Wann der Vertrag entsteht

The moment a contract exists

Wirtschaft und Recht Klasse 9 20 Aufgaben
RechtVertragWillenserklärungKaufvertragKerncurriculum

Ein Kaufvertrag entsteht in einem Moment, den man benennen kann: dort, wo zwei übereinstimmende Willenserklärungen zusammentreffen — Antrag und Annahme (§§ 145, 147 BGB, Stand 2026). Die Schülerin bekommt einen konkreten Vorgang — Schaufenster, Warenkorb, Handschlag auf dem Flohmarkt, Getränkeautomat, Zuschlag bei einer Versteigerung — und sagt, in welchem Moment der Vertrag zustande gekommen ist, oder dass er es nicht ist. Verdrängt wird dabei die Vorstellung, der ausgezeichnete Preis sei eine feste Tatsache der Welt statt der Zug einer Seite — dieselbe Vorstellung, die Berti & Bombi (1988) und Leiser, Sevón & Lévy (1990) bei jüngeren Kindern als Bild vom Laden ohne eigene Entscheidung beschreiben und die als „das Preisschild ist ein bindendes Angebot“ bis in die Oberstufe überlebt; rechtlich ist die Auslage nur eine Einladung, ein Angebot abzugeben (invitatio ad offerendum). Dazu gehören die Fristen der Annahme (§§ 146–150 BGB: sofort unter Anwesenden, Ablehnung und Annahme mit Änderungen beenden den Antrag) und die Formfreiheit — „mündlich gilt nicht“ ist der zweite verdrängte Irrtum. Vorbereitet werden damit wirtschaft-und-recht.recht.pflichten-aus-dem-kaufvertrag und wirtschaft-und-recht.grade9.geschaeftsfaehigkeit-stufen: beide setzen voraus, dass der Zeitpunkt des Vertragsschlusses feststeht.

Das Schild im Schaufenster

„Aber es steht doch dran!“ Mara zeigt auf das Schild: 260 €. Für sie ist die Sache klar – der Laden hat 260 € gesagt, sie hat „Das nehme ich!“ gesagt. Ein Vertrag braucht tatsächlich genau zwei übereinstimmende Willenserklärungen: einen Antrag und dessen Annahme. Wer den Antrag macht, ist daran gebunden:

„Wer einem anderen die Schließung eines Vertrags anträgt, ist an den Antrag gebunden, es sei denn, dass er die Gebundenheit ausgeschlossen hat.“
— § 145 BGB

War das Schild also der Antrag des Ladens? Dann wäre Herr Yilmaz an jeden gebunden, der vorbeikommt – auch an drei Kundinnen, die das eine Rad gleichzeitig wollen, und an jeden Tippfehler. Das will kein Laden, und das versteht auch kein Kunde so. Das Schild ist deshalb nur eine Einladung, einen Antrag abzugeben (lateinisch invitatio ad offerendum). Dasselbe gilt für Regale, Kataloge und die Seiten eines Onlineshops. Den Antrag macht die Kundin: Maras „Das nehme ich!“ ist ein Antrag über das Rad für 260 €. Herr Yilmaz kann ihn annehmen oder ablehnen. Sortiere die Schritte von Maras Samstag in der Figur.

  • Einladung
  • Antrag
  • Annahme
  • keine Willenserklärung
  • Das Schild „260 €“ am Rennrad im Schaufenster
  • Mara: „Das nehme ich!“
  • Herr Yilmaz: „Das Rad kostet 360 €.“
  • Mara: „300 € – 260 € sofort, den Rest in zwei Raten?“
  • Herr Yilmaz: „Abgemacht.“
  • Dasselbe Rad mit Preis auf der Website des Ladens
  • Automatische Mail: „Wir haben Ihre Bestellung erhalten.“
Tippe einen Schritt an und dann das passende Feld. Drücke „Prüfen“: Welche Äußerung von Herrn Yilmaz ist die Annahme – und warum nicht die erste?

Ein Nein, ein neuer Antrag – und ein Handschlag

Herrn Yilmaz' „Das Rad kostet 360 €“ nimmt Maras Antrag nicht an. Ein abgelehnter Antrag erlischt (§ 146 BGB), und wer mit Änderungen antwortet, lehnt ab und macht zugleich einen neuen Antrag (§ 150 Abs. 2 BGB). Nun liegt der Ball bei Mara. Sie antwortet wieder mit einer Änderung: 300 €, davon 260 € sofort, der Rest in zwei Raten zu 20 €. Wieder ein neuer Antrag. Herr Yilmaz überlegt kurz und sagt „Abgemacht.“ Das ist die Annahme, ohne Änderung, und in diesem Moment ist der Kaufvertrag geschlossen – über 300 €, mit Raten.

