FlÀcheninhalt und bestimmtes Integral

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Wie groß ist die FlĂ€che unter einer Kurve?

Ein Rechteck misst man mit LĂ€nge mal Breite, ein Dreieck mit der HĂ€lfte davon. Unter der Parabel zwischen x = 0 und x = 2 liegt dagegen ein StĂŒck Ebene mit gebogenem Rand, und dafĂŒr gibt es keine Formel. Eingrenzen lĂ€sst es sich trotzdem: Die Sehne von (0 | 0) nach (2 | 4) liegt ĂŒber der Parabel, also ist die FlĂ€che kleiner als das Dreieck darunter mit . Wie viel kleiner?

Die Idee dieses Kurses: Man legt Rechtecke unter und ĂŒber die Kurve und macht sie immer schmaler. Aus diesem Grenzprozess entsteht das bestimmte Integral. Am Ende verbindet ein Satz es mit der Ableitung aus dem Kurs davor, und die FlĂ€che unter lĂ€sst sich in einer Zeile ausrechnen.

Ober- und Untersummen

Streifen und Untersumme

FĂŒr Rechtecke gibt es eine Formel, fĂŒr die FlĂ€che unter ĂŒber [0 ; 2] nicht. Also zerlegen wir die FlĂ€che in StĂŒcke, die eine haben: Das Intervall wird in n gleich breite Streifen geteilt, und ĂŒber jedem Streifen steht ein Rechteck mit der FlĂ€che Höhe mal Breite. Die Breite heißt wie im Kurs zur Sekante ; bei einem Intervall [a ; b] ist , bei n = 4 Streifen auf [0 ; 2] also 0,5.

Nimmt man als Höhe den kleinsten Funktionswert des Streifens, bleibt das Rechteck unter der Kurve; die Summe heißt Untersumme . Die Funktion steigt, die kleinsten Werte liegen also an den linken RĂ€ndern 0; 0,5; 1 und 1,5: . Die Breite gehört in jeden Summanden. Wer nur die Höhen addiert, erhĂ€lt 3,5, doppelt so viel: Das wĂ€ren Rechtecke der Breite 1, nicht 0,5.

Lies bei n = 4 die vier Höhen an den linken RĂ€ndern ab und prĂŒfe U₄ = 1,75. Erhöhe dann n: Wird die Untersumme grĂ¶ĂŸer oder kleiner?

Die Obersumme

Nimmt man in jedem Streifen den grĂ¶ĂŸten Funktionswert, ragen die Rechtecke ĂŒber die Kurve hinaus: Obersumme . FĂŒr auf [0 ; 2] liegen die grĂ¶ĂŸten Werte rechts: . Die FlĂ€che liegt also zwischen 1,75 und 3,75. Vorsicht: „kleinster Wert“ heißt nicht immer „linker Rand“. Bei einer fallenden Funktion liegt der kleinste Wert rechts, und die Obersumme nimmt die linken RĂ€nder.

Ändere die Streifenzahl n. Wie viele Streifen braucht die Obersumme, um unter 3,2 zu fallen?

Feiner zerlegen

Mit mehr Streifen rĂŒcken beide Summen zusammen. Schiebt man die ZusatzstĂŒcke zwischen Unter- und Obersumme in eine Spalte ĂŒbereinander, fĂŒllen sie bei einer steigenden Funktion genau ein Rechteck der Breite Δx und der Höhe f(b) − f(a). Bei auf [0 ; 2] ist diese Höhe 4 − 0 = 4 und , der Abstand also : 2 bei n = 4, nur 0,2 bei n = 40. FĂŒr jede monotone Funktion gilt .

Erhöhe n und beobachte O − U. Ab welchem n ist der Abstand kleiner als 0,5, und zwischen welchen Werten liegt die FlĂ€che dann?

Der Abstand wird beliebig klein. Zwischen allen Untersummen und allen Obersummen bleibt deshalb genau eine Zahl eingeschlossen. Bisher lag die Parabel ganz ĂŒber der x-Achse, und jede Höhe war positiv. Die Summen rechnen aber mit Funktionswerten, nicht mit LĂ€ngen. Was zĂ€hlen sie, wenn die Kurve unter die Achse taucht?

