Zwei Espressi: einer mit dicker, haselnussbrauner Crema, der andere mit kaum Crema. Der mit der dicken Crema schmeckt sicher besser.
âś“ Falsch
Crema ist ein Schaum aus CO₂, Kaffeeölen und Röststoffen. Frisch geröstete Bohnen und Robusta machen viel davon — ob der Espresso gut schmeckt, sagt sie nicht (Illy & Viani 2005). Du probierst, statt den Schaum zu bewerten.
Während des Bezugs zeigt das Manometer deiner Maschine etwa 9 bar. Das ist der normale Druck für einen Espresso.
âś“ Wahr
Etwa 9 bar nennen INEI, SCAA und die Praxis gleichermaßen. Keine andere Methode dieses Kurses arbeitet mit so hohem Druck — darum geht so fein gemahlenes Pulver in nur 25–30 Sekunden.
Beim Lungo läuft mehr Wasser durch das Pulver, etwa 1 : 2,5 bis 1 : 3 und länger — dünner und bitterer. Wasser erst danach zugeben ist ein Americano, ein ganz anderes Getränk.
Zwei Bezüge aus derselben Maschine: dieselbe Bohne, einmal vor einer Woche geröstet, einmal vor einem halben Jahr. Welcher hat mehr Crema?
● Der aus der frisch gerösteten Bohne
○ Der aus der länger gelagerten Bohne
â—‹ Beide gleich, die Crema macht die Maschine
Frisch geröstete Bohnen enthalten noch viel CO₂; unter Druck schäumt es mit den Ölen zur Crema auf. Alte Bohnen haben das Gas verloren. Die Crema zeigt also Frische und Druck — nicht, ob die Tasse gut ist.
FĂĽr einen Long Black gieĂźt du zuerst heiĂźes Wasser in die Tasse und ziehst den Espresso obendrauf. So bleibt die Crema oben.
âś“ Wahr
Long Black (Australien, Neuseeland): Wasser zuerst, Espresso darauf — die Crema bleibt erhalten. Beim Americano kommt das Wasser nach dem Espresso. Beide sind Espresso plus Wasser, kein Lungo.
Du ziehst aus 18 g Pulver einen Lungo auf 54 g. Er schmeckt milder und runder als der Espresso aus derselben Dosis.
âś“ Falsch
Beim Lungo läuft mehr Wasser durch denselben Kuchen: Er wird dünner und löst mehr herbe, bittere Stoffe. Wer eine milde, lange Tasse will, nimmt einen Americano.