Sieben Wissensarten und die Landkarte des Lehrplans

20 Minuten · 7 Abschnitte

Wie hier gelernt wird – und wie der Lehrplan gebaut ist

Wer unseren Tagesablauf zum ersten Mal sieht, stutzt vielleicht: vormittags Übungssoftware in kurzen, konzentrierten Blöcken, nachmittags Werkstätten mit Gespräch und Vergleich, dazu Projekte, bei denen niemand eine Aufgabe stellt. Warum nicht einfach Schulstunden, Fach für Fach?

Die Antwort folgt aus einer Beobachtung: Verschiedene Arten von Wissen werden verschieden gelernt. Das Einmaleins verlangt etwas anderes als das Radfahren, und das Radfahren etwas anderes als die Ehrlichkeit. Eine Schule, die alles gleich unterrichtet, wird einem Teil davon gerecht und verfehlt den Rest.

Drei Kinder lernen jeweils anders: eines fährt wackelig Rad, eines formt am Tisch sorgfältig einen Buchstaben, zwei vergleichen nachdenklich zwei Blätter

Sieben Arten von Wissen

Die Ordnungsfrage, die in unserem Curriculum über die Methode entscheidet, lautet nicht „zu welchem Fach gehört das?“, sondern: Welche Art von Wissen ist das? Denn jede Wissensart hat ihre eigene beste Lernmethode. Wir unterscheiden sieben Arten. Die Zahl ist bewusst klein, so klein, dass sich für jede Art eigenes Material entwickeln lässt. Die Einteilung ist unsere, aber sie fasst Unterscheidungen zusammen, die die Lernforschung seit Langem trifft: etwa Wissen, dass etwas so ist, gegenüber Wissen, wie man etwas tut, oder Gagnés Klassen von Lernergebnissen, die von sprachlichem Wissen bis zu Haltungen reichen.

Die ersten vier sind die akademisch vertrauten. Fakten wie das Einmaleins müssen blitzschnell abrufbar sein. Verfahren wie das schriftliche Dividieren folgen festen Regeln und führen jedes Mal zum selben Ergebnis. Konzepte, etwa das Verständnis von Brüchen, erklären, warum ein Verfahren funktioniert. Fall-Urteil ist das Erkennen dessen, was in einer unübersichtlichen Lage gerade zählt, etwa eine Schachstellung zu lesen oder einen historischen Vergleich zu prüfen.

Tippe auf eine Wissensart, um sie hervorzuheben. Jede steht mit einem Alltagsbeispiel.

Die letzten drei verlassen das Klassenzimmer. Körper-Fertigkeiten wie das Radfahren lernt niemand aus einem Quiz. Jemand macht es vor, das Kind probiert, der Körper lernt ohne Worte. Eigenständiges Handeln heißt, ein eigenes Projekt zu wählen, zu planen und durchzuziehen, an Vorhaben, deren Ausgang offen ist und zählt. Und Haltungen wie Ehrlichkeit werden nicht frontal unterrichtet. Sie wachsen aus der Umgebung und dem Vorbild der Menschen, mit denen ein Kind jeden Tag lebt.

Deshalb soll jedes Thema in unserem Wissensnetz seine Wissensart als Etikett tragen. An diesem Etikett hängt, mit welcher Methode das Thema gelernt wird und damit auch, an welcher Stelle des Schultags. Offen ist damit, wie viele verschiedene Formen ein Schultag braucht, um sieben Arten gerecht zu werden.

Drei Modi durch den Tag

Der Schultag hat bei uns drei Formen, drei Modi, auf die sich die sieben Wissensarten verteilen. Kein Thema landet zufällig in einem Stundenplan-Block. Es geht dorthin, wo seine Methode zu Hause ist.

Im Mastery-Modus lernen Kinder Fakten und Verfahren. Er läuft über eine adaptive Lernsoftware, die Mastery-Engine. Sie gibt nach jeder Aufgabe sofort Rückmeldung und lässt ein Kind erst weitergehen, wenn es mindestens 90 Prozent der Aufgaben richtig löst. Gelerntes wiederholt sie in wachsenden Abständen, damit es nicht wieder verdunstet. Woher diese Regeln stammen, beschreibt der Artikel Woher die Ideen kommen. Auch der abfragbare Teil der Konzepte läuft hier mit; in der Grafik ist er gestrichelt.

