auslöst (§ 437 BGB).

Wer schuldet was?

„Abgemacht.“ Mit diesem Wort von Herrn Yilmaz steht der Kaufvertrag über das Rennrad, 300 €, davon 260 € sofort und zwei Raten zu 20 €. Bezahlt hat Mara in diesem Moment noch keinen Cent, und das Rad steht noch im Laden. Trotzdem hat sich etwas verändert: Beide schulden jetzt etwas. Was genau, steht in einer einzigen Vorschrift:

„(1) Durch den Kaufvertrag wird der Verkäufer einer Sache verpflichtet, dem Käufer die Sache zu übergeben und das Eigentum an der Sache zu verschaffen. Der Verkäufer hat dem Käufer die Sache frei von Sach- und Rechtsmängeln zu verschaffen. (2) Der Käufer ist verpflichtet, dem Verkäufer den vereinbarten Kaufpreis zu zahlen und die gekaufte Sache abzunehmen.“
— § 433 BGB

Lies die Vorschrift als Liste. Herr Yilmaz schuldet zweierlei: das Rad übergeben – Mara bekommt es in die Hand – und Mara das Eigentum verschaffen – das Rad soll ihr rechtlich gehören. Mara schuldet ebenfalls zweierlei: den vereinbarten Preis zahlen, also 300 € und nicht die 260 € vom Schild, und das Rad abnehmen, also abholen, wenn es bereit ist. Was Mara schuldet, kann Herr Yilmaz verlangen, und umgekehrt. Alles, was die beiden nicht vereinbart haben, schuldet niemand. Sortiere in der Figur.

  • Herr Yilmaz schuldet
  • Mara schuldet
  • schuldet niemand
  • Das Rad an Mara ĂĽbergeben
  • Mara zur EigentĂĽmerin des Rads machen
  • DafĂĽr sorgen, dass Bremsen und Schaltung funktionieren
  • 300 € zahlen – 260 € sofort, dann zwei Raten zu 20 €
  • Das Rad am vereinbarten Samstag abholen
  • Nur die 260 € vom Schild zahlen
  • Das Rad kostenlos zu Mara nach Hause bringen
  • Einen Fahrradhelm gratis dazugeben
Tippe eine Handlung an und dann das passende Feld. Drücke „Prüfen“: Welche zwei Pflichten von Herrn Yilmaz stecken in Satz 1?

Mangelfrei – und was „Eigentum verschaffen“ heißt

Der zweite Satz von Absatz 1 verlangt mehr als irgendein Rad: Es muss frei von Sach- und Rechtsmängeln sein. Einen Sachmangel hätte das Rad, wenn die Bremsen nicht greifen oder die Schaltung klemmt. Einen Rechtsmangel hätte es, wenn ein anderer Rechte daran hat – etwa weil es gestohlen ist und dem Bestohlenen gehört. Dann könnte Herr Yilmaz Mara auch kein Eigentum verschaffen, selbst wenn er ihr das Rad in die Hand drückt. Was Mara tun kann, wenn das Rad einen Mangel hat, ist das Thema von Kurs 4.

Herr Yilmaz will die Bremsbeläge noch tauschen. Die beiden verabreden: Mara zahlt heute die 260 € und holt das Rad am nächsten Samstag ab; die zwei Raten folgen in den beiden Monaten danach. Am Abend sagt Mara zu ihrer Mutter: „Ich hab schon 260 € bezahlt, also gehört es mir.“ Stimmt das? Das Rad steht ja noch im Laden.

Leicht
Multiple Choice #1 20s â–¶ Testen

Lea (18) kauft bei einem Händler ein gebrauchtes Handy für 150 €. Was schuldet der Händler aus dem Kaufvertrag?

  • â—Ź Das Handy ĂĽbergeben und Lea das Eigentum daran verschaffen
  • â—‹ Nur das Handy ĂĽbergeben – wem es gehört, ist Nebensache
  • â—‹ Nur Leas Geld annehmen und eine Quittung schreiben
§ 433 Abs. 1 Satz 1 BGB nennt zwei Pflichten des Verkäufers: die Sache übergeben und das Eigentum verschaffen. Lea soll das Handy nicht nur haben, es soll ihr auch gehören. Stand 2026.
Wahr / Falsch #2 15s â–¶ Testen

Herr Wolf verkauft Frau Lenz sein Klavier. Es reicht, wenn er es in ihr Wohnzimmer stellt – Eigentümer des Klaviers darf er bleiben.