Hätte Herr Yilmaz erst geschwiegen und am nächsten Tag zugesagt, wäre es zu spät gewesen: Einen Antrag unter Anwesenden kann man „nur sofort“ annehmen (§ 147 Abs. 1 BGB), Schweigen ist keine Annahme, und wer eine Frist setzt, bindet sich genau so lange (§ 148 BGB).

Unterschrieben haben die beiden nichts. Das macht nichts: Ein Kaufvertrag ist formfrei. Er gilt mündlich, per Handschlag, per Chat oder schlüssig genauso wie auf Papier. Eine Form verlangt das Gesetz nur in Sonderfällen, etwa die notarielle Beurkundung beim Kauf eines Grundstücks (§ 311b BGB). Schriftlich ist trotzdem klüger, weil man es dann beweisen kann. Mara und Herr Yilmaz haben jetzt einen Vertrag. Aber was genau schuldet jetzt wer – und muss Mara das Rad sofort mitnehmen?

Leicht
Multiple Choice #1 30s â–¶ Testen

Im Schaufenster hängt eine Jacke mit dem Preisschild 79 €. Mia geht hinein, legt die Jacke auf die Theke und sagt „Die nehme ich“. Die Verkäuferin sagt „Gern“ und tippt sie in die Kasse. In welchem Moment kommt der Kaufvertrag zustande?

  • â—Ź Als die Verkäuferin „Gern“ sagt
  • â—‹ Als die Jacke mit dem Preisschild 79 € im Schaufenster hängt
  • â—‹ Als Mia an der Kasse die 79 € bezahlt
Das Preisschild im Schaufenster bindet den Laden nicht — es lädt nur ein, ein Angebot abzugeben. Den Antrag macht Mia mit „Die nehme ich“, die Annahme kommt von der Verkäuferin. Zwei übereinstimmende Willenserklärungen, mehr braucht es nicht (§§ 145, 147 BGB). Das Bezahlen erfüllt den Vertrag nur noch.
Multiple Choice #2 25s â–¶ Testen

Auf dem Flohmarkt bietet Tom sein Fahrrad für 120 € an. Jana sagt „Abgemacht“, beide geben sich die Hand. Aufgeschrieben wird nichts; bezahlt und abgeholt wird erst am Abend. In welchem Moment kommt der Kaufvertrag zustande?

  • â—Ź Als Jana „Abgemacht“ sagt und einschlägt
  • â—‹ Als Jana am Abend die 120 € bezahlt
  • â—‹ Als Jana am Abend das Fahrrad mitnimmt
Ein Kaufvertrag braucht weder Papier noch Unterschrift; zwei übereinstimmende Willenserklärungen genügen (§§ 145, 147 BGB). Toms Antrag und Janas Annahme treffen am Stand zusammen — ab da schuldet Tom das Rad und Jana die 120 € (§ 433 BGB). Zahlen und Übergeben kommen danach.
Multiple Choice #3 25s â–¶ Testen

Am Waffelstand des Schulfests hängt ein Schild „Waffel 1,50 €“. Sina ruft: „Zwei Waffeln bitte!“ Der Schüler hinter dem Stand sagt „Kommt sofort“ und gießt Teig in das Eisen. In welchem Moment kommt der Kaufvertrag zustande?

  • â—Ź Als der SchĂĽler „Kommt sofort“ sagt
  • â—‹ Als Sina die 3 € auf den Tresen legt
  • â—‹ Als Sina die beiden Waffeln in die Hand bekommt
Das Schild lädt nur ein, Sinas Ruf ist der Antrag, das „Kommt sofort“ die Annahme. Ab diesem Moment schuldet der Stand zwei Waffeln und Sina 3 € (§ 433 BGB) — auch wenn noch niemand etwas bezahlt oder übergeben hat.
Multiple Choice #4 30s â–¶ Testen

Der Nachbar schreibt Lukas einen Zettel: „Ich verkaufe dir meinen Verstärker für 90 €, sag mir bis Sonntag Bescheid.“ Am Samstag antwortet Lukas: „Ja, ich nehme ihn.“ Überwiesen wird am Montag. In welchem Moment kommt der Kaufvertrag zustande?

