Lineare Funktionen

30 Minuten · 8 Abschnitte

Ab wann lohnt sich der andere Tarif?

Tarif A verlangt sechs Euro GrundgebĂŒhr und zehn Cent je Minute, Tarif B keine GrundgebĂŒhr, aber 25 Cent je Minute. Wer selten telefoniert, fĂ€hrt mit B besser, wer oft telefoniert, mit A: Nach 20 Minuten zahlt man bei A 8 €, bei B 5 €; nach 60 Minuten bei A 12 €, bei B 15 €. Irgendwo dazwischen kippt es. Doch wo genau?

Beide Preise wachsen gleichmĂ€ĂŸig, beide Graphen sind Geraden. Wir lernen, was an so einer Geraden Steigung und Startwert heißt, wie man ihre Gleichung aufstellt – und wo sich zwei Geraden schneiden.

Die Ursprungsgerade

Zwei Handytarife: Schiebe den Punkt P von Tarif B nach rechts, also zu mehr Minuten, und beobachte, wie der Preis mitwÀchst. Dann kippe die Gerade mit dem zweiten Regler.

Schiebe P mit dem Regler x und beobachte die beiden Quotienten-Chips. Welcher bleibt gleich, der von Tarif B oder der von Tarif A?

Tarif B hat eine Eigenschaft, die Tarif A fehlt. Er ist der einfachere. 10 Minuten kosten 2,50 €, 20 Minuten 5 €, 30 Minuten 7,50 €: doppelte Zeit, doppelter Preis, dreifache Zeit, dreifacher Preis. Das kennst du als direkte ProportionalitĂ€t. Man erkennt sie am Quotienten: Teilt man jeden Preis durch seine Minuten, kommt immer dasselbe heraus, y : x = 2,5 : 10 = 5 : 20 = 7,5 : 30 = 0,25.

Dieser feste Quotient heißt ProportionalitĂ€tsfaktor a, hier der Preis je Minute. Mit ihm lautet der Term

TrĂ€gt man die Wertepaare als Punkte ein, erst die Minuten nach rechts, dann den Preis nach oben, liegen sie auf einer Geraden durch den Ursprung, der Ursprungsgerade: 0 Minuten kosten 0 €. In der Abbildung ist P ein Punkt dieser Geraden. Schiebe ihn mit dem Regler x von 20 auf 60 Minuten: Der Preis steigt von 5 € auf 15 €, der Chip y : x bleibt bei 0,25. Nur der Regler a Ă€ndert ihn, und mit ihm kippt die Gerade.

Tarif A

Tarif A, die orange gestrichelte Gerade mit dem Punkt Q, passt nicht in dieses Muster. Nach 20 Minuten kostet er 8 €, nach 60 Minuten 12 €: dreifache Zeit, aber nicht dreifacher Preis. Sein Quotient ist einmal 8 : 20 = 0,40 und einmal 12 : 60 = 0,20, und seine Gerade beginnt auf der y-Achse bei 6 €, nicht im Ursprung. Auch Alter und KörpergrĂ¶ĂŸe eines Kindes wachsen gemeinsam, ohne dass ihr Quotient gleich bleibt. Nicht jedes „mehr – mehr“ ist proportional.

Tarif A ist trotzdem eine Gerade, und jede Minute kostet bei ihm gleich viel. Einen festen Faktor a hat er nicht. Wie misst man dann, wie steil er ist?

Steigung als Änderungsrate

Das Steigungsdreieck

Bei Tarif A ist y : x nicht fest. Fest ist etwas anderes, das du vom Änderungsverhalten kennst: der Zuwachs. Bei einer Geraden wĂ€chst y bei jedem Schritt um dasselbe StĂŒck. Jede weitere Minute kostet bei Tarif A 0,10 €, ob es die fĂŒnfte ist oder die fĂŒnfzigste. Diesen Zuwachs misst man an jeder Geraden auf dieselbe Weise.

Die Gerade in der Abbildung begleitet uns durch die nÀchsten Abschnitte. Geh vom Punkt A(1 | 3) aus 2 nach rechts und dann 4 nach oben: Du landest in B(3 | 7) wieder auf der Geraden. Auf 2 Schritte nach rechts kommen 4 nach oben, also 4 : 2 = 2 nach oben je Schritt nach rechts.

Mach das Dreieck mit dem unteren Regler breiter und schieb es mit dem oberen an der Geraden entlang. Welcher Chip bleibt immer gleich?

