Teiler, Primzahlen und ZĂ€hlen

22 Minuten · 7 Abschnitte

Woraus besteht eine Zahl?

Zwölf Kinder sollen sich zu gleich großen Gruppen zusammenfinden. Zu zweit, zu dritt, zu viert oder zu sechst geht es auf, zu fĂŒnft nicht. Bei 13 Kindern klappt es nur als eine einzige Gruppe. Woran erkennst du das, ohne zu probieren? In diesem Lesetext findest du Teiler, prĂŒfst Teilbarkeit mit Regeln, entdeckst Primzahlen als Bausteine aller Zahlen und zĂ€hlst mit Baumdiagrammen, wie viele Möglichkeiten es gibt. Am Ende weißt du, warum jede Zahl ihre eigene Zerlegung hat.

Teiler und Vielfache

Lege 24 PlĂ€ttchen in gleich lange Reihen. Mit 4 Reihen zu je 6 geht es genau auf, mit 5 Reihen bleiben 4 PlĂ€ttchen ĂŒbrig. Die Zahl 4 ist also ein Teiler von 24, weil ohne Rest gilt. Man schreibt . Die Zahl 5 ist kein Teiler von 24, denn Rest 4. Ein Teiler teilt eine Zahl also restlos in gleich große Gruppen.

Stelle die Zahl der Reihen ein. Bei welchen Reihenzahlen bleibt kein rotes PlĂ€ttchen ĂŒbrig?

Teiler kommen paarweise. Jede Malaufgabe mit dem Ergebnis 24 liefert zwei: Aus werden 3 und 8. Alle Teiler von 24 bilden die Teilermenge . Die 1 und die Zahl selbst sind immer dabei, denn 1 · 24 gibt es immer. Ein Teiler ist nie grĂ¶ĂŸer als die Zahl.

Von der anderen Seite gesehen ist 24 ein Vielfaches von 4. Die Vielfachen von 4 findest du durch Weiterspringen in Viererschritten: . Diese Reihe hört nie auf, und jede Zahl ist auch ein Vielfaches von sich selbst. Merke dir die Richtung: Der Teiler ist die kleinere Zahl, das Vielfache die grĂ¶ĂŸere.

WÀhle die Schrittweite d. Welche Zahlen der Tafel werden gefÀrbt, und wie ginge es hinter der 48 weiter?

Teilbarkeit durch 2, 5 und 10

Ob eine Zahl durch 2, 5 oder 10 teilbar ist, siehst du an ihrer letzten Ziffer. Das ist kein Zufall, es lĂ€sst sich begrĂŒnden.

Nimm 375. Das sind 37 Zehner und 5 Einer: . Eine Zehnerreihe hat 10 Punkte, nach fĂŒnf Punkten ist eine LĂŒcke. Sie geht in Zweierpaare, in FĂŒnferreihen und im Ganzen in Zehnerpakete auf, denn . Viele volle Zehnerreihen gehen also immer auf, egal wie viele es sind. Einen Rest können nur die losen Einer lassen.

Ändere die Zehner und die Einer. Welche der beiden Angaben entscheidet, ob die Zahl durch 5 teilbar ist?

Daraus folgen die Regeln:

  • Durch 2 teilbar: Endziffer 0, 2, 4, 6 oder 8.
  • Durch 5 teilbar: Endziffer 0 oder 5.
  • Durch 10 teilbar: Endziffer 0.

Bei 375 gehen die 5 Einer in FĂŒnfer auf, aber nicht in Zweier. Also ist 375 durch 5 teilbar, nicht aber durch 2 oder 10. Ein zweites Beispiel: 1285 sind 128 Zehner und 5 Einer. Die 128 Zehner gehen auf, die 5 Einer bilden genau eine FĂŒnferreihe. Also ist 1285 durch 5 teilbar, aber bei Zweierpaaren bliebe ein Einer ĂŒbrig.

Nur die letzte Ziffer zĂ€hlt. Die Zahl 5 462 351 hat viele gerade Ziffern, endet aber auf 1 und ist deshalb nicht durch 2 teilbar. Und eine Null am Ende gehört zu beiden Regeln: 3480 ist durch 5 und durch 10 teilbar.

Teilbarkeit durch 3 und 6

Die Quersumme

Die Quersumme einer Zahl ist die Summe ihrer Ziffern. Bei 4827 ist sie . FĂŒr die Teilbarkeit durch 3 gilt: Eine Zahl ist durch 3 teilbar, wenn ihre Quersumme durch 3 teilbar ist. Die 21 ist gleich , also ist 4827 durch 3 teilbar. Die Endziffer hilft hier nicht: 2419 endet auf 9, hat aber die Quersumme 16 und ist nicht durch 3 teilbar. Ein zweites Beispiel: 7236 hat die Quersumme 18, also ist 7236 durch 3 teilbar.

Ziffernkarten 4, 8, 2 und 7 mit der Summe 4 + 8 + 2 + 7 = 214+8+2+7= 21
Die Quersumme addiert die Ziffern, nicht ihre Stellenwerte.