Der angeleitete Modus, also die Werkstätten, trägt Konzepte und Fall-Urteil, das Wissen, das ein Gespräch braucht. Hier werden Lösungswege verglichen und Fälle nebeneinandergelegt. Die Lernbegleiterin stellt vor allem Fragen: „Warum funktioniert das? Woran erkennst du, dass dieser Fall anders liegt?“ Auch die Körper-Fertigkeiten gehören hierher. Eine Lernbegleiterin macht vor, das Kind übt, und sie sieht, was noch nicht sitzt.

Tippe auf einen der drei Modi. Er leuchtet zusammen mit den Wissensarten auf, die er trägt.

Der freie Modus trägt das eigenständige Handeln: eigene Vorhaben mit spürbarem Ausgang, eigene Entscheidungen und hinterher das Nachdenken darüber, was funktioniert hat. Wer eine Körper-Fertigkeit aus eigenem Antrieb vertiefen will, findet auch dafür hier Zeit. Die Haltungen haben keinen eigenen Platz im Stundenplan. Sie werden in allen drei Modi nebenher gelernt, über die Umgebung und das Vorbild der Erwachsenen. Deshalb verbinden gestrichelte Linien sie mit allen drei Modi.

Daraus ergibt sich die Form des Tages: der Mastery-Modus in kurzen, konzentrierten Blöcken am Vormittag, der angeleitete und der freie Modus am Nachmittag. Das Radfahren zeigt die Aufteilung im Kleinen: Die Physik des Gleichgewichts lässt sich in der Mastery-Engine abfragen. Das Fahren selbst übt ein Kind mit der Lernbegleiterin auf dem Übungsplatz. Wie ein ganzer Tag abläuft, beschreibt der Artikel Ein Tag bei Fido.

Drei Tiefen des Verstehens

Verstehen hat Tiefen. Auf dem Rad heißt das: einer perfekten Kurve zusehen, an einer wackligen sehen, was falsch läuft, und sie schließlich selbst fahren. Das sind drei verschiedene Fähigkeiten, und wer die erste hat, hat noch lange nicht die dritte. Wir nennen die drei Verstehens-Tiefen Erkennen, Beurteilen und Erzeugen. Sie werden anspruchsvoller, und jede braucht ihre eigene Übung. (Wir sagen Tiefe und nicht Stufe, weil Stufen bei uns die Abschnitte eines Fachs sind.)

Tippe auf + und −, um die drei Verstehens-Tiefen hinaufzusteigen. Die Marke zeigt, wo du gerade stehst.

Man kann die drei Tiefen auch als Bild sehen, und das Bild erklärt, warum sie so verschieden viel kosten. Nehmen wir die Brüche. Erkennen heißt: Das Kind hat Punkte gesetzt. Jeder Punkt ist etwas, das es wiedererkennt: ½, ¼, 0,5, „die Hälfte vom Kuchen“.

Zwei Dinge zählen: wie viele Punkte es gibt und wie groß der Hof um jeden Punkt ist. Der Hof sagt, wie verkleidet ein Bruch daherkommen darf, damit das Kind ihn noch erkennt. Ein Punkt mit winzigem Hof wird nur in genau der Form erkannt, in der er geübt wurde. Das ist die häufigste Gestalt von „gelernt“, die in der Probe dann doch versagt.

Beurteilen fügt Verbindungen hinzu: ½ ist gleich 0,5; ¼ ist kleiner als ½; ¼ und ½ ergeben ¾. Jede Art von Beziehung hat ihre eigene Farbe. Ein Urteil („Stimmt das?“) ist immer die Frage, ob zwei Punkte so zusammenhängen, wie behauptet. Deshalb kann man nicht beurteilen, was man nicht erkennt: Eine Verbindung braucht zwei Enden.

Erzeugen schließlich heißt, die Fläche zu kennen, auf der alle Punkte liegen. Wer sie kennt, weiß an jedem Punkt, welche kleinen Schritte auf der Fläche bleiben (Zähler und Nenner verdoppeln) und welche herunterfallen (zu beiden eins dazuzählen). Und er findet Punkte, die ihm nie jemand gezeigt hat: ⅜ liegt zwischen ¼ und ½.

