Bedingte Wahrscheinlichkeit und Unabhängigkeit
Wie sicher ist ein positiver Test?
Ein Schnelltest erkennt 9 von 10 Erkrankten, und bei 10 von 100 Gesunden schlägt er fälschlich an. Dein Test ist positiv – wie wahrscheinlich bist du krank? Die meisten sagen: 90 %.
Bei einer seltenen Krankheit ist es viel weniger, und der Grund steckt im kleinen Wort „wenn“. Wir lesen
Bedingung am Baum
Ein Ast, der nur nach A gilt
Vor der Klausur bietet die Lehrerin eine freiwillige Vorbereitungsstunde an. Mit
Solche Zahlen heißen bedingte Wahrscheinlichkeiten.
Pfad und Anteil
Wie viele aller Personen waren dabei und bestehen? Erst 0,4 waren dabei, davon 0,9:
Der Nenner ist immer die
Die Vierfeldertafel
Derselbe Kurs, jetzt mit 200 Personen und gezählt statt gezeichnet. In einer Vierfeldertafel stehen die Zeilen für
Die Zeile ist der Grundraum.
Dieselbe Tafel gibt es auch mit Wahrscheinlichkeiten: Teilt man jedes Feld durch 200, stehen dort 0,36, 0,04, 0,12 und 0,48; die Ränder sind 0,4, 0,6, 0,48 und 0,52. Die Spalte B hat 72 + 24 = 96 Personen, also
Baum und Tafel zeigen dieselben Zahlen. Vom Baum zur Tafel: Feld = Gesamtzahl · Pfad, also 200 · 0,4 · 0,9 = 72. Von der Tafel zum Baum: erste Stufe = Zeilensumme : Gesamtzahl (80 : 200 = 0,4), zweite Stufe = Feld : Zeilensumme (72 : 80 = 0,9).
Test und Krankheit
Drei verschiedene Zahlen
Zurück zum Schnelltest vom Anfang. Von 1000 Personen sind 10 krank (
Der Test in 1000 Personen
Mit Prozenten ist das im Kopf schwer, mit Personen leicht: 1 % von 1000 sind 10 Kranke, davon 90 % = 9 positiv. Von den 990 Gesunden testen 10 %, also 99, fälschlich positiv. Solche Zahlen heißen
natürliche Häufigkeiten. Positiv sind 9 + 99 = 108 Personen, aber nur 9 sind krank. Zeichnet man den Baum mit dem Test als erster Stufe, wird
Die Basisrate
Weshalb so wenig? Weil nur 1 % krank ist: Unter den vielen Gesunden erzeugen schon 10 % Fehlalarm 99 Positive gegen nur 9 echte. Wer diese Basisrate vergisst, hält die Erkennungsquote von 90 % für die Antwort.
Schiebe die Basisrate nach oben und beobachte
Stochastische Unabhängigkeit
Nichts ändert sich
Zwei Ereignisse sind stochastisch unabhängig, wenn das Wissen, dass
Anders beim Ziehen ohne Zurücklegen: In einer Urne liegen 3 rote und 2 blaue Kugeln. A: erste Kugel rot, B: zweite Kugel rot. Es ist
Die Produktprobe
Aus
Am Baum erkennen
Im Baum sieht man Unabhängigkeit an den Ästen: Beide B-Äste tragen dieselbe Zahl,
Unvereinbar oder unabhängig
Zwei Ereignisse heißen unvereinbar, wenn sie nie zugleich eintreten:
Aus einem Skatblatt (32 Karten) wird eine Karte gezogen. „Herz“ und „Pik“ sind unvereinbar, „Herz“ und „Bube“ nicht, denn der Herzbube erfüllt beides.
Allgemein gilt: Sind A und B unvereinbar und haben beide positive Wahrscheinlichkeit, so ist
Eine Folgerung: Sind A und B unabhängig, dann auch A und
Stichprobe und Erhebung
Wie viele?
Ein Ergebnis ist nur so gut wie die Erhebung dahinter. Angenommen, an einer Schule sind genau 50 % für einen neuen Pausenhof. Wer nur 10 Personen fragt, erhält mal 30 %, mal 70 %. Bei 20 Befragten verschiebt schon eine einzige Antwort den Anteil um 5 Prozentpunkte.
Jeder Punkt ist eine solche Umfrage, 20 pro Stufe. Je größer die
Wer antwortet?
Viele Antworten sind noch keine gute Stichprobe. Von 1000 Personen sind 600 dafür und 400 dagegen. Bei freiwilligen Umfragen antworten eher die Betroffenen: Antwortet die Hälfte der Befürworter (300), aber nur 20 % der Gegner (80),
sind 300 von 380 Antworten „dafür“, also 79 % statt 60 %. Nicht die Zahl der Antworten entscheidet, sondern die
Was wird gefragt?
Die
Teilmengen und Kausalität
Andere Teilmenge, andere Anteile
Zwei Salben gegen einen Hautausschlag: Mittel P heilte 59 von 100 Behandelten, Mittel Q 80 von 100 – Q scheint besser. Teilt man nach Schwere, ändert sich das Bild. Leichte Fälle: P 19 von 20 (95 %), Q 72 von 80 (90 %).
Schwere Fälle: P 40 von 80 (50 %), Q 8 von 20 (40 %). In beiden Gruppen ist P besser, insgesamt aber schlechter: das Simpson-Paradox. Der Gesamtanteil ist ein
Korrelation ist keine Ursache
Auch beim Zusammenhang zweier Größen täuscht der Blick. Eisverkauf und Sonnenbrandfälle steigen und fallen im Jahresverlauf gleich: Sie sind korreliert, also statistisch abhängig. Das beweist keine Kausalität,
denn Eis macht keinen Sonnenbrand. Die Sonne ist die