Diagramme und Gewinnchancen

25 Minuten · 6 Abschnitte

Die 4a feiert ein Schulfest

Lena zählt die Gäste an jedem Stand. Jonas verkauft Lose für das Glücksrad. Auf der Preisliste steht: 1 Los kostet 50 ct. Am Abend fragt Lena: „Welcher Stand war am beliebtesten?“ Und Jonas überlegt: „Wie gut sind eigentlich die Chancen zu gewinnen?“

In sechs Abschnitten findest du es heraus. Du liest große Diagramme an der Skala, wählst selbst eine Achse, holst Zahlen aus Preislisten und Fahrplänen, vergleichst Gewinnchancen, drehst viele Male am Glücksrad und zählst die Häufigkeiten. Am Ende weißt du: Der Zufall hat kein Gedächtnis.

Große Diagramme lesen

Erst den Schritt finden

Lena zählt beim Schulfest die Gäste an jedem Stand. Es sind viele. Darum geht die Achse nicht in Einerschritten.

Schau zuerst auf die Zahlen an der Achse: 0, 10, 20, 30. Von Linie zu Linie kommen 10 dazu. Das ist der Schritt.

Schieb die rote Leselinie oben auf eine Säule. Die Anzeige sagt dir die Zahl.

Jonas zählt die Linien bis zur Säule Waffeln: 7. Doch jede Linie ist 10, nicht 1. Die Waffeln hatten 70 Gäste.

Zwischen zwei Linien

Die Säule Losbude endet zwischen 40 und 50. Sie endet genau in der Mitte.

Die Säule Losbude endet genau in der Mitte zwischen den Linien 40 und 50: bei 45405045Losbude
Die Mitte zwischen 40 und 50 ist 45.

Frag dich: Wie weit liegt das Ende über der unteren Linie? Bei Zehnerschritten ist die Mitte 5 mehr. Bei Zwanzigerschritten ist sie 10 mehr.

Wie viel mehr?

Wie viele Gäste mehr hatten die Waffeln als das Kinderschminken? Lies beide Säulen ab: 70 und 30.

Säulen Waffeln 70 und Schminken 30. Der Unterschied von 30 bis 70 ist 4001020304050607080WaffelnSchminkenGäste70 − 30 = 40
Der Unterschied ist das Stück zwischen den Säulen.

Dann rechnest du 70 − 30 = 40. Die Waffeln hatten 40 Gäste mehr. Die Antwort ist nicht 70. 70 ist nur die höhere Säule.

Ein Diagramm zeichnen, die Achse wählen

Welcher Schritt passt?

Die Klassen sammeln Pfandflaschen: 4a 60, 4b 85, 4c 40, 4d 75. Lena will ein Säulendiagramm zeichnen. Ihr Blatt hat 12 Kästchen Höhe.

Zuerst wählt sie den Schritt: Wie viel ist ein Kästchen?

Probier die Schritte 5, 10 und 20. Wann passt alles aufs Blatt?

Bei 5 braucht die 4b 17 Kästchen. Das ist zu hoch. Bei 20 sind alle Säulen flach. Bei 10 passt es gut.

Die Achse beginnt bei 0

Jonas spart Platz. Er beginnt seine Achse bei 30. Vergleiche die beiden Diagramme.

Pfandflaschen, die Achse beginnt bei 0 und geht in Zehnerschritten: 4a 60, 4b 85, 4c 40, 4d 754a4b4c4d0102030405060708090
Richtig: Die Achse beginnt bei 0.
Dieselben Pfandflaschen, aber die Achse beginnt bei 30: die Säule 4c ist nur 1 Kästchen hoch, die Säule 4b 5½4a4b4c4d30405060708090
Täuscht: Die Achse beginnt bei 30.

Bei Jonas sieht die 4c winzig aus. Dabei hat sie 40 Flaschen. Darum: Die Achse beginnt bei 0. Jeder Schritt ist gleich groß.

Halbe Kästchen

Die 4b hat 85 Flaschen. Ein Kästchen ist 10.

Eine Säule für 85 bei einem Schritt von 10: 8 ganze Kästchen und ein halbes4b01020304050607080908 + ½
80 sind 8 Kästchen. Die 5 ist ein halbes Kästchen.

Lena zeichnet 8 Kästchen und ein halbes. Lässt du das halbe weg, zeigt die Säule nur 80.

Preislisten, Tabellen und Fahrpläne

Die Preisliste

Am Eingang hängt die Preisliste des Schulfests. Sie ist eine Datenquelle.

Preisliste Schulfest: Waffel 2 €, Saft 1 €, 1 Los 50 ctPreisliste SchulfestPreisWaffel2 €Saft1 €1 Los50 ct
Ein Los kostet 50 ct.

Was kosten 4 Lose? Das steht nicht auf der Liste. Du rechnest es aus.

Leg mehr Lose hin. Was passiert mit dem Preis bei doppelt so vielen Losen?

2 Lose kosten 100 ct, 4 Lose 200 ct, also 2 €. Doppelt so viele Lose kosten doppelt so viel.

Was nicht in der Tabelle steht

Emil schreibt seine Schulstunden in eine Tabelle.

Emils Stundenplan als Tabelle: Montag 6, Dienstag 6, Mittwoch 7, Donnerstag 6, Freitag 6 StundenTagStundenMontag6Dienstag6Mittwoch7Donnerstag6Freitag6
Wie viele Stunden hat Emil in der ganzen Woche?

Die Summe steht nicht da. Emil rechnet: 6 + 6 + 7 + 6 + 6 = 31. Er hat 31 Schulstunden in der Woche.