Das rechtwinklige Dreieck aus den beiden Wegen heißt Steigungsdreieck. Seine Breite heißt Δx (gesprochen „Delta x“), seine Höhe Δy. Δ ist das griechische D, fĂŒr Differenz: Δx ist kein Produkt aus Δ und x, sondern der Unterschied zweier x-Werte, hier Δx = 3 − 1 = 2 und Δy = 7 − 3 = 4. Den Quotienten nennt man die Steigung m der Geraden:

Wie groß das Dreieck ist und wo es sitzt, spielt keine Rolle. Der Chip zeigt es: 1 nach rechts heißt 2 nach oben, und weiter oben, ab (2 | 5), heißt 2 nach rechts wieder 4 nach oben. Nicht vertauschen: Wer Δx : Δy rechnet, erhĂ€lt 2 : 4 = 0,5, eine Gerade, die viermal flacher wĂ€re als die gezeichnete.

Steigen, fallen, je Einheit

Bei ist : Die Steigung ist die Änderungsrate, die Änderung von y, wenn x um 1 wĂ€chst. In einer Sachaufgabe trĂ€gt sie eine Einheit. Tarif A kostet nach 20 Minuten 8 €, nach 60 Minuten 12 €: Δx = 40 Minuten, Δy = 4 €, also m = 4 € : 40 min = 0,10 € je Minute, genau der Minutenpreis. Bei Tarif B ist m = 0,25 € je Minute, der Faktor a der Ursprungsgeraden: Bei einer Ursprungsgeraden sind Steigung und ProportionalitĂ€tsfaktor dieselbe Zahl.

Das Vorzeichen zeigt die Richtung, von links nach rechts gelesen: steigt, fĂ€llt, ist waagerecht. Und die Steigung ist keine Höhe: Nach 20 Minuten liegt Tarif A höher als B, 8 € gegenĂŒber 5 €, und ist trotzdem flacher, 0,10 gegenĂŒber 0,25.

Ziehe m von 2 durch null bis −2. Ab wann fĂ€llt die Gerade, und was passiert mit Δy?

Bei jedem m geht diese Gerade durch denselben Punkt (0 | 1) auf der y-Achse. Die Steigung allein legt also keine Gerade fest: Tarif A hat dieselbe Steigung wie die Ursprungsgerade y = 0,10 · x und liegt doch ĂŒberall 6 € darĂŒber.

Was m und t bedeuten

Steigung und Startwert

Zwei Regler, eine Gerade. Bewege zuerst nur den einen, dann nur den anderen, und achte darauf, was die Gerade jeweils tut: Wandert sie, oder dreht sie sich?

Ändere erst t, dann m. Welcher der beiden Regler lĂ€sst den Punkt S auf der y-Achse wandern, welcher kippt die Gerade?

Jeder der beiden Regler ist eine Zahl im Term der Geraden. Tarif A kostet 6 € GrundgebĂŒhr und 0,10 € je Minute. Nach x Minuten zahlt man also . Der Preis hat zwei Teile: Der erste wĂ€chst mit jeder Minute um die Steigung 0,10, der zweite ist schon bei 0 Minuten da. Setzt man ein, bleibt : Die Gerade trifft die y-Achse in (0 | 6). Das kennst du von den Schnittpunkten mit den Achsen: Jeder Graph schneidet die y-Achse bei x = 0, im Punkt S(0 | f(0)).

Jede Gerade aus diesem Kurs lÀsst sich so schreiben:

Dabei ist m die Steigung aus dem Steigungsdreieck, die Zahl bei x, und t heißt y-Achsenabschnitt, die allein stehende Zahl. Die Gerade trifft die y-Achse im Punkt ; in einer Sachaufgabe ist t der Startwert, bei Tarif A die GrundgebĂŒhr. Die Gerade mit dem Steigungsdreieck ist mit und , ihr S ist (0 | 1). Bei ist und : Zur Zahl gehört ihr Vorzeichen, und die Reihenfolge der Summanden ist egal. Die Ursprungsgerade ist der Fall .

t verschiebt, m dreht

Ändert man t, wandert die Gerade nach oben oder unten, ohne zu kippen: Sie bleibt parallel zur alten. Ändert man m, kippt sie um den Punkt , steiler oder flacher. Zwei Geraden mit gleichem m sind parallel; zwei mit gleichem t treffen sich auf der y-Achse. So liegen Tarif A und die Ursprungsgerade y = 0,10 · x parallel, 6 € ĂŒbereinander.