FlÀchen als Bilanz

Rechtecke unter der Achse

Nimm statt der Parabel die Gerade und bilde dieselben Summen auf [0 ; b]. Links von x = 2 ist f(x) negativ: Die Rechtecke hÀngen unter der Achse, und ihre Höhe ist eine negative Zahl.

Stelle b = 2 und n = 4 ein. Welches Vorzeichen haben Untersumme und Obersumme? Erhöhe dann n: Auf welche Zahl laufen beide zu?

Bei b = 2 und n = 4 hat die Untersumme die Höhen −⁠2; −⁠1,5; −⁠1 und −⁠0,5, also , und die Obersumme ist −⁠1,5. Bei n = 40 sind es −⁠2,05 und −⁠1,95. Ein FlĂ€cheninhalt kann aber nicht negativ sein: Das Dreieck zwischen Gerade und Achse hat die Grundseite 2 und die Höhe 2, also den Inhalt 2. Die Summen rechnen trotzdem richtig, sie zĂ€hlen nur etwas anderes: Höhe mal Breite mit einer negativen Höhe ergibt einen negativen Beitrag.

Daraus wird eine Regel. Ein StĂŒck oberhalb der Achse zĂ€hlt positiv, ein StĂŒck unterhalb zĂ€hlt negativ. Die Summe mit diesen Vorzeichen heißt FlĂ€chenbilanz; man misst sie in FlĂ€cheneinheiten (FE). Bei b = 2 ist die Bilanz −⁠2 FE, der FlĂ€cheninhalt 2 FE.

Bilanz und FlÀcheninhalt

Schiebt man die Grenze b weiter nach rechts, kommt oberhalb der Achse FlĂ€che dazu. Bei b = 6 liegt ĂŒber [2 ; 6] ein Dreieck mit FE oberhalb, ĂŒber [0 ; 2] das Dreieck mit 2 FE unterhalb. Die Bilanz ist , der FlĂ€cheninhalt insgesamt dagegen : DafĂŒr teilt man an der Nullstelle 2 und addiert die BetrĂ€ge der StĂŒcke.

Verschiebe die Grenze b. Bei welchem b ist die Bilanz null, obwohl die FlĂ€che insgesamt grĂ¶ĂŸer als null ist?

Bei b = 4 gleichen sich die beiden Dreiecke aus, jedes hat 2 FE: Die Bilanz ist 0, die FlĂ€che insgesamt 4 FE. „Bilanz 0“ heißt also nicht „keine FlĂ€che“.

Symmetrie als Argument

Ist der Graph punktsymmetrisch zum Ursprung, etwa bei , so gehört zu jedem StĂŒck links ein gleich großes StĂŒck rechts mit dem anderen Vorzeichen. Über [−a ; a] ist die Bilanz dann 0, ohne jede Rechnung. Bei einem achsensymmetrischen Graphen wie klappt das nicht: Beide HĂ€lften liegen oberhalb der Achse und addieren sich.

Punktsymmetrie heißt . FĂŒr gilt : Das StĂŒck ĂŒber [−⁠2 ; 0] liegt oberhalb, sein Spiegelbild ĂŒber [0 ; 2] unterhalb, beide haben 4 FE. Bei a = 2 ist die Bilanz 0 und der FlĂ€cheninhalt insgesamt 8 FE.

Verschiebe a. Warum bleibt die Bilanz bei jedem a null, wÀhrend die FlÀche insgesamt wÀchst?

Bei lagen alle Rechtecke ĂŒber der Achse, bei hĂ€ngen einige darunter. In beiden FĂ€llen laufen Unter- und Obersumme mit wachsendem n auf eine Zahl zu, bei x − 2 auf [0 ; 2] auf −⁠2. Welche Zahl ist es bei auf [0 ; 2], und wie schreibt man sie auf?

Das bestimmte Integral

Der Grenzwert der Summen

Im Kurs zur Sekante wurde der Abstand der beiden Punkte immer kleiner, bis aus der Sekantensteigung die Tangentensteigung wurde: bei an der Stelle 2 aus fĂŒr h gegen 0 die Zahl 4. Dasselbe geschieht jetzt mit den Streifen. FĂŒr auf [0 ; 2] ist , und der Abstand zwischen Untersumme und Obersumme, 8/n, geht mit wachsendem n gegen 0.

