Ganze Zahlen multiplizieren und dividieren

22 Minuten · 7 Abschnitte

Woher weißt du, dass das Ergebnis stimmt?

Ein Taschenrechner zeigt für 346 · 207 sofort eine Zahl. Doch nur wer das Verfahren versteht, erkennt auf einen Blick, wenn sie um eine Stelle zu kurz ist. In diesem Lesetext rechnest du schriftlich mit großen Zahlen, findest heraus, warum Minus mal Minus Plus ergibt, und siehst, wie schnell wiederholtes Malnehmen wächst. Am Ende löst du Gleichungen, in denen eine Zahl fehlt, mit dem Umkehrrechnen. Was du verstehst, kannst du auch prüfen.

Schriftlich multiplizieren

Teilprodukte nach Stellenwert

Eine Turnhalle hat 23 Reihen mit je 46 Stühlen. Du zerlegst den zweiten Faktor nach dem Stellenwert: 23 = 20 + 3. Die Einerzeile ist , die Zehnerzeile ist . Beim schriftlichen Rechnen schreibst du 46 · 2 = 92 eine Stelle weiter links, denn die Zehnerziffer steht für Zehner; die Null am Ende denkst du dir dazu. Die Summe ist das Ergebnis.

Ein häufiger Fehler ist, die Zehnerzeile unverschoben zu lassen. Dann rechnest du nur 46 · 2 = 92 statt 46 · 20 = 920; der Faktor 10 fehlt.

Verändere die Zehnerziffer z und beobachte, wie das Teilprodukt der Zehnerzeile wächst, während die Einerzeile gleich bleibt.

Nullen und Überschlag

Auch eine Null im zweiten Faktor gehört zur Rechnung. Bei liefert die Hunderterziffer 2 die Hunderterzeile 346 · 2 = 692, die zwei Stellen nach links rutscht. Die Zehnerziffer 0 gibt die Nullzeile 346 · 0 = 0. Lässt du sie weg, musst du die Hunderterzeile trotzdem um zwei Stellen verschieben. Die Summe ist 71 622.

Ob das stimmt, prüfst du zuerst mit einem Überschlag: Runde jeden Faktor auf seine größte Stelle und rechne im Kopf. . Das Ergebnis muss in der Nähe von 60 000 liegen und fünf Stellen haben; 7162 oder 716 220 wären sofort entlarvt.

Schriftliche Multiplikation 346 mal 207: Hunderterzeile 692 zwei Stellen nach links verschoben, Nullzeile, Einerzeile 2 422, Summe 71 622346 · 207692000000242271622
Die Nullzeile bleibt stehen, die blassen Nullen zeigen die Verschiebung: 692 steht für 69 200.

Schriftlich dividieren

Wie oft passt der Divisor?

Beim schriftlichen Dividieren fragst du immer wieder: Wie oft passt der Divisor in den Teildividenden? Nimm 174 : 23. Ein Überschlag hilft: 174 ist etwa 180 und 23 etwa 20, also 180 : 20 = 9. Probiere: 9 · 23 = 207 ist zu groß, 8 · 23 = 184 ebenfalls, aber 7 · 23 = 161 passt. Die 7 ist der Teilquotient. Der Rest ist 174 − 161 = 13. Er muss kleiner sein als der Divisor 23; wäre er größer, passte der Divisor noch einmal hinein und der Teilquotient war zu klein.

Verändere q. Welches q ist das größte, bei dem der Rest nicht negativ wird, und bleibt der Rest dann kleiner als 23?

Ziffer für Ziffer und die Probe

Bei 1748 : 23 beginnst du links. Die 1 ist kleiner als 23, auch 17 reicht nicht; erst 174 enthält den Divisor. Du schreibst 7 in den Quotienten, ziehst 161 ab und erhältst den Rest 13. Dann holst du die nächste Ziffer 8 herunter: 138. Darin passt 23 genau 6-mal, der Rest ist 0. Das Ergebnis ist 76.

Die Probe geht rückwärts: Quotient mal Divisor plus Rest ergibt den Dividenden. stimmt. Bleibt ein Rest, addierst du ihn: 1750 : 23 = 76 Rest 2, denn .

Schriftliche Division 1748 durch 23 gleich 76: 174 minus 161 gleich 13, mit der heruntergeholten 8 ergibt 138, minus 138 gleich 01748 : 23 = 76161−138138−0
Blau der Quotient, violett die abgezogenen Vielfachen, gelb die Reste; die graue Ziffer wird heruntergeholt.

Wenn der Divisor nicht passt

Nimm 4872 : 12. Zuerst ist 48 : 12 = 4, der Rest ist 0. Du holst die 7 herunter, aber 7 ist kleiner als 12: Der Divisor passt 0-mal. Dann schreibst du eine 0 in den Quotienten und holst die 2 herunter. Jetzt ist 72 : 12 = 6. Das Ergebnis ist 406. Wer die 0 auslässt, erhält 46; der Überschlag 4800 : 12 = 400 verrät den Fehler sofort.