Der Takt im Fahrplan

Nach dem Fest fahren viele Gäste mit dem Bus. Lena liest den Fahrplan.

Busfahrplan Haltestelle Schule: 14:10, 14:30, 14:50, 15:10Haltestelle Schule14:1014:3014:5015:10
Wie viel Zeit liegt zwischen zwei Bussen?

Von 14:10 bis 14:30 sind es 20 Minuten. Von 14:30 bis 14:50 auch. Der Bus fährt alle 20 Minuten. Über die volle Stunde hinweg zählst du weiter: Eine Stunde hat 60 Minuten.

Gewinnchancen vergleichen

Günstige von allen

Das Glücksrad der Losbude hat 8 gleich große Felder. Bei Gelb gewinnst du. 3 Felder sind gelb.

Glücksrad der Losbude mit 8 gleich großen Feldern: 3 gelb, 5 blau
3 gelbe von 8 Feldern.

Die gelben Felder sind günstig. Deine Gewinnchance ist 3 von 8: 3 günstige von allen 8.

Dreh oft. Wie oft kommt Gelb ungefähr?

Zähl immer zwei Zahlen: die günstigen und alle.

Mehr rote ist nicht immer besser

Lena und Jonas ziehen je eine Kugel. Bei Rot gibt es einen Preis.

Lenas Säckchen: 2 rote und 2 blaue Kugeln. Jonas’ Säckchen: 3 rote und 7 blaue KugelnLenaJonas
Wer zieht eher Rot?

Jonas hat mehr rote. Aber er hat auch viel mehr blaue. Bei Lena ist die Hälfte rot, bei Jonas weniger als die Hälfte. Lena zieht eher Rot.

Leg rote und blaue Kugeln ins Säckchen. Wann ist Rot genau die Hälfte?

Ist das Spiel fair?

Lena und Jonas würfeln. Lena gewinnt bei 1, 2, 3. Jonas gewinnt bei 4, 5, 6.

Würfel 1 bis 6: Lena gewinnt bei 1, 2, 3, Jonas bei 4, 5, 6LenaJonas
Jeder hat 3 von 6 Zahlen.

Beide haben die gleiche Chance. Das Spiel ist fair. Gewinnt Lena nur bei 6, ist es nicht fair, auch wenn sie gewinnen kann.

Ein Zufallsexperiment durchführen

Vorhersagen und prüfen

Am zweiten Glücksrad ist 1 von 4 Feldern rot. Lena will 40-mal drehen. Vorher sagt sie: „Rot kommt etwa 10-mal.“

Glücksrad mit 4 gleich großen Feldern: 1 rot, 3 blau
1 rotes von 4 gleich großen Feldern.

Warum 10? Von je 4 Drehungen trifft etwa eine Rot. 40 sind 10-mal 4. Jetzt prüft Lena es nach. Dreh du auch.

Dreh 40-mal und zähl mit. Kam Rot etwa 10-mal?

Lena bekommt 11-mal Rot. Das passt zu „etwa 10“. Genau 10 muss es nicht sein.

Kurze Serien schwanken

Vier Kinder drehen nur 8-mal. Erwartet sind etwa 2-mal Rot.

Vier Kinder drehen je 8-mal das Rad mit 1 roten von 4 Feldern. So oft kam Rot: Jonas 4, Lena 1, Mia 2, Tom 3KindRot von 8Jonas4Lena1Mia2Tom3
Jedes Kind bekommt etwas anderes.

Jonas hat 4-mal Rot. Ist das Rad kaputt? Nein. Bei wenigen Versuchen schwanken die Zahlen stark.

Viele Versuche zeigen mehr

Was passiert, wenn du immer weiter drehst? Der rote Teil im Streifen zeigt, wie oft Rot kam.

Schieb von 10 bis 400 Drehungen. Wohin wandert die Grenze?

Nach 10 Drehungen kam Rot 5-mal, das ist weit weg. Nach 400 Drehungen kam Rot 101-mal. Die Häufigkeit passt jetzt gut zu 1 von 4 Feldern.

Der Zufall hat kein Gedächtnis

Viermal Rot, und jetzt?

Am letzten Glücksrad sind Rot und Blau gleich groß. Jonas dreht viermal. Viermal kommt Rot.

Vier Drehungen: Rot, Rot, Rot, Rot. Die fünfte ist ein FragezeichenRot1.Rot2.Rot3.Rot4.?5.
Was kommt beim fünften Dreh?

Jonas ruft: „Jetzt muss Blau kommen!“ Lena sagt: „Nein, Rot läuft gerade!“ Beide irren sich. Das Rad hat kein Gedächtnis. Rot und Blau sind wieder gleich wahrscheinlich.

Dreh oft. Achte auf lange Serien. Kommt danach öfter die andere Farbe?

Aber Achtung: Ist ein Feld größer, bleibt es wahrscheinlicher. Kein Gedächtnis heißt nicht, dass alles gleich ist.

Der Würfel weiß nichts

Jonas will eine 6. Er pustet auf den Würfel. Lena hält ihren Glücksbringer fest.

Das hilft nicht. Der Würfel spürt nichts und erinnert sich an nichts. Die 6 hat bei jedem Wurf die Chance 1 von 6. Auch wenn sie lange nicht kam, ist sie nicht „dran“.

Darum ist auch die Reihe 6, 6, 6, 6 genauso wahrscheinlich wie 3, 1, 5, 2. Sie sieht nur weniger zufällig aus.

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Konzepte

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