Erhöhe n bis 100. Zwischen welchen Werten liegt die FlÀche dann, und auf welche Zahl laufen beide Summen zu?

Bei n = 10 liegen die Summen bei 2,28 und 3,08, bei n = 100 bei 2,6268 und 2,7068. Beide laufen auf dieselbe Zahl zu, auf , und das ist weniger als die 4 aus der Einleitung. Diese Zahl heißt bestimmtes Integral von xÂČ ĂŒber [0 ; 2]:

Gelesen: „Integral von 0 bis 2 ĂŒber xÂČ dx“. Die Zahlen 0 und 2 sind die Grenzen, xÂČ ist der Integrand, und dx nennt die Variable. Sie ist nur ein Platzhalter: . Das Wort „bestimmt“ meint: Die Grenzen sind fest, das Ergebnis ist eine Zahl.

Liegt der Graph teilweise unter der Achse, gilt dieselbe Definition, nur enthalten die Summen negative BeitrĂ€ge. FĂŒr x − 2 auf [0 ; 2] liefen sie bei der FlĂ€chenbilanz auf −⁠2 zu, also ist . Das Integral ist die FlĂ€chenbilanz, nicht der FlĂ€cheninhalt.

Integrale aus FlÀchen

Bei Geraden braucht man keine Summen: Das Integral ist der Inhalt von Rechteck, Dreieck oder Trapez, mit Vorzeichen, wie bei den Dreiecken von x − 2. FĂŒr ist ein Dreieck mit der Grundseite b und der Höhe 2b.

Stelle die Grenze b auf 1, 2 und 3 und lies den Chip ab. Welcher Term in b liefert alle drei Werte?

Der Chip zeigt 1, 4 und 9: Das Dreieck hat den Inhalt . Ein Trapez liest man ebenso: hat die parallelen Seiten 2 und 4 und die Breite 2, also .

Rechenregeln

Weil das Integral eine Bilanz ist, darf man zerlegen. Im Bild teilt der Punkt c das Intervall [0 ; 6] unter x − 2 in zwei StĂŒcke, und die beiden Teile ergeben zusammen das Ganze: .

Verschiebe c zwischen 0 und 6. Wie Àndern sich die beiden Teile, und welcher Chip bleibt gleich?

Bei c = 4 zerfĂ€llt die Bilanz 6 in 0 und 6, bei c = 2 in −⁠2 und 8. Allgemein gilt . Vertauscht man die Grenzen, wechselt das Vorzeichen: , allgemein , und bei gleichen Grenzen ist .

Faktoren und Summen zerlegen sich ebenfalls. Wird die Kurve k-mal so hoch, wird jedes Rechteck der Summen k-mal so hoch, und das Integral auch: . Ebenso gilt . So ist .

VerĂ€ndere k. Gestrichelt bleibt xÂČ stehen: Um welchen Faktor wĂ€chst die FlĂ€che, wenn die Kurve k-mal so hoch wird?

FĂŒr Produkte gilt das nicht: , aber .

Die Integralfunktion

Die obere Grenze wandert

Bei der FlĂ€chenbilanz hast du die Grenze b von verschoben und die Bilanz am Chip abgelesen: −⁠2 bei b = 2, 0 bei b = 4, 6 bei b = 6. Jede dieser Bilanzen wird jetzt ein Punkt: ĂŒber der Stelle x, in der Höhe der Bilanz von 0 bis x. Weil die wandernde Grenze x heißt, bekommt f eine andere Variable: .

Verschiebe x langsam von 0 bis 6. Der violette Punkt hinterlÀsst eine Spur: Bei welchem x liegt sie am tiefsten?

Die Spur ist der Graph einer neuen Funktion. Sie ordnet jedem x die Bilanz zwischen der festen unteren Grenze a und x zu und heißt Integralfunktion:

Gelesen: „I a von x“. Im Bild ist a = 0, und die Werte stehen im Chip: , , und . Achtung: ist die Bilanz bis 1, nicht der Funktionswert . An der unteren Grenze selbst gilt : Ohne Intervall gibt es keine FlĂ€che.