Tippe auf +, um eine Tiefe hinzuzunehmen: erst Punkte, dann Verbindungen, dann die Fläche, alles über dasselbe Wissen zu Brüchen. Ab der zweiten Tiefe zeigt ein Tipp auf einen Punkt seine Verbindungen.

Das Bild zeigt auch, warum eine Erklärung allein die dritte Tiefe nicht liefert. Eine gute Erklärung ist ein Weg über die Fläche. Wer ihn einmal mitgeht, kennt danach die Punkte auf dem Weg und die Verbindungen entlang des Wegs, aber nichts daneben. Ändert man die Aufgabe ein wenig, ist der Weg weg, weil das Kind ihn nie selbst gebaut hat. Die Fläche lernt man nur kennen, indem man selbst losgeht, auch in Richtungen, die sich als falsch herausstellen. Genau das passiert, wenn ein Kind eine Weile an einer Aufgabe ringt, bevor es die Lösung sieht: Es lernt, welche Schritte nicht gehen, und versteht dann, warum der richtige geht.

Nicht jedes Thema braucht die Fläche. Die dritte Tiefe ist die teure: Das Ringen lässt sich nicht abkürzen, weil das Ringen die Arbeit ist. Darum setzen wir die Tiefe pro Thema: Was viele spätere Themen trägt und in immer neuer Verkleidung wiederkehrt (der Stellenwert, die Brüche, der Relativsatz), bekommt die Fläche. Was für sich steht (die Hauptstadt eines Landes, der Name einer Blattform), darf beim Erkennen und Beurteilen bleiben. Mit einer guten Erklärung geht das schnell. Die gesparten Stunden gehören den tragenden Themen.

Wie viel Ringen richtig ist, entscheidet sich nicht an der Erklärung. Sie bleibt so gut wie möglich. Bei den tragenden Themen kommt sie nur später: nach einem eigenen Versuch und im Vergleich mit dem, was das Kind selbst probiert hat. Der Versuch ist begrenzt, und die Grenze setzt das Kind: so viel Eigenarbeit, wie es tragen kann, und Hilfe, bevor die Lust kippt. Ein Versuch, der ohne Lösung endet, hinterlässt weniger als jede Erklärung. Deshalb endet bei uns kein Versuch ohne Lösung, gefunden oder gezeigt.

In der Lernsoftware lässt sich darum jede Übungskarte auf drei Arten stellen, eine pro Tiefe: „Was ist das?“, „Stimmt das?“, „Mach es selbst.“ Und eine Stufe in einem Fach gilt erst als abgeschlossen, wenn das Erzeugen sichtbar geworden ist, in einem eigenen Ergebnis: einem Text, einem Werkstück, einer selbst gefundenen Rechnung. Offen ist damit noch, was gelernt wird und wie der ganze Stoff geordnet ist.

Vier Orientierungen, 22 Fachfamilien

Was gelernt wird, ist in klassischen Stundenplänen nach Verwaltungsfächern sortiert: Deutsch, Mathe, Sport, Biologie. Das Fido-Curriculum gliedert den Stoff danach, was Lernende mit dem Wissen tun. Eine Formel zu beweisen ist eine andere Tätigkeit, als ein Regal zu bauen. Einen Brief zu schreiben ist eine andere, als schwimmen zu lernen. Was man tut, bestimmt, wie man es am besten lernt.

Vier Orientierungen bilden die oberste Ebene: Verstehen umfasst die Disziplinen, die die Wirklichkeit modellieren, von Mathematik bis Geschichte. Erschaffen umfasst alles, was in ein Werk oder eine Aufführung mündet, vom Werkstück bis zum Konzert. Anwenden ist das Rüstzeug, mit dem man in der Gesellschaft zurechtkommt: Sprache, Rechnen, Geld, Medien. Und Sein ist die Sorge für den eigenen Körper und Kopf: Fitness, Gesundheit, Selbsterkenntnis, Gewohnheiten und das Lernen selbst.

Tippe auf eine Orientierung, um ihre Fachfamilien hervorzuheben. Jede der 22 Familien hat genau ein Zuhause auf dieser Karte.