âś“ Falsch
Falsch. Der Verkäufer schuldet neben der Übergabe auch, dem Käufer das Eigentum zu verschaffen (§ 433 Abs. 1 Satz 1 BGB). Ein Klavier, das nur im Wohnzimmer steht, wäre eher geliehen als verkauft. Stand 2026.
Multiple Choice #3 25s â–¶ Testen

Jonas kauft bei einer Händlerin einen gebrauchten Laptop, beschrieben als „voll funktionsfähig“. Welche Übergabe erfüllt die Pflicht der Händlerin?

  • â—Ź Der Laptop startet und läuft wie beschrieben
  • â—‹ Der Laptop startet nicht, weil das Netzteil defekt ist
  • â—‹ Der Laptop läuft, gehört aber noch der Firma, die ihn verleast hat
Die Sache muss frei von Sachmängeln (sie ist so, wie vereinbart) und frei von Rechtsmängeln (kein Dritter hat Rechte daran) sein (§ 433 Abs. 1 Satz 2 BGB). Das defekte Netzteil ist ein Sachmangel, die Leasingfirma ein Rechtsmangel. Stand 2026.
Wahr / Falsch #4 15s â–¶ Testen

Ben (18) kauft eine neue Spielkonsole; der mitgelieferte Controller ist defekt. Weil Ben die Konsole bekommen hat und ihr Eigentümer ist, hat der Verkäufer seine Pflichten vollständig erfüllt.

âś“ Falsch
Falsch. Der Verkäufer muss die Sache auch frei von Sachmängeln verschaffen (§ 433 Abs. 1 Satz 2 BGB). Ein defekter Controller ist ein Sachmangel – welche Rechte Ben dann hat, behandelt Kurs 4. Stand 2026.
Multiple Choice #5 20s â–¶ Testen

Mila (18) kauft im Möbelhaus ein Sofa für 400 €; vereinbart ist, dass sie es am Samstag selbst abholt. Was schuldet Mila aus dem Kaufvertrag?

  • â—Ź 400 € zahlen und das Sofa am Samstag abholen
  • â—‹ Nur die 400 € zahlen – ob sie abholt, ist ihre Sache
  • â—‹ Das Sofa abholen und erst zahlen, wenn es ihr zu Hause gefällt
Die Käuferin schuldet zweierlei: den vereinbarten Kaufpreis zahlen und die gekaufte Sache abnehmen (§ 433 Abs. 2 BGB). Ein „Erst zahlen, wenn es gefällt“ haben die beiden nicht vereinbart. Stand 2026.
Wahr / Falsch #6 15s â–¶ Testen

Ole (19) hat ein gebrauchtes Fahrrad für 150 € gekauft und bezahlt. Ob er es wie vereinbart abholt, ist allein seine Sache – eine Pflicht dazu hat er nicht.

âś“ Falsch
Falsch. Der Käufer muss die gekaufte Sache auch abnehmen (§ 433 Abs. 2 BGB). Der Verkäufer soll das Rad nicht ewig für Ole aufbewahren müssen. Stand 2026.
Mittel
LĂĽckentext #1 15s â–¶ Testen

Der Verkäufer muss dem Käufer die Sache übergeben und das ___ an der Sache verschaffen (§ 433 Abs. 1 BGB).

âś“ Antwort: Eigentum
§ 433 Abs. 1 Satz 1 BGB: Der Verkäufer ist verpflichtet, „dem Käufer die Sache zu übergeben und das Eigentum an der Sache zu verschaffen.“
LĂĽckentext #2 20s â–¶ Testen

Der Verkäufer hat dem Käufer die Sache frei von Sach- und ___ zu verschaffen (§ 433 Abs. 1 Satz 2 BGB).

✓ Antwort: Rechtsmängeln
Sachmangel: Die Sache selbst ist nicht so, wie vereinbart. Rechtsmangel: Ein Dritter hat Rechte an ihr, etwa der EigentĂĽmer einer gestohlenen Sache.
LĂĽckentext #3 15s â–¶ Testen

Der Käufer ist verpflichtet, den vereinbarten Kaufpreis zu zahlen und die gekaufte Sache ___ (§ 433 Abs. 2 BGB).

âś“ Antwort: abzunehmen
§ 433 Abs. 2 BGB: „Der Käufer ist verpflichtet, dem Verkäufer den vereinbarten Kaufpreis zu zahlen und die gekaufte Sache abzunehmen.“
Zahleneingabe #4 15s â–¶ Testen

§ 433 BGB hat zwei Absätze. In welchem Absatz stehen die Pflichten des Käufers?