  • â—Ź Als Lukas am Samstag „Ja, ich nehme ihn“ schreibt
  • â—‹ Als der Nachbar den Zettel schreibt
  • â—‹ Als Lukas am Montag die 90 € ĂĽberweist
Hier ist der Zettel wirklich ein Antrag: Der Nachbar nennt Sache, Preis und eine Frist und bindet sich bis Sonntag (§§ 145, 148 BGB). Lukas’ Ja am Samstag ist die Annahme innerhalb der Frist. Die Überweisung erfüllt den Vertrag nur.
Wahr / Falsch #5 20s â–¶ Testen

In der Auslage der Buchhandlung liegt ein Bildband mit dem Schild „24,90 €“. Weil das Schild dort liegt, muss die Buchhandlung Jonas den Bildband für 24,90 € verkaufen.

âś“ Falsch
Nein. Die Auslage ist kein Antrag, sondern eine Einladung, ein Angebot abzugeben. Die Buchhandlung darf ablehnen — etwa weil der Bildband das letzte Ausstellungsstück ist oder der Preis veraltet ist (§ 145 BGB).
Wahr / Falsch #6 20s â–¶ Testen

Herr Ott verkauft Frau Baur am Gartenzaun seinen Rasenmäher für 80 €; beide sagen zu, aufgeschrieben wird nichts. Trotzdem ist ein wirksamer Kaufvertrag entstanden.

âś“ Wahr
Ja. Der Kaufvertrag ist formfrei — er braucht keine Schrift und keine Unterschrift. Schriftform verlangt das Gesetz nur in Sonderfällen, etwa beim Grundstückskauf (§ 311b BGB). Schriftlich ist trotzdem klüger: Man kann es beweisen.
Wahr / Falsch #7 20s â–¶ Testen

Emma hat eine Tasche in den Warenkorb eines Onlineshops gelegt und den Browser dann geschlossen, ohne zu bestellen. Damit ist ein Kaufvertrag ĂĽber die Tasche entstanden.

âś“ Falsch
Nein. Der Warenkorb ist eine Merkliste, keine Willenserklärung. Erst der Klick auf die Schaltfläche „Zahlungspflichtig bestellen“ (§ 312j Abs. 3 BGB) wäre Emmas Antrag gewesen — und auch dann fehlte noch die Annahme des Shops (§§ 145, 147 BGB).
Mittel
LĂĽckentext #1 20s â–¶ Testen

Das Preisschild im Schaufenster bindet den Laden nicht. Es ist noch kein Antrag, sondern nur eine ___, ein Angebot abzugeben.

âś“ Antwort: Einladung
Juristisch heißt das invitatio ad offerendum — Einladung zur Abgabe eines Angebots. Den Antrag macht deshalb die Kundin, angenommen wird er vom Laden.
LĂĽckentext #2 15s â–¶ Testen

Tom bietet sein Rad für 120 € an, Jana sagt „Abgemacht“. Damit liegen zwei übereinstimmende ___ vor, und der Vertrag steht.

✓ Antwort: Willenserklärungen
Antrag und Annahme sind die beiden Willenserklärungen (§§ 145, 147 BGB). Ob dabei Geld fließt oder etwas übergeben wird, spielt für das Zustandekommen keine Rolle.
LĂĽckentext #3 20s â–¶ Testen

Für einen gewöhnlichen Kaufvertrag schreibt das Gesetz keine bestimmte Form vor – er ist ___.

âś“ Antwort: formfrei
Kaufverträge sind formfrei: mündlich, per Handschlag, per Chat oder schlüssig genügt. Eine Form verlangt das Gesetz nur in Sonderfällen, etwa beim Grundstückskauf (§ 311b BGB). Stand 2026.
LĂĽckentext #4 20s â–¶ Testen

Eine Annahme mit Änderungen gilt als Ablehnung, verbunden mit einem neuen ___ (§ 150 Abs. 2 BGB).