Steigen und Fallen

Die Spur von eben fĂ€llt bis x = 2 und steigt danach. Links von 2 ist f negativ: Jeder Schritt nach rechts fĂŒgt negative FlĂ€che hinzu, und die Integralfunktion fĂ€llt. Rechts von 2 kommt positive FlĂ€che dazu, und sie steigt. Nicht der Anstieg von f entscheidet, sondern sein Vorzeichen: steigt ĂŒberall, und trotzdem fĂ€llt bis 2.

Bei wechselt das Vorzeichen zweimal. Ohne Vorzeichenwechsel gibt es kein Extremum: Bei ist f(0) = 0, aber I steigt davor und danach.

Lass x von 0 bis 4,5 wandern. Wo Ă€ndert die Spur von I₀ ihre Richtung, und was macht f dort?

steigt bis x = 1, fÀllt bis x = 3 und steigt danach wieder: Hochpunkt bei 1 mit , Tiefpunkt bei 3 mit , genau dort, wo f das Vorzeichen wechselt.

Die untere Grenze

Eine andere untere Grenze ergibt eine andere Integralfunktion, aber nur um eine Konstante verschoben. Das folgt aus der Zerlegungsregel fĂŒr Integrale: , also . Der Graph behĂ€lt seine Form und wandert nach oben oder unten, sodass er bei x = a durch null geht.

Beispiel mit der Spur von oben: FĂŒr ist und , also . Beide Graphen sind Parabeln derselben Form, liegt um 2 höher, und .

Stelle a auf 2 und dann auf 4. Um wie viel liegt Iₐ jeweils ĂŒber I₀, und welchen Wert hatte I₀ an der Stelle a?

Die Integralfunktion sammelt FlĂ€che ein, und ihre Spur steigt mal steil, mal flach. Wie schnell wĂ€chst sie, wenn x um ein kleines StĂŒck weiterrĂŒckt?

Der Hauptsatz

Ein schmaler Streifen

Im Kurs zur Ableitung hieß die lokale Änderungsrate: wie schnell sich f genau an der Stelle x₀ Ă€ndert, bei an der Stelle 3 mit . Dieselbe Frage geht jetzt an die Integralfunktion: Wie schnell wĂ€chst die Bilanz, wenn die obere Grenze wandert?

Schiebt man x um h nach rechts, kommt ein Streifen der Breite h dazu; seine FlĂ€che ist der Zuwachs . FĂŒr kleines h ist der Streifen fast ein Rechteck mit der Höhe f(x). Bei und x = 3 ist f(3) = 1: Das Rechteck hat die FlĂ€che 1 · h, und der Streifen ist um ein Dreieck mit den Katheten h und h grĂ¶ĂŸer, also .

Verkleinere h von 1 bis 0,1. Wie groß bleibt der Rest zwischen Streifen und Rechteck, und was macht Rest : h?

Bei h = 0,1 ist der Streifen 0,105 groß, das Rechteck 0,1. Teilt man durch h, wird aus dem Zuwachs ein Differenzenquotient der Funktion I, wie im Kurs zur Sekante:

Bei h = 0,1 ist der Quotient 1,05, bei h = 0,01 schon 1,005. Der Rest wĂ€chst wie hÂČ, der Streifen wie h, und nach dem Teilen durch h bleibt vom Rest nur . Bei einer gekrĂŒmmten Kurve ist der Rest kein Dreieck mehr. Er passt aber in ein KĂ€stchen der Breite h und der Höhe |f(x + h) − f(x)|, und auch diese Höhe schrumpft mit h.

Der Hauptsatz

FĂŒr h gegen 0 wird aus dem Differenzenquotienten die Ableitung, so wie im Kurs zur Sekante aus 4 + h die Steigung 4 wurde. Der Quotient geht dabei gegen f(x). Das ist der Hauptsatz der Differential- und Integralrechnung:

Gelesen: „I a Strich von x ist gleich f von x“. Die Steigung von I an der Stelle x ist der Funktionswert f(x), nicht der Wert I(x). Im Bild liegt die Spur der Integralfunktion, jetzt mit ihrer Tangente: Bei x = 3 hat sie die Steigung 1 = f(3), und bei x = 2 ist sie waagerecht, denn f(2) = 0.

Bewege x. Vergleiche die Tangentensteigung von I₀ mit dem Funktionswert f(x): Wo ist die Tangente waagerecht, wo am steilsten?