Warum die Regel stimmt

Jeder Hunderter ist und jeder Zehner . Die Zahlen 99 und 9 sind Vielfache von 3. Bei 348 gilt deshalb . Der erste Teil geht immer durch 3 auf. Übrig bleibt je ein Punkt pro Hunderter, Zehner und Einer, und das ist die Quersumme. Genauso gilt es bei Tausendern, denn 1000 = 999 + 1.

Stelle Hunderter, Zehner und Einer ein. Was haben Zahl und Quersumme beim Teilen durch 3 gemeinsam?

Teilbarkeit durch 6

Wegen ist eine Zahl durch 6 teilbar, wenn sie durch 2 und durch 3 teilbar ist. Man muss beides prĂŒfen: 4810 ist gerade, hat aber die Quersumme 13. 4815 hat die Quersumme 18, ist aber ungerade. Erst 4812 erfĂŒllt beide Regeln, und es gilt 4812 : 6 = 802. Auch 1236 ist gerade und hat die Quersumme 12, also ist 1236 durch 6 teilbar.

Zahlen von 1 bis 36; markiert sind die Vielfachen von 2, von 3 und von beiden123456789101112131415161718192021222324252627282930313233343536durch 2durch 3durch 2 und 3
Die Vielfachen von 6 tragen beide Farben: Sie sind durch 2 und durch 3 teilbar.

Primzahlen

Nur ein Rechteck

13 PlĂ€ttchen lassen sich nur auf eine Weise zu einem Rechteck legen: in einer Reihe zu 13. Jede andere Reihenzahl lĂ€sst PlĂ€ttchen ĂŒbrig. Die Zahl 13 hat genau zwei Teiler, . Solche Zahlen heißen Primzahlen. Zahlen mit mehr als zwei Teilern heißen zusammengesetzt, zum Beispiel und .

Stelle Reihenzahlen von 2 bis 12 ein. Gibt es eine, bei der kein rotes PlĂ€ttchen ĂŒbrig bleibt?

Die 1 hat nur einen Teiler und ist keine Primzahl. Die 2 ist die einzige gerade Primzahl, denn jede andere gerade Zahl hat den Teiler 2. Aber ungerade heißt nicht prim: und . Primzahlen sind die Bausteine der Zahlen: Jede andere Zahl lĂ€sst sich aus ihnen zusammensetzen, wie du im nĂ€chsten Abschnitt siehst.

Das Sieb des Eratosthenes

Wie findest du alle Primzahlen bis 100? Schreibe die Zahlen von 1 bis 100 auf und streiche die 1. Kreise die 2 ein und streiche alle ihre Vielfachen. Die nĂ€chste Zahl, die nicht gestrichen ist, ist die 3: einkreisen, Vielfache streichen. So geht es mit 5 und 7 weiter. Mehr musst du nicht sieben: WĂ€ren beide Faktoren einer zusammengesetzten Zahl mindestens 11, wĂ€re die Zahl mindestens , also grĂ¶ĂŸer als 100. Jede zusammengesetzte Zahl bis 100 hat also einen Teiler aus 2, 3, 5 oder 7. Übrig bleiben die 25 Primzahlen bis 100. Es gibt unendlich viele Primzahlen, aber je grĂ¶ĂŸer die Zahlen, desto seltener trifft man im Schnitt auf eine.

Stelle die Schritte 0 bis 4 ein: Erst werden die Vielfachen von 2 gefĂ€rbt, dann die von 3, 5 und 7. Was bleibt am Ende ohne Farbe, und was wird grĂŒn?

Primfaktorzerlegung

Der Faktorbaum

Jede Zahl grĂ¶ĂŸer als 1 lĂ€sst sich in Primzahlen zerlegen. Dazu dient der Faktorbaum: Zerlege die Zahl in zwei Faktoren, dann jeden Faktor weiter, bis am Ende jedes Astes eine Primzahl steht. Bei 360 ist ein guter Anfang, dann folgen und . Unten stehen 2, 3, 2, 3, 2 und 5. Kurz schreibst du das mit Potenzen: . Der Exponent zĂ€hlt, wie oft der Faktor vorkommt. Also ist 2Âł gleich 2 · 2 · 2 = 8 und nicht 2 · 3.

Baumdiagramm, 3 Stufen, 6 Pfade: 36 → [6 → [2, 3], 6 → [2, 3]], 10 → [2, 5] 360 36 6 2 3 6 2 3 10 2 5
Am Ende jedes Astes steht eine Primzahl (grĂŒn): 360 = 2 · 2 · 2 · 3 · 3 · 5.

Eine Zerlegung, viele Wege

FĂŒr 60 kannst du mit 6 · 10 oder mit 4 · 15 beginnen. Die BĂ€ume sehen verschieden aus, aber unten stehen dieselben Primzahlen: . Das gilt immer: Die Primfaktorzerlegung ist eindeutig, nur die Reihenfolge der Faktoren kann wechseln. Deshalb ist die 1 keine Primzahl. Sonst wĂ€ren 6 = 2 · 3 und 6 = 1 · 2 · 3 zwei verschiedene Zerlegungen, und man könnte beliebig viele Einsen anhĂ€ngen.