âś“ Antwort: Antrag
§ 150 Abs. 2 BGB: „Eine Annahme unter Erweiterungen, Einschränkungen oder sonstigen Änderungen gilt als Ablehnung verbunden mit einem neuen Antrag.“ Jetzt muss die andere Seite annehmen.
Schwer
Multiple Choice #1 30s â–¶ Testen

Tim legt am Regal Kekse in den Einkaufswagen; sie sind mit 1,49 € ausgezeichnet. An der Kasse zeigt das Display 1,99 €; der Kassierer sagt: „Das Regalschild ist alt.“ In welchem Moment kommt der Kaufvertrag zustande?

  • â—Ź Erst wenn sich Tim und der Kassierer auf einen Preis einigen
  • â—‹ Schon als die Kekse mit 1,49 € am Regal standen
  • â—‹ Als Tim die Kekse in den Einkaufswagen gelegt hat
Das Regalschild ist kein Antrag, sondern eine Einladung — deshalb kann der Laden nicht auf 1,49 € festgenagelt werden. Den Antrag macht Tim an der Kasse, und er darf die Kekse auch einfach liegen lassen. Solange keine Einigung da ist, gibt es keinen Vertrag (§ 145 BGB).
Multiple Choice #2 35s â–¶ Testen

Ben legt Turnschuhe in den Warenkorb und klickt auf „Zahlungspflichtig bestellen“. Sofort kommt die automatische E-Mail „Wir haben deine Bestellung erhalten“. In den AGB des Shops steht: „Der Vertrag kommt mit unserer Versandbestätigung zustande.“ Zwei Tage später kommt die Versandbestätigung. In welchem Moment kommt der Kaufvertrag zustande?

  • â—Ź Mit der Versandbestätigung zwei Tage später
  • â—‹ Mit dem Klick auf „Zahlungspflichtig bestellen“
  • â—‹ Mit dem Legen der Turnschuhe in den Warenkorb
Der Klick ist Bens Antrag. Die automatische E-Mail bestätigt nur, dass die Bestellung angekommen ist — das schreibt § 312i Abs. 1 Nr. 3 BGB vor, eine Annahme ist es nicht. Angenommen hat der Shop laut seinen eigenen AGB erst mit der Versandbestätigung. Der Warenkorb ist überhaupt keine Willenserklärung.
Multiple Choice #3 30s â–¶ Testen

Am Bahnhof steht ein Getränkeautomat, eine Flasche Wasser kostet 2 €. Lena wirft zwei Euromünzen ein und drückt die Taste; die Flasche fällt ins Ausgabefach. In welchem Moment kommt der Kaufvertrag zustande?

  • â—Ź Als Lena die 2 € einwirft und die Taste drĂĽckt
  • â—‹ Als der Automat aufgestellt und mit Flaschen befĂĽllt wird
  • â—‹ Als die Flasche in das Ausgabefach fällt
Hier ist das Aufstellen des befüllten Automaten ausnahmsweise schon der Antrag — er richtet sich an jeden, der zahlt. Lena nimmt ihn an, indem sie einwirft und drückt. Das Herausfallen der Flasche ist bereits die Erfüllung. Der Unterschied zum Schaufenster: Der Automat verkauft ohne weitere Entscheidung, die Auslage lädt nur ein.
Multiple Choice #4 25s â–¶ Testen

Bei einer Versteigerung im Auktionshaus ruft der Auktionator eine Gitarre auf. Nils bietet 300 €, niemand bietet höher, der Auktionator lässt den Hammer fallen. In welchem Moment kommt der Kaufvertrag zustande?

  • â—Ź Mit dem Zuschlag des Auktionators
  • â—‹ Mit Nils’ Gebot von 300 €
  • â—‹ Mit dem Aufruf der Gitarre durch den Auktionator
Bei der Versteigerung kommt der Vertrag durch den Zuschlag zustande (§ 156 BGB). Ein Gebot ist nur der Antrag — es erlischt, sobald jemand höher bietet oder die Versteigerung ohne Zuschlag endet. Der Aufruf lädt zum Bieten ein.
Multiple Choice #5 30s â–¶ Testen

Beim Fahrradhändler steht ein gebrauchtes Rad mit dem Schild 200 €. Ella sagt: „Ich nehme es für 150 €.“ Der Händler überlegt und sagt nichts. In welchem Moment kommt der Kaufvertrag zustande?

