Bruchteile und Bruchzahlen
Wer hat mehr Kuchen gegessen?
Beim Schulfest stehen zwei gleich große Kuchen: Der Blechkuchen ist in 8 gleich große Stücke geschnitten, die Torte in 12 gleich große. Mia isst 3 Stücke vom Blech, Ben isst 4 Stücke von der Torte. Ben hat mehr Stücke gegessen – aber hat er auch mehr Kuchen gegessen? Das klären wir mit
Anteil am Ganzen
Ein Blechkuchen soll gerecht geteilt werden. Bevor wir etwas aufschreiben, schneide selbst: Der eine Regler bestimmt, in wie viele gleich große Teile das Ganze zerfällt, der andere, wie viele davon gefärbt sind.
Was du eingestellt hast, hat einen Namen. Der Blechkuchen ist das
Der
Auf das Wort gleich kommt es an: Drei Teile verschiedener Größe ergeben keine Drittel. Ob das Ganze ein Rechteck oder ein Kreis ist und welche Teile gefärbt sind, spielt dagegen keine Rolle – 3 von 8 gleichen Teilen sind immer
Auch eine Menge kann das Ganze sein. Von 8 Stücken hat Mia 3 gegessen: Ihr Anteil ist
Bruchteil und Ganzes
Den Bruchteil berechnen
Der Blechkuchen wiegt 1200 g, Mia isst
Erst teilen, dann malnehmen: Zuerst fragt man, wie schwer ein Achtel ist, dann nimmt man 3 davon. Zur Kontrolle hilft ein Blick auf den Bruch:
Das Ganze bestimmen
Umgekehrt: Ein Stück, das
Achte auf das Ganze: Derselbe Bruch meint nicht immer dieselbe Menge.
Erweitern und Kürzen
Bens Torte liegt schon in Stücken da, ein Teil davon ist gegessen. Schneide jedes Stück noch einmal durch, dann noch feiner, und beobachte dabei den gefärbten Teil.
Mehr Stücke, gleich viel Kuchen. Das ist schon die ganze Idee, jetzt in Zahlen. Ben hat 4 von 12 Tortenstücken gegessen:
Kürzen
Der Weg zurück heißt Kürzen: Zähler und Nenner werden durch denselben Teiler dividiert, mehrere kleine Teile werden zu einem großen zusammengefasst. Bens
Ben hat also ein Drittel der Torte gegessen. Kürzt man so lange, bis Zähler und Nenner keinen gemeinsamen Teiler mehr haben, ist der Bruch vollständig gekürzt.
Der Wert bleibt, wenn man mit derselben Zahl malnimmt oder durch dieselbe Zahl teilt. Addiert oder subtrahiert man dagegen, entsteht ein anderer Bruch:
Brüche vergleichen
Gleicher Nenner, gleicher Zähler
Mia hat
Bezugsbrüche
Oft hilft ein Bezugsbruch. Liegt
Wenn nichts passt
Mias
Der Hauptnenner
Für Mia und Ben genügte der gemeinsame Nenner 24. Oft geht es kleiner: Der kleinste gemeinsame Nenner heißt Hauptnenner. Er ist das kleinste gemeinsame Vielfache (kgV) der Nenner. Beispiel
| Nenner | Vielfache |
|---|---|
| 4 | 4, 8, 12, 16, 20, 24, … |
| 6 | 6, 12, 18, 24, … |
Die erste gemeinsame Zahl ist 12, der
Bei großen Nennern hilft die Primfaktorzerlegung. Mit 12 = 2 · 2 · 3 und 18 = 2 · 3 · 3 nimmt man jeden
Zum Schluss erweitert man jeden Bruch auf den Hauptnenner. Der Erweiterungsfaktor ist Hauptnenner : alter Nenner, und der Zähler bekommt denselben Faktor:
Prozent als Bruch
Auf Preisschildern steht selten ein Bruch, oft aber „25 % Rabatt“.
Prozent ist also nur eine andere Schreibweise für einen Bruch mit dem Nenner 100. Am Hundertfeld sieht man das: 35 gefärbte Kästchen von 100 sind
Mit Kürzen wechselt man zum einfachen Bruch:
Damit lassen sich Alltagsfragen lösen. Eine Jacke kostet 60 €, es gibt 25 % Rabatt: 25 % sind
Brüche auf der Zahlengeraden
Ein Bruch ist eine Zahl und hat einen festen Platz auf der Zahlengeraden. Um
Beim Ablesen zählt man die Abstände, nicht die Striche: Vier Striche zwischen 0 und 1 teilen die Strecke in 5 gleiche Abstände, der zweite Strich ist also
Links von der 0 liegen die negativen Bruchzahlen.
Von ℕ über ℤ zu ℚ
Die Zahlengerade zeigt, wie die Zahlen ineinanderliegen: Die
Eindeutigkeit. In ℕ und ℤ hat jede Zahl genau eine Schreibweise. In ℚ hat jede Zahl unendlich viele:
Vorgänger und Nachfolger. Zu 7 gibt es den Nachfolger 8, zu −3 den Vorgänger −4. Bei Brüchen gibt es das nicht: Zwischen zwei Brüchen liegt immer noch ein weiterer, zum Beispiel ihre Mitte.