Wechsle zwischen den beiden BĂ€umen. Welche Zahlen bleiben unten gleich?

Teilbarkeitsregeln nutzen

Wer die Teilbarkeitsregeln kennt, findet erste Faktoren ohne Probieren. Bei 420 sagt die Endziffer 0: durch 10 teilbar, also mit . Die 42 ist gerade, also . Die 21 hat die Quersumme 3 und ist durch 3 teilbar: . Also gilt . Zur Probe multiplizierst du zurĂŒck: 4 · 3 · 5 · 7 = 420.

Baumdiagramm, 3 Stufen, 5 Pfade: 10 → [2, 5], 42 → [2, 21 → [3, 7]]Endziffer 0 gerade Quersumme 3 420 10 2 5 42 2 21 3 7
An den Ästen steht, welche Regel den Faktor verrĂ€t.

Das Baumdiagramm

Die Kantine bietet 2 Vorspeisen (Suppe, Salat) und 3 Hauptgerichte (Nudeln, Pizza, Fisch) an. Wie viele verschiedene MenĂŒs sind möglich? Ein Baumdiagramm zeigt alle Möglichkeiten. Jede Entscheidung ist eine Stufe: Zuerst die Vorspeise, dann an jedem Ast das Hauptgericht. Ein Pfad von der Wurzel bis zu einem Blatt ist genau ein MenĂŒ, zum Beispiel Suppe – Pizza.

Baumdiagramm, 2 Stufen, 6 Pfade: Suppe → [Nudeln, Pizza, Fisch], Salat → [Nudeln, Pizza, Fisch]Vorspeise Hauptgericht Start Suppe Nudeln Pizza Fisch Salat Nudeln Pizza Fisch
Die 6 BlĂ€tter am rechten Rand sind die 6 MenĂŒs, nicht die Äste.

GezĂ€hlt werden die BlĂ€tter, nicht die Äste. Zeichne den Baum Stufe fĂŒr Stufe: Von jedem Knoten gehen alle Möglichkeiten der nĂ€chsten Stufe aus. Dann fehlt nichts, und nichts kommt doppelt vor. Beim Aufschreiben hilft eine feste Reihenfolge: erst alle MenĂŒs mit Suppe, dann alle mit Salat. Statt der Wörter genĂŒgen KĂŒrzel wie S und A.

VerĂ€ndere die Zahl der Äste in beiden Stufen. Wie viele BlĂ€tter hat der Baum bei 2 und 4 Ästen?

Das ZĂ€hlprinzip

Multiplizieren statt Zeichnen

Im Baumdiagramm hĂ€ngen an jedem der Äste der ersten Stufe Äste der zweiten. Es gibt also BlĂ€tter: 3 Trikotfarben und 4 Hosenfarben geben Möglichkeiten. Das ist das ZĂ€hlprinzip: Wer nacheinander wĂ€hlt, multipliziert die Zahl der Möglichkeiten jeder Stufe. Es gilt auch bei mehr als zwei Stufen. Ein Zahlenschloss mit 3 RĂ€dchen, jedes mit den Ziffern 0 bis 9, hat Einstellungen. Ein Baum dazu hĂ€tte 1000 BlĂ€tter. Jedes weitere RĂ€dchen multipliziert mit 10. Deshalb sind lĂ€ngere Passwörter viel sicherer: Mit jedem Zeichen multipliziert sich die Zahl der Möglichkeiten mit der Zahl der Zeichen, aus denen man wĂ€hlen kann.

Ändere die Zahl der RĂ€dchen. Um welchen Faktor wĂ€chst die Zahl der Einstellungen mit jedem RĂ€dchen?

Wann darf man multiplizieren?

Das ZĂ€hlprinzip passt, wenn die Entscheidungen nacheinander fallen. Es kann sich aber Ă€ndern, wie viele Möglichkeiten eine Stufe hat: Drei Kinder A, B und C setzen sich nacheinander auf drei StĂŒhle. Das erste hat 3 StĂŒhle zur Wahl, das zweite noch 2, das dritte nur noch 1. Das sind Sitzordnungen, ohne dass ein Kind zweimal vorkommt.

Baumdiagramm, 3 Stufen, 6 Pfade: A → [B → [C], C → [B]], B → [A → [C], C → [A]], C → [A → [B], B → [A]]1. Stuhl 2. Stuhl 3. Stuhl Start A B C C B B A C C A C A B B A
Die Astzahl sinkt von Stufe zu Stufe: 3, 2, 1. Es gibt 6 BlÀtter.

Bei „entweder – oder“ wird dagegen nicht multipliziert. WĂ€hlt ein Kind einen von 3 SĂ€ften oder einen von 2 Tees, sind es Möglichkeiten.

Konzepte

TeilbarkeitPrimzahlenZahlentheorieZĂ€hlprinzipBaumdiagramme