RechenausdrĂŒcke und Rechengesetze
Warum zeigen zwei Taschenrechner verschiedene Ergebnisse?
FĂŒr 3 + 4 · 5 zeigt ein einfacher Taschenrechner 35, ein Schulrechner 23. Beide halten sich an ihre Regel, doch nur eine gilt in der Mathematik. In diesem Lesetext gliederst du RechenausdrĂŒcke, rechnest sie in der richtigen Reihenfolge aus, nutzt Rechengesetze fĂŒr Rechenvorteile, arbeitest vorwĂ€rts und rĂŒckwĂ€rts und löst Sachaufgaben mit Skizze und Antwortsatz. Die Struktur des Ausdrucks entscheidet ĂŒber das Ergebnis, und der Rechenbaum macht sie sichtbar. Schon eine Klammer kann alles Ă€ndern.
Terme benennen
Namen der Rechenarten
Ein Rechenausdruck heiĂt Term, sein Ergebnis der Termwert. Jede Rechenart hat eigene Namen fĂŒr ihr Ergebnis und fĂŒr die Zahlen darin.
Ein Name gehört zu einer Rolle, nicht zu einer bestimmten Zahl: In 5 · 12 ist die 5 genauso ein Faktor wie die 12. Nur bei Minus und Geteilt kommt es auf die Reihenfolge an, denn 12 â 5 ist nicht 5 â 12.
Der letzte Schritt gibt den Namen
Meist steckt mehr als eine Rechenart in einem Term. Der ganze Term heiĂt dann nach dem Schritt, der
Wer den Term nach dem ersten Zeichen von links benennt, sagt hier fÀlschlich Produkt. Frag dich stattdessen: Was rechne ich zuletzt? Der Rechenbaum zeigt diese Gliederung: Ganz oben steht der letzte Schritt, unten stehen die Zahlen, und jeder Rechenknoten gehört zu einem Teilterm.
Klammern Àndern den Baum
Mit einer Klammer wird ein Teil zuerst gerechnet. In
Auch aus Worten baust du Terme. âDas Dreifache der Summe von 4 und 2â ist
Punkt vor Strich und Klammern
Punkt vor Strich
Wie viel ist
Stehen nur Punkt- oder nur Strichrechnungen im Term, rechnest du von links nach rechts:
Plus und Minus stehen auf derselben Stufe, ebenso Mal und Geteilt. Deshalb ist 18 â 7 + 4 nicht 18 â 11: Wer 7 + 4 zuerst rechnet, macht aus dem Minus heimlich ein Plus.
Klammern zuerst
Eine
Fortlaufende Rechnung
Beim Ausrechnen schreibst du jeden Schritt in eine neue Zeile. Das Gleichheitszeichen heiĂt: Links und rechts steht derselbe Wert. Falsch ist deshalb die Kette
Das Distributivgesetz
Ein Rechteck, zwei Teile
Ein Beet aus PflanzplÀtzen ist 4 Reihen hoch. Seine Breite besteht aus zwei Teilen, einem blauen und einem orangen. Mach den orangen Teil breiter und schmaler und vergleiche die beiden Chips.
Dass beide Chips immer ĂŒbereinstimmen, ist kein Zufall. Ein Beet ist 4 Reihen hoch und 6 + 3 PlĂ€tze breit. Die FlĂ€che findest du auf zwei Wegen: als Ganzes
Dabei stehen a, b und c fĂŒr beliebige natĂŒrliche Zahlen. Der Faktor a wird auf beide Summanden verteilt. HĂ€ufig vergessen wird der zweite:
Das Bild macht das Gesetz einleuchtend: Zwei Teilrechtecke mit gleicher Höhe lassen sich zu einem Rechteck zusammenlegen. Die Höhe ist der gemeinsame Faktor, die Breiten addieren sich.
Auch mit Minus
Das Gesetz gilt genauso bei einer Differenz. Ein Rechteck ist 4 Reihen hoch und 9 breit, ein Streifen von 3 PlÀtzen wird abgezogen:
Vorsicht: Verteilen darfst du nur ĂŒber eine Summe oder Differenz. Bei einem Produkt in der Klammer bleibt alles, wie es ist:
Geschickt rechnen
Zerlegen
Das Distributivgesetz steckt hinter vielen Kopfrechenstrategien. Wie rechnest du
Diese Strategie kennst du aus der Grundschule als âhalbschriftliches Rechnenâ. Jetzt weiĂt du, warum sie funktioniert: Sie ist das Distributivgesetz.
Zur runden Zahl ergÀnzen
Liegt ein Faktor knapp unter einer runden Zahl, zerlegst du mit Minus:
Auch 12 · 49 rechnest du so: 12 · 50 â 12 = 600 â 12 = 588. Die runde Zahl liegt eins höher, also ziehst du nur einmal die 12 ab.
RĂŒckwĂ€rts lesen
Das Gesetz lÀsst sich auch von rechts nach links lesen. Steht derselbe Faktor in beiden Produkten, klammerst du ihn aus:
VorwĂ€rts und rĂŒckwĂ€rts
VorwÀrts
Viele Aufgaben sind Rechenketten: Du denkst dir eine Zahl, multiplizierst sie mit 3 und addierst 4. Startest du bei 7, arbeitest du vorwĂ€rts: 7 · 3 = 21, dann 21 + 4 = 25. FĂŒr den unbekannten Start schreibst du einen Buchstaben, zum Beispiel x. Als Term steht die Kette dann in einer Zeile:
Eine Rechenkette ist ein Term in Stationen: Jede Station ist ein Teilterm, und das Ergebnis der einen ist der Start der nĂ€chsten. Genau deshalb kommt bei âerst + 4, dann · 3â eine Klammer ins Spiel.
RĂŒckwĂ€rts
Bekannt ist das
Welche Richtung passt? Ist der Start bekannt und das Ende gesucht, rechnest du vorwĂ€rts. Ist das Ende bekannt und der Start gesucht, rechnest du rĂŒckwĂ€rts. Zur Probe rechnest du danach mit dem gefundenen Start vorwĂ€rts.
Sachaufgaben lösen
Erst die Skizze
Sachaufgaben löst du in Schritten. Beispiel: Die Schule kauft fĂŒr das Sommerfest 19 Kisten Saft zu je 12 Flaschen, 38 Flaschen sind ĂŒbrig. Wie viele Flaschen wurden getrunken? Zuerst die Skizze: 19 gleiche Portionen zu 12,
Eine gute Skizze hat gleiche Portionen als gleiche KĂ€stchen, Dazukommendes und Abgehendes in verschiedenen Farben und die gesuchte GröĂe als Fragezeichen. Sie ersetzt keinen Text, sie ordnet ihn.
Ăberschlag und Rechnung
Vor dem Rechnen schÀtzt du:
Antwort im Sachzusammenhang
Zum Schluss beantwortest du die Frage in einem Antwortsatz mit Einheit: âBeim Fest wurden