Die 6b sammelt fĂŒr einen Schulgarten. Im Oktober kommt die HĂ€lfte des Ziels zusammen, im November die HĂ€lfte des Rests. Mia rechnet 1/2 + 1/2 = 1 und meint: geschafft. Ben rechnet 1/2 + 1/2 · 1/2 und kommt auf 3/4. Wer hat recht? Wir lernen, Terme mit mehreren Rechenarten zu gliedern und zu berechnen, im Kopf und geschickt zu rechnen, Anteile von Anteilen zu bestimmen und Sachaufgaben mit einer Skizze zu lösen.
Ben rechnet 21â+21ââ 21â. Der Term hat zwei Rechenzeichen, aber nur einen Namen: Er heiĂt nach seinem letzten Rechenschritt. Zuletzt wird addiert, also ist er eine Summe; das Malzeichen gehört zu einem Summanden. Der Rechenbaum zeigt es: Was zuletzt gerechnet wird, steht ganz oben.
Der Rechenbaum zu Bens Term: Oben steht der letzte Schritt, die Addition (rot). Rechts hÀngt das Produkt 1/2 · 1/2 mit dem Ergebnis 1/4.
Die Teile heiĂen Glieder: bei der Summe Summanden, bei der Differenz Minuend und Subtrahend, beim Produkt Faktoren, beim Quotienten Dividend und Divisor. Ein Glied kann selbst ein Term sein: 1/2 · 1/2 ist ein Produkt mit zwei Faktoren. Ein Bruch, eine gemischte Zahl oder ein Dezimalbruch ist im Baum immer nur ein Blatt. Der Bruchstrich gehört also zur Zahl: 3/4 ist ein Blatt, erst 3/4 : 2 hat ein eigenes Divisionszeichen und damit einen eigenen Knoten.
Klammern und Wörter
Klammern bauen den Baum um: 21â+41ââ 8 ist eine Summe mit dem Wert 2 1/2, (21â+41â)â 8 ein Produkt mit dem Wert 6. Auch in einer gemischten Zahl steckt eine Klammer: 3 · 2 1/2 heiĂt 3 · (2 + 1/2).
Schalte die Klammer ein und aus. Was steht ganz oben im Baum, und wie Àndert sich der Wert?
Aus Wörtern wird ein Term, indem man mit dem letzten Schritt beginnt: âdas Dreifache der Summe von 1/2 und 1/4â ist ein Produkt, also 3â (21â+41â). Bei âdie Differenz aus 1 und 1/4â steht die zuerst genannte Zahl vorn: 1 â 1/4. Das Wort fĂŒr den letzten Schritt â Summe, Differenz, Produkt, Quotient, das Doppelte, die HĂ€lfte â bestimmt die Ă€uĂere Form des Terms. Wie man den Wert eines Terms ausrechnet, zeigt der nĂ€chste Abschnitt.
Der Wert eines Terms folgt seinem Baum: Was unten hĂ€ngt, wird zuerst gerechnet. Daraus ergeben sich die Regeln, die fĂŒr BrĂŒche und DezimalbrĂŒche genauso gelten wie fĂŒr natĂŒrliche Zahlen: Klammern zuerst (verschachtelte von innen nach auĂen), dann Punkt vor Strich, gleichrangige Zeichen von links nach rechts. Bens Term: erst 21ââ 21â=41â, dann 21â+41â=43â. Mit DezimalbrĂŒchen geht es genauso: 0,5 + 0,5 · 0,5 = 0,5 + 0,25 = 0,75. Steht eine Klammer in einer Klammer, beginnt man ganz innen: In 3â (2â(21â+41â)) ist zuerst 1/2 + 1/4 = 3/4 dran, dann 2 â 3/4 = 1 1/4, zuletzt 3 · 1 1/4 = 3 3/4.
Der Baum gehört zu 3/4 â 1/2 · (1/2 + 1/4). Stelle den Regler auf 1, 2 und 3. Welcher Knoten wird jeweils ausgerechnet â und warum gerade dieser?