Das erklĂ€rt die Form der Integralfunktion mit der Regel aus dem Kurs zur Ableitung: Ist die Ableitung positiv, steigt der Graph; ist sie null, ist die Tangente waagerecht. Weil gilt, steigt I₀, wo f positiv ist, und hat ein Extremum, wo f das Vorzeichen wechselt.

Eine Funktion, deren Ableitung f ist, kennst du aus der Jahrgangsstufe 12 als Stammfunktion von f, etwa zu . Der Hauptsatz sagt: Jede Integralfunktion ist eine Stammfunktion. Zu f(t) = t − 2 gehört , und tatsĂ€chlich ist . Ebenso hat die Ableitung , ohne dass man das Integral ausrechnet.

Integrale mit Stammfunktionen

Stammfunktionen bilden

Die Regel aus der Jahrgangsstufe 12: Bei ganzrationalen Termen erhöht man jeden Exponenten um 1 und teilt durch den neuen Exponenten, . FĂŒr ist , fĂŒr ist es , fĂŒr ist es . Man darf jede Konstante addieren, denn sie fĂ€llt beim Ableiten weg.

Zur Kontrolle leitet man ab, mit der Potenzregel aus dem Kurs zur Ableitung: Mit ist . Die Konstante 5 fÀllt weg, sie könnte also jeden Wert haben.

F(b) − F(a)

Nach dem Hauptsatz ist die Integralfunktion eine Stammfunktion, und zwei Stammfunktionen unterscheiden sich nur um eine Konstante. FĂŒr jede Stammfunktion F gilt daher . Setzt man x = b ein, wird das Integral zur Differenz zweier Funktionswerte, F(b) minus F(a), kurz mit eckigen Klammern geschrieben:

Die Konstante hebt sich auf. Der Grenzwert der Summen ist jetzt eine Zeile: , zwischen den Schranken 1,75 und 3,75 der Streifensummen. Ebenso die Bilanz der Geraden: . Die obere Grenze steht zuerst; eine negative Grenze setzt man in Klammern ein.

VerÀndere die Konstante C. Welche Werte Àndern sich, und welcher bleibt gleich?

Stammfunktion oder Integralfunktion?

Nicht jede Stammfunktion ist eine Integralfunktion. Die Integralfunktion ist die eine Stammfunktion, die bei x = a den Wert 0 hat: . Zu gehören alle ; die Wahl C = 0 ist die Integralfunktion I₀, im Bild gestrichelt.

Stelle C so ein, dass die Kurve durch den Punkt (2 | 0) lÀuft. Welche Integralfunktion ist das?

Nur bei C = 2 ist F(2) = 2 − 4 + 2 = 0: Diese Kurve ist I₂. Die Funktion ist auch eine Stammfunktion, aber bei x = 2 hat sie den Wert 1 statt 0. Die Wahl von a legt also genau eine Stammfunktion fest; wechselt man a, wechselt man die Konstante C.

RĂŒckblick

Die FlĂ€che unter ĂŒber [0 ; 2] aus der Einleitung ist jetzt auf drei Wegen dieselbe Zahl: eingeschlossen von 1,75 und 3,75 bei vier Streifen, als Grenzwert der Summen 8/3 ≈ 2,667 und in einer Zeile als Differenz einer Stammfunktion. Daneben lief die Gerade x − 2 mit: Ihre Rechtecke hingen unter der Achse, ihr Integral ist eine Bilanz, ihre Integralfunktion hat bei der Nullstelle 2 von f ihren Tiefpunkt, und ihre Steigung ist ĂŒberall f.

Vereinfacht wurde einiges: nur gleich breite Streifen, nur stetige Funktionen auf abgeschlossenen Intervallen, nur ganzrationale Stammfunktionen. Weitere Integrationsregeln, die FlĂ€che zwischen zwei Graphen und unbeschrĂ€nkte Intervalle folgen im nĂ€chsten Kurs. Dort kommt auch die Deutung, die der Hauptsatz nahelegt: War die Ableitung die lokale Änderungsrate einer GrĂ¶ĂŸe, so ist das Integral einer Änderungsrate die GesamtĂ€nderung. Fließt Wasser mit f(t) Litern pro Minute zu, ist die Wassermenge, die zwischen den Minuten a und b dazukommt.

Weiter: Integrale berechnen und deuten

Konzepte

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