  • â—Ź Noch gar nicht — der Händler hat nichts angenommen
  • â—‹ Als Ella „Ich nehme es fĂĽr 150 €“ sagt
  • â—‹ Als das Rad mit 200 € ausgezeichnet wurde
Ellas Satz ist selbst ein Antrag über 150 € — das Preisschild war ja nur eine Einladung. Es fehlt die zweite Willenserklärung: Schweigen ist im Rechtsverkehr grundsätzlich keine Annahme, und ein Antrag unter Anwesenden kann ohnehin nur sofort angenommen werden (§ 147 Abs. 1 BGB).
Multiple Choice #6 30s â–¶ Testen

Der Händler bietet Ella das Rad für 180 € an. Ella sagt „Nein, zu teuer“ und geht. Zehn Minuten später kommt sie zurück: „Doch, ich nehme es für 180 €.“ Der Händler sagt: „Jetzt nicht mehr.“ In welchem Moment kommt der Kaufvertrag zustande?

  • â—Ź Gar nicht — mit Ellas Nein war das Angebot erloschen
  • â—‹ Als Ella zurĂĽckkommt und „Ich nehme es“ sagt
  • â—‹ Als der Händler die 180 € genannt hat
Ein abgelehnter Antrag erlischt (§ 146 BGB). Ellas späteres „Ich nehme es“ ist ein neuer Antrag, und den darf der Händler ablehnen. Unter Anwesenden gilt außerdem: Ein Antrag muss sofort angenommen werden (§ 147 Abs. 1 BGB).
Zahleneingabe #7 35s â–¶ Testen

Am Kiosk passiert an einem Vormittag Folgendes. Erster Kunde: legt eine Zeitung hin, der Verkäufer tippt sie ein und nimmt das Geld. Zweiter Kunde: nimmt eine Zeitung in die Hand, liest die Schlagzeile, legt sie zurück. Dritter Kunde: legt zwei Brötchen hin, der Verkäufer nickt und packt sie ein, bezahlt wird morgen. Wie viele Kaufverträge sind zustande gekommen?

âś“ Antwort: 2
Beim ersten und beim dritten Kunden treffen Antrag und Annahme zusammen — beim dritten auch ohne Zahlung, denn Zahlen ist Erfüllung, nicht Vertragsschluss. Der zweite Kunde hat nur eine Ware angefasst und keine Willenserklärung abgegeben.
Multiple Choice #8 30s â–¶ Testen

Familie Huber einigt sich an einem Tag dreimal per Handschlag, ohne etwas aufzuschreiben. Welcher dieser Kaufverträge ist trotz Einigung NICHT wirksam?

  • â—Ź Der Kauf des NachbargrundstĂĽcks fĂĽr 80 000 €
  • â—‹ Der Kauf eines gebrauchten Autos fĂĽr 8 000 €
  • â—‹ Der Kauf einer E-Gitarre fĂĽr 800 €
Kaufverträge sind formfrei – egal wie teuer. Nur ein Vertrag über ein Grundstück muss notariell beurkundet werden (§ 311b Abs. 1 BGB); ohne Notar ist er nicht wirksam. Auto und Gitarre sind per Handschlag gekauft. Stand 2026.
KI-bewertete Frage #9 200s â–¶ Testen

Im Elektromarkt liegen Kopfhörer mit dem Schild „79 €“. Frau Kaya (34) sagt an der Kasse: „Die nehme ich für 79 €.“ Der Kassierer: „Die kosten inzwischen 99 €.“ Frau Kaya: „Na gut, dann für 99 €.“ Der Kassierer tippt 99 € ein. Prüfe in zwei bis vier Sätzen, ob und zu welchem Preis ein Kaufvertrag zustande gekommen ist.

✓ Antwort: Ein Kaufvertrag könnte durch Antrag und Annahme zustande gekommen sein. Das Schild ist nur eine Einladung, einen Antrag abzugeben; den Antrag über 79 € macht Frau Kaya. Der Kassierer nimmt ihn nicht an, sondern lehnt ab und macht einen neuen Antrag über 99 € (§ 150 Abs. 2 BGB). Diesen nimmt Frau Kaya mit „dann für 99 €“ sofort an (§ 147 Abs. 1 BGB). Also ist ein Kaufvertrag über 99 € zustande gekommen.
Auslage = Einladung; Antrag 79 € → Ablehnung mit neuem Antrag 99 € (§ 150 Abs. 2) → Annahme durch Frau Kaya. Vertrag über 99 €. Stand 2026.