Bei gleichrangigen Zeichen entscheidet die Reihenfolge: 32â:2â 3 rechnet man von links, also (32â:2)â 3=31ââ 3=1. Wer zuerst 2 · 3 rechnet, hat einen anderen Term vor sich (2/3 : 6 = 1/9).
Fortlaufend rechnen
Bei lĂ€ngeren Termen schreibt man Zeile fĂŒr Zeile: Jede Zeile ist der vorige Term, einen Schritt weitergerechnet, und alle Zeilen haben denselben Wert.
Das Gleichheitszeichen heiĂt: Beide Seiten haben denselben Wert. Ketten, in denen es nur âund dannâ bedeutet, sind falsch. Die Zeilen haben einen praktischen Vorteil: Man findet Fehler, weil jede Zeile fĂŒr sich stimmen muss. Am Ende prĂŒft man grob: 3/4 â 1/2 · 3/4 ist kleiner als 3/4, das Ergebnis 3/8 passt. Jede Zeile entspricht einem Knoten des Rechenbaums: erst die Klammer, dann das Produkt, zuletzt die Differenz. So sieht man jederzeit, wo man in der Rechnung steht.
Falsch und richtig aufgeschrieben: Links steht â4 · 1/2 = 2 + 3/4â, obwohl 4 · 1/2 nicht gleich 2 + 3/4 ist. Rechts hat jede Zeile den Wert 2 3/4.
Im Kopf rechnet man der Reihe nach: Man folgt dem Rechenbaum von unten nach oben und sagt sich jedes Zwischenergebnis vor. Bei 30â43ââ 8 merkt man sich zuerst 3/4 · 8 = 6 und rechnet dann 30 â 6 = 24.
Dabei helfen StĂŒtzwerte, die man auswendig kennt: 1/2 = 0,5, 1/4 = 0,25, 3/4 = 0,75, 1/5 = 0,2, 1/10 = 0,1 und 1/8 = 0,125; aus 1/8 folgt 3/8 = 3 · 0,125 = 0,375. Mit ihnen wechselt man mitten im Term zwischen Bruch und Dezimalbruch: 0,5 + 1/4 = 0,75. Bei (0,5+41â)â 12 rechnet man erst 0,5 + 1/4 = 0,75 = 3/4 und dann 3/4 · 12 = 9.
Stelle k ein und lies den Dezimalbruch ab. Bei welchem k gehört 1/4, bei welchem 1/2 dazu?
Manche Teilterme muss man gar nicht ausrechnen. aâa ist immer 0, a:a immer 1 (solange a nicht 0 ist), und jedes Produkt mit einem Faktor 0 ist 0. In 8,3â (43ââ43â)+52â steht die 0 schon fest: Der Term hat den Wert 2/5. Auch a · 1 = a und a + 0 = a sparen Arbeit: 6/7 · (2/9 : 2/9) = 6/7 · 1 = 6/7.
VerĂ€ndere a. Was bleibt bei a â a und bei a : a immer gleich?
Im Kopf lohnt es sich also, erst die Gliederung anzusehen: Welcher Teilterm ist einfach, welcher entscheidet schon alles?
Das Distributivgesetz kennt man von den natĂŒrlichen Zahlen: aâ (b+c)=aâ b+aâ c. Am Rechteck sieht man, warum es auch fĂŒr BrĂŒche und DezimalbrĂŒche gilt: Ein Rechteck der Höhe 4 und der Breite 1,5 + 1 besteht aus zwei Teilrechtecken; die Höhe gehört zu beiden. So ist 4 · (1,5 + 1) = 4 · 1,5 + 4 · 1 = 6 + 4 = 10, und ebenso 6 · (1/2 + 1/3) = 3 + 2 = 5. Das Bild zeigt auch, was falsch wĂ€re: Wer 4 · 1,5 + 1 rechnet, gibt der zweiten TeilflĂ€che keine Höhe.