Unterhalb der Orientierungen liegen 22 Fachfamilien. Eine Familie bündelt Fächer, die auf dieselbe Weise gelernt werden. Lesen, Schreiben, Rechtschreibung, Grammatik und das freie Sprechen bilden zusammen Sprache. Radfahren, Schwimmen, Haltung und Atmung bilden zusammen Fitness und Bewegung. Sport als Leistung und Wettkampf gehört dagegen zu Erschaffen: Wer schwimmt, um sicher im Wasser zu sein, lernt bei Fitness und Bewegung, wer Bahnen auf Zeit schwimmt, beim Sport. Was im bayerischen Lehrplan über mehrere Schulfächer verstreut ist, wird hier danach neu zusammengelegt, wie man es lernt.

Das ist keine Abkehr vom Lehrplan. Jedes Fach des bayerischen LehrplanPLUS hat in dieser Ordnung ein Zuhause, und die Zuordnung ist für jedes Fach festgehalten. Die Orientierungen sind eine zweite Landkarte über demselben Gelände. Offen ist damit noch, wie ein Kind in einem einzelnen Fach vorankommt.

Stufen: der Weg durch jedes Fach

Jedes Fach führt über nummerierte Stufen. Eine Stufe ist ein verbindliches Können-Paket, kein Zeitraum. Abgeschlossen ist sie, wenn alles darin sitzt, beim einen Kind nach Monaten, beim anderen nach Jahren. Und sie ist kumulativ: Wer auf Stufe 2 steht, beherrscht weiterhin alles aus Stufe 1. Es gibt kein Durchwinken und kein Sitzenbleiben, nur die Frage: Was kann das Kind schon, und was kommt als Nächstes? Wer das feststellt und woran, beschreibt der Artikel Woran wir Fortschritt erkennen.

Das Radfahren zeigt die Stufen im Kleinen (sie heißen kurz Cy1 bis Cy3, Cy wie englisch cycling). Cy1 (Klasse 1–4): frei fahren, anhalten, Handzeichen geben, bis hin zur polizeilichen Radfahrprüfung der Jugendverkehrsschule. Cy2 (Klasse 5–8): selbstständig im Straßenverkehr, Routen planen, einen Platten flicken. Cy3 (Klasse 9–12): das Rad als Verkehrsmittel für den Alltag, also Mehrtagestour, Wartung, Fahren bei Nacht und Regen. Die Klassenangaben sagen, in welchen Jahrgangsstufen eine Regelschule diesen Stoff behandelt. Sie sind ein Anhaltspunkt, keine Frist. Am Ende der Stufen steht ein Erwachsener, der sich selbstständig mit dem Rad bewegt.

Tippe auf ‹ und ›, um durch die Radfahr-Stufen zu blättern. Jeder dritte Streifen schließt eine Stufe ab; dort leuchtet ihr Abzeichen auf.

Auf dem Weg zu jeder Stufe gibt es Streifen. Das sind kleine Zwischenmarken, die eine Lernbegleiterin vergibt, wenn eine Etappe sitzt. Der Anlass ist immer das Können, nie der Kalender. Die Streifen machen Fortschritt sichtbar, bevor die große Stufe geschafft ist: Ein Kind, das zwei von drei Streifen in Cy1 trägt, sieht selbst, wie nah die Radfahrprüfung schon ist.

Jede Stufe nennt im Lehrplan-Explorer ihre Themen aus dem Wissensnetz, ihre Streifenzahl und ihre typische Dauer. Das Curriculum wächst Fach für Fach. Wo eine Stufe ihre Inhalte noch nicht hat, sagt der Explorer das offen, statt die Leere zu verstecken. Offen bleibt, was nach der letzten Stufe eines Fachs kommt.

Vertiefungen: nach dem Fundament kommt die Wahl

Die Stufenfolge jedes Fachs hat ein definiertes Ende, das Fundament. In den Abiturfächern reicht es bis zum vollen Abitur-Umfang; in der Mathematik führen fünf Stufen, M1 bis M5, dorthin. In allen anderen Fächern reicht es so weit, wie ein Erwachsener es für ein selbstständiges Leben braucht: sicher Rad fahren, sicher schwimmen, mit einem Haushaltsbudget umgehen. Das Fundament ist für jedes Kind verbindlich. Wer noch darunter liegt, bekommt mehr gezielte Übung und mehr Begleitung. Warum die Schule dieses Fundament festlegt und die Höhe darüber nicht, beschreibt der Artikel Wofür Schule da ist.