âś“ Antwort: 2
Absatz 1 regelt die Pflichten des Verkäufers (übergeben, Eigentum verschaffen, mangelfrei), Absatz 2 die des Käufers (zahlen, abnehmen).
Schwer
Multiple Choice #1 35s â–¶ Testen

Am Montag einigt sich Frau Sommer mit Jonas (19) über ihre Kamera für 200 €, Abholung und Zahlung am Mittwoch. Am Dienstag bietet ein anderer 250 €. Darf Frau Sommer die Kamera an ihn verkaufen und übergeben?

  • â—Ź Nein – seit Montag schuldet sie Jonas Ăśbergabe und Eigentum
  • â—‹ Ja – Jonas hat ja noch nicht bezahlt
  • â—‹ Ja – bis zur Abholung ist noch alles offen
Die Pflichten aus § 433 Abs. 1 BGB entstehen mit dem Vertragsschluss am Montag, nicht mit Zahlung oder Abholung. Übergibt sie die Kamera einem anderen, kann sie ihre Pflicht gegenüber Jonas nicht mehr erfüllen und macht sich ihm gegenüber schadensersatzpflichtig. Stand 2026.
Multiple Choice #2 35s â–¶ Testen

Tobias (20) verkauft Ida ein Fahrrad, das er selbst gestohlen hat, und ĂĽbergibt es ihr. Hat Tobias seine Pflichten aus dem Kaufvertrag erfĂĽllt?

  • â—Ź Nein – Ida wird so nicht EigentĂĽmerin; das Rad gehört weiter dem Bestohlenen
  • â—‹ Ja – er hat das Rad ĂĽbergeben, mehr schuldet er nicht
  • â—‹ Ja – Ida hat das Rad ja in der Hand und kann es benutzen
An gestohlenen Sachen kann man kein Eigentum erwerben, auch nicht gutgläubig (§ 935 BGB). Tobias hat übergeben, aber das Eigentum nicht verschafft (§ 433 Abs. 1 BGB) – das Rad hat einen Rechtsmangel. Stand 2026.
Multiple Choice #3 30s â–¶ Testen

Herr Ahmadi (40) kauft bei einem Gebrauchtwagenhändler ein Auto. Welcher der drei Fälle ist ein Rechtsmangel?

  • â—Ź Das Auto ist als gestohlen gemeldet, und die Polizei stellt es sicher
  • â—‹ Das Auto verliert Ă–l, weil eine Dichtung kaputt ist
  • â—‹ Die Farbe des Autos gefällt Herrn Ahmadi nach einer Woche nicht mehr
Beim Rechtsmangel hat ein Dritter Rechte an der Sache – hier der Bestohlene. Die kaputte Dichtung ist ein Sachmangel. Dass die Farbe nicht mehr gefällt, ist gar kein Mangel: Das Auto ist so, wie vereinbart (§ 433 Abs. 1 Satz 2 BGB). Stand 2026.
Multiple Choice #4 25s â–¶ Testen

An der Lampe im Laden hängt ein Schild „49 €“. Frau Engel (52) handelt und einigt sich mit dem Verkäufer auf 45 €. Bezahlt hat sie noch nicht. Wie viel schuldet sie?

  • â—Ź 45 €
  • â—‹ 49 €
  • â—‹ Nichts, solange sie die Lampe nicht mitgenommen hat
Geschuldet ist der vereinbarte Kaufpreis (§ 433 Abs. 2 BGB) – das Schild war nur eine Einladung. Die Zahlungspflicht entsteht mit dem Vertragsschluss, nicht erst mit dem Mitnehmen. Stand 2026.
KI-bewertete Frage #5 180s â–¶ Testen

Herr Meier verkauft Sophie (19) seinen gebrauchten Drucker für 60 €; sie vereinbaren Abholung und Zahlung am Freitag. Am Freitag kommt Sophie nicht. Am Telefon sagt sie: „Ich hab ihn ja nicht mitgenommen, also muss ich auch nichts zahlen.“ Prüfe in zwei bis vier Sätzen, was Sophie aus dem Kaufvertrag schuldet.

✓ Antwort: Sophie könnte aus dem Kaufvertrag zur Zahlung und Abnahme verpflichtet sein (§ 433 Abs. 2 BGB). Ein Kaufvertrag über den Drucker für 60 € ist durch Antrag und Annahme zustande gekommen. Nach § 433 Abs. 2 BGB muss die Käuferin den vereinbarten Kaufpreis zahlen und die Sache abnehmen; beide Pflichten entstehen mit dem Vertragsschluss, nicht erst mit dem Mitnehmen. Sophie schuldet also 60 € und muss den Drucker abholen.
Käuferpflichten nach § 433 Abs. 2 BGB: zahlen und abnehmen – ab Vertragsschluss. Nicht abholen befreit nicht vom Zahlen. Stand 2026.