Verschiebe die Trennlinie mit b. Was Àndert sich bei den beiden TeilflÀchen, was bleibt bei der ganzen FlÀche gleich?
Nahe an einer glatten Zahl verteilt man mit einer Differenz: 7â 1,8=7â 2â7â 0,2=14â1,4=12,6. Der Faktor 7 gilt fĂŒr beide Glieder der Differenz, nicht nur fĂŒr das erste.
Das gestrichelte StĂŒck ergĂ€nzt die Breite 1,8 auf die glatte Breite 2: Man rechnet 7 · 2 und nimmt 7 · 0,2 wieder weg.
Ausklammern und Gesetz wÀhlen
RĂŒckwĂ€rts gelesen heiĂt das Gesetz Ausklammern:
2,5â 3,4+2,5â 6,6=2,5â (3,4+6,6)=2,5â 10=25
Der gemeinsame Faktor steht einmal vor der Klammer, in der Klammer bleibt eine glatte Summe.
VerÀndere die gemeinsame Höhe a. Wie hÀngen die Chips zusammen?
Nicht jedes Gesetz passt ĂŒberall. Beim Malnehmen darf man umordnen und klammern (0,25 · 13 · 4 = (0,25 · 4) · 13 = 13), bei Summen von Produkten hilft das Ausklammern â aber durch eine Summe darf man nicht verteilen: 24:(21â+41â)=24:43â=32, dagegen ist 24:21â+24:41â=144. Es gilt nur (a+b):c=a:c+b:c. Vor jeder Rechnung fragt man: Welches Gesetz macht sie leichter â oder braucht man keines? Zur Kontrolle rechnet man den Term auch auf dem gewöhnlichen Weg: Es muss derselbe Wert herauskommen, und wo er es nicht tut, wurde ein Gesetz angewendet, das dort nicht gilt.
Die 6b sammelt fĂŒr den Schulgarten. Im Oktober kommt die HĂ€lfte des Ziels zusammen, im November die HĂ€lfte des Rests. Mia addiert 1/2 + 1/2 = 1. Das ist falsch, denn beide HĂ€lften gehören zu verschiedenen Ganzen: Die erste ist die HĂ€lfte des Ziels, die zweite die HĂ€lfte des Rests â und der Rest ist nur die HĂ€lfte des Ziels. Ein Anteil ohne sein Ganzes sagt wenig: Die HĂ€lfte von 10 ⏠ist etwas anderes als die HĂ€lfte von 1000 âŹ.
Der Streifen zeigt das Ziel als Ganzes: Die erste HÀlfte (Oktober) ist gefÀrbt, die HÀlfte des Rests (November) ist ein Viertel des Ziels, ein Viertel fehlt noch.
Bevor man rechnet, fragt man deshalb: Worauf bezieht sich der Anteil? Anteile mit verschiedenem Ganzen darf man nicht addieren.
Anteil vom Anteil
Ein Anteil von einem Anteil ist ein Produkt. In einer Schule essen 4/5 der Kinder mittags in der Mensa, davon die HĂ€lfte vegetarisch. Im Feldermodell sind 4 von 5 Spalten blau und 2 von 4 Zeilen orange; doppelt gefĂ€rbt sind 4 · 2 = 8 von 20 Feldern. Also essen 54ââ 21â=208â=52â aller Kinder vegetarisch in der Mensa. Man rechnet mit dem Produkt der BrĂŒche und darf vorher kĂŒrzen: 4/5 · 1/2 = (2 · 2)/(5 · 2) = 2/5. Die beiden BrĂŒche sind zwei Schritte: Der erste Anteil bezieht sich auf alle Kinder, der zweite auf die Kinder, die schon ausgewĂ€hlt sind.
Stelle a und b ein. Wie viele Felder sind doppelt gefÀrbt, und welcher Anteil des Ganzen ist das?