Jenseits des Fundaments hört die Pflicht auf und die Wahl beginnt: die Vertiefungen. Eine Vertiefung ist ein freiwilliger Weg für die, die ein Fach lieben gelernt haben. In der Mathematik etwa verzweigt sich der Weg in Wettbewerb (Olympiaden), eigene Arbeit (Universitätsstoff, erste eigene Beweise) und Weitergeben (Unterricht für jüngere Lernende). In anderen Fächern verzweigt er sich anders, in der Musik etwa in Auftritt, Komposition und Unterrichten.

Tippe auf ‹ und ›, um von der Pflicht zur Wahl zu blättern. Keine Vertiefung gewählt? Auch das ist erlaubt.

In eine Vertiefung führt ein klar benanntes Tor: eine externe Prüfung, ein beobachtetes Projekt, eine Empfehlung der Lernbegleitung. Das Tor sorgt dafür, dass niemand unvorbereitet hineingeht. Eine zweite Regel sorgt dafür, dass niemand hineingedrängt wird: Eine Vertiefung wird angeboten, nie zugewiesen.

Für Eltern folgt daraus vor allem eines: Breite ist Pflicht, Höhe ist Wahl. Ein Kind muss in jeder Familie das Fundament erreichen. In keiner einzigen muss es darüber hinaus. Wer im Lehrplan-Explorer eine Familie öffnet, sieht beides getrennt: die Stufen als nummerierte Folge, die Vertiefungen als benannte Wege dahinter. Eine Frage bleibt: In welcher Form existiert das alles, sodass der Explorer es zeigen und die Software ein Kind hindurchführen kann?

Wie die Inhalte modelliert sind

Der ganze Lehrplan liegt bei uns als Daten vor: die Wissensarten, die Modi, die Orientierungen, die Stufen. Er bildet ein einziges Wissensnetz, ein Netz aus Knoten und Verbindungen, das eine Maschine lesen und ein Mensch prüfen kann. Nur was sauber modelliert ist, lässt sich zuverlässig zeigen, prüfen und einem einzelnen Kind im richtigen Moment vorlegen.

Der kleinste Baustein ist das Thema, ein Knoten wie „Brüche verstehen“ oder „im Straßenverkehr abbiegen“. An ihm hängt, was die Schule darüber weiß: seine Voraussetzungen, also die Themen, die vorher sitzen müssen, die Konzepte, um die es geht, und die Übungen, deren Lösung die Software prüfen kann. Eine eigene Lehrplan-Ansicht des Netzes hält fest, welchem Teil des bayerischen LehrplanPLUS das Thema entspricht. Die Wissensart, die den Modus bestimmt, soll als Etikett hinzukommen. Die Grafik zeigt diese Verbindungen für ein einzelnes Thema.

Tippe auf ein Thema. Es leuchtet mit allem auf, was das Modell über es festhält.

Über die Voraussetzungen verbinden sich die Themen zu einem Netz, nicht zu einer Liste. Weil das Modell weiß, was auf was aufbaut, kann die Mastery-Engine ein Kind dort abholen, wo es steht, und nicht dort, wo sein Jahrgang steht. Sie legt ihm immer das nächste Thema vor, dessen Voraussetzungen schon erfüllt sind. Die Karte zeigt, was es gibt. Das Netz zeigt, was für dieses Kind als Nächstes drankommt.

Jedes Thema, jede Übung, jeder Artikel ist eine lesbare Textdatei, die wie Programmcode geprüft und versioniert wird. Kaputte Verweise und fehlende Angaben fallen beim Bauen auf, nicht erst im Klassenzimmer. Aus diesen Dateien entstehen die App, der Lehrplan-Explorer und die Daten im Hintergrund. Auch eine Stufe, die noch keine Themen hat, ist ausdrücklich verzeichnet. Deshalb kann der Explorer offen sagen, wo ein Fach noch wächst.

Damit lässt sich die Frage vom Anfang beantworten. Schulstunden, Fach für Fach, behandeln jedes Wissen gleich. Bei uns entscheidet die Wissensart, wie und zu welcher Tageszeit etwas gelernt wird, und das Wissensnetz führt jedes Kind in seinem Tempo durch denselben Lehrplan. Noch nicht fertig ist beides: Die Wissensart steht noch nicht an jedem Thema, und viele Stufen haben ihre Inhalte noch nicht.

Fragen, Einwände, Lust mitzudenken? Schreiben Sie uns – wir antworten persönlich.

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