Schriftliche Division 4872 durch 12 gleich 406: 48 minus 48 gleich 0, die 7 ist zu klein für 12 und ergibt die Null im Quotienten, dann 72 minus 72 gleich 04872 : 12 = 40648−70−7272−0
Nach der 4 bleibt Rest 0, die 7 ist kleiner als 12: Im Quotienten steht eine 0.

Geschickt multiplizieren

Beim Malnehmen darfst du die Faktoren vertauschen: . Im Punktefeld siehst du es: 4 Reihen zu je 7 Punkten sind gedreht 7 Reihen zu je 4 Punkten. Mit mehr als zwei Faktoren darfst du außerdem beliebig zusammenfassen: .

Drehe das Punktefeld: Aus 4 Reihen zu je 7 Punkten werden 7 Reihen zu je 4. Wie viele Punkte sind es jeweils?

Das macht Kopfrechnen leicht. Bei suchst du zuerst ein Paar mit runder Zahl: 25 · 4 = 100, dann 100 · 7 = 700. Solche Paare sind 25 · 4, 50 · 2 und 125 · 8. Der Rechenbaum zeigt, wie die Aufgabe dabei in zwei Schritten zerfällt.

Rechenbaum zum Term 25 · 4 · 7 = 700 · = 700 · = 100 25 4 7
Erst 25 · 4 = 100, dann 100 · 7 = 700: Der Rechenbaum zeigt die geschickte Reihenfolge.

Aber Vorsicht: Das gilt nur fürs Malnehmen. Beim Teilen ändern Vertauschen und Klammern das Ergebnis. 24 : 6 ist 4, aber 6 : 24 ist keine natürliche Zahl. Und 120 : 6 : 2 rechnest du von links nach rechts (20 : 2 = 10), während 120 : (6 : 2) = 120 : 3 = 40 ergibt.

Minus mal Minus

Das Muster geht weiter

3 · (−4) bedeutet dreimal −4, also wiederholte Addition: (−4) + (−4) + (−4) = −12. Bei hilft das nicht mehr, denn man kann nicht „minus dreimal“ addieren. Ein Muster hilft: Halte −4 fest und lass den ersten Faktor sinken. , , , . Das Ergebnis wächst bei jedem Schritt um 4. Ein Alltagsbeispiel: Wird dein Konto fünfmal mit je 3 Euro belastet, ändert sich der Stand um Euro.

Führst du das Muster fort, folgt , dann 8 und 12. Man legt es so fest, weil dann die Rechengesetze weiter gelten (Permanenzprinzip). Das Ergebnis von ist also +12.

Verändere a von 3 bis −3 und beobachte, in welche Richtung und wie weit das Ergebnis bei jedem Schritt wandert.

Schulden erlassen

Auch ein Bild macht es plausibel. Du hast 4 Schuldscheine über je 4 Euro, dein Konto steht bei −16 Euro; jeder Schein ist −4 Euro auf deinem Konto. Werden dir drei davon erlassen, nimmst du dreimal −4 Euro weg. Du wirst um 12 Euro reicher: .

Die beiden Vorzeichen haben zwei Rollen. Das erste sagt „wegnehmen“ statt „dazubekommen“, das zweite „Schuld“ statt „Guthaben“. Kehrst du beides um, kommt Plus heraus. Beide Wege, das Muster und das Schuldenbild, liefern +12; das ist kein Zufall, sondern das, was die Rechengesetze verlangen.

Erlasse nacheinander Schuldscheine. Wie ändert sich der Kontostand mit jedem erlassenen Schein?

Vorzeichenregeln

Die Regel für Produkte

Bei zwei Faktoren rechnest du zuerst mit den Beträgen (den Zahlen ohne Vorzeichen) und setzt dann das Vorzeichen: Gleiche Vorzeichen ergeben Plus, verschiedene Vorzeichen ergeben Minus. Bei ist 6 · 7 = 42, die Vorzeichen sind verschieden, also −42. Bei sind sie gleich: +42. Merke: erst die Beträge multiplizieren, dann das Vorzeichen setzen. So ist (−5) · (−8) = +40 und (−5) · 8 = −40.

Achte auf die Klammern: ist ein Produkt, dagegen eine Differenz. Und hat kein Vorzeichen.

Stelle a und b ein. Bei welchen Vorzeichen von a und b färbt sich der Punkt a · b grün, bei welchen rot?

Quotienten und mehrere Faktoren

Die Division ist die Umkehrung der Multiplikation, deshalb gelten dieselben Regeln. , denn . , denn . Ein Beispiel mit gleichen Vorzeichen: (−72) : (−9) = 8, denn 8 · (−9) = −72. Durch 0 darfst du nie teilen.

Bei mehr als zwei Faktoren zählst du die Minusfaktoren: Eine gerade Anzahl gibt Plus, eine ungerade Minus. hat drei Minusfaktoren, also ist das Produkt −24.

Vorzeichentafel: gleiche Vorzeichen ergeben Plus, verschiedene Vorzeichen ergeben Minus, für Produkte und für Quotientenzweiter Faktor / Divisor+−+−erster ↓+−−+
Für Produkte und Quotienten gleich: Gleiche Vorzeichen ergeben Plus (grün), verschiedene Minus (rot).

Potenzen und Zehnerpotenzen

Gleiche Faktoren

Kommt derselbe Faktor mehrmals vor, schreibst du kurz eine Potenz: . Die Basis 2 sagt, welcher Faktor wiederholt wird, der Exponent 5, wie oft. 2⁵ ist nicht 2 · 5 = 10. Potenzen wachsen schnell: Verdoppelt sich eine Zellzahl jede Stunde, sind es nach 8 Stunden 2⁸ = 256 Zellen.

Eine negative Basis schreibst du in Klammern. , aber : Eine gerade Anzahl Minusfaktoren gibt Plus, eine ungerade Minus. Ohne Klammer, −2⁴, gehört der Exponent nur zur 2, und das Ergebnis ist −16.

Erhöhe die Stunden n: Bei jeder Stunde verdoppelt sich die Säule, nach 6 Stunden sind es 64 Zellen.

Quadratzahlen

Eine Potenz mit dem Exponenten 2 heißt Quadrat: . Im Punktefeld ist n² ein Quadrat aus n Reihen zu je n Punkten. Die Quadratzahlen bis 20² = 400 kannst du bald auswendig: 11² = 121, 12² = 144, 13² = 169, 14² = 196, 15² = 225, 16² = 256, 17² = 289, 18² = 324, 19² = 361, 20² = 400. Achtung: n² ist nicht 2n.

Tippe auf einen Punkt: Das Quadrat aus n Reihen zu je n Punkten zeigt n², zum Beispiel 4 · 4 = 16.

Zehnerpotenzen

Potenzen von 10 sind besonders einfach: 10ⁿ ist eine 1 mit n Nullen, zum Beispiel und . Mit ihnen schreibst du große Zahlen kurz: , die 3 bekommt fünf Nullen. Der Mond ist etwa 384 · 10³ km entfernt, das sind 384 000 km. Vorsicht: 3 · 10⁴ = 30 000, aber 3⁴ = 81.

Zehnerpotenzen von 10 hoch 1 bis 10 hoch 6; jede Potenz ist eine 1 mit so vielen Nullen, wie der Exponent angibt10¹ =1010² =10010³ =100010⁴ =1000010⁵ =10000010⁶ =1000000
Der Exponent zählt die Nullen (gelb): 10⁶ ist eine 1 mit sechs Nullen.

Umkehraufgaben mit Mal und Geteilt

Umkehraufgabe und Probe

In fehlt ein Faktor. Du kannst systematisch probieren: x = 6 gibt 24, das ist zu klein; x = 10 gibt 40, das ist zu groß; x = 9 gibt genau 36. Schneller geht die Umkehraufgabe: Malnehmen und Teilen machen einander rückgängig, also .

Danach kommt immer die Probe: Setze 9 für x ein, stimmt. Die Probe fängt Fehler sofort: Mit x = 36 · 4 = 144 wäre 4 · 144 = 576, und das ist nicht 36. Auch bei großen Zahlen klappt das: Bei 23 · x = 1748 rechnest du schriftlich 1748 : 23 = 76.

Systematisch probieren geht auch bei großen Zahlen, wenn du zuerst mit glatten Zehnerzahlen eingrenzt: Bei ist 16 · 20 = 320 zu klein und 16 · 30 = 480 zu groß, also liegt x zwischen 20 und 30. Dann probierst du weiter: 16 · 23 = 368 trifft. Bei ist es umgekehrt: Je größer x, desto kleiner das Ergebnis.

Verändere x, bis die vier Streifen genau die gestrichelte Linie bei 36 erreichen. Welchen Wert hat x dann?

Wenn geteilt wird

Bei wurde x durch 5 geteilt und 8 kam heraus. Rückwärts multiplizierst du: . Probe: 40 : 5 = 8.

Bei steht x hinten: 24 wird auf x Gruppen verteilt, 6 je Gruppe. Die Umkehraufgabe ist wieder eine Teilung: , nicht 24 · 6 = 144. Probe: 24 : 4 = 6. Merke: Steht x hinter dem Geteiltzeichen, bleibt es beim Teilen.

Drei Gleichungen und ihre Umkehraufgaben: 4 mal x gleich 36 gibt x gleich 36 geteilt durch 4; x geteilt durch 5 gleich 8 gibt x gleich 8 mal 5; 24 geteilt durch x gleich 6 gibt x gleich 24 geteilt durch 64 · x = 36x = 36 : 4x : 5 = 8x = 8 · 524 : x = 6x = 24 : 6
Mal wird zu Geteilt und Geteilt zu Mal, aber steht x hinter dem Geteiltzeichen (gelb), bleibt es beim Teilen.

Konzepte

ArithmetikMultiplikationDivisionPotenzenGleichungen