Vom Rest
Nach einem Abzug bezieht sich der nĂ€chste Anteil auf den Rest: Hat man den Anteil a genommen, bleibt 1 â a, und der Anteil b davon ist (1âa)â b. ZurĂŒck zum Schulgarten: Im Oktober 1/2, der Rest ist 1 â 1/2 = 1/2, die HĂ€lfte davon 1/4. Zusammen 21â+21ââ 21â=43â des Ziels â Ben hat recht, Mia nicht. Auch bei mehreren Schritten hilft der Streifen: Jedes âvom Restâ macht den Streifen kĂŒrzer, auf den sich der nĂ€chste Anteil bezieht.
VerÀndere den ersten Anteil k. Wie Àndern sich der Rest und die HÀlfte vom Rest?
Ein Sachproblem löst man nicht mit dem ersten Rechenzeichen, das einem einfĂ€llt. Zuerst kommt die Skizze: ein Streifen fĂŒr das Ganze, StĂŒcke fĂŒr die Anteile, jede GröĂe beschriftet, das Gesuchte mit â?â. Beispiel: NistkĂ€sten kosten 120 âŹ. Die Gemeinde zahlt 1/4, vom Rest der Verein 2/3, den Rest die Klasse. Aus der Skizze liest man ab: Gemeinde 30 âŹ, Rest 90 âŹ, Verein 60 âŹ, Klasse 30 âŹ. Zwei Fragen helfen beim Zeichnen: Was ist das Ganze? Was ist bekannt, was gesucht? Ein Streifen passt zu Anteilen, ein Rechteck zu FlĂ€chen, ein Zahlenstrahl zu Wegen.
Die Streifenskizze zu den NistkĂ€sten: Der Streifen ist das Ganze (120 âŹ), der Rest nach der Gemeinde (90 âŹ) ist das neue Ganze fĂŒr den Anteil des Vereins.
SchlĂŒsselwörter fĂŒhren in die Irre: âinsgesamtâ heiĂt nicht immer plus â 6 GlĂ€ser zu je 3/4 l sind 6 · 3/4 l.
Angaben suchen und prĂŒfen
Oft fehlt eine Angabe. Man fragt: Was ist gegeben, was ist gefragt, was fehlt? Eine fehlende Zahl sucht man sorgfĂ€ltig: Quelle und Datum notieren, die Einheit prĂŒfen und mit einer Vergleichszahl testen, ob die GröĂenordnung stimmt. Solange die Gesamtkosten G fehlen, kennt man nur die Anteile, nicht die Euro. Findet man zwei Zahlen, die sich widersprechen (eine Quelle nennt fĂŒr die Schule 1200 SchĂŒlerinnen und SchĂŒler, eine andere 120), prĂŒft man Datum und GröĂenordnung: 1200 ist fĂŒr ein Gymnasium möglich, 120 wĂ€re ungewöhnlich klein.
Ăndere die Gesamtkosten G. Was bleibt gleich, was Ă€ndert sich?
Das Ergebnis prĂŒfen
Ein Ergebnis ist erst fertig, wenn es im Sachzusammenhang stimmt: Passt die GröĂenordnung (Ăberschlag), passt die Einheit, passt die Zahl zur Frage? 130 Personen, ein Bus fasst 40: 130 : 40 = 3,25 â aber Busse gibt es nur ganz, die 10 ĂŒbrigen Personen brauchen einen vierten. Am Ende steht ein Antwortsatz: âMan braucht 4 Busse.â Der Ăberschlag fĂ€ngt Komma-Fehler ab: FĂŒr 2,1 · 4,9 rundet man auf 2 · 5 = 10; ein Ergebnis wie 102,9 hat das Komma verrutscht. Dass man 4 Busse braucht, obwohl 3,25 herauskommt, zeigt: Im Sachzusammenhang zĂ€hlt, was in der Wirklichkeit möglich ist.
Ăndere die Personenzahl p. Wann kommt der nĂ€chste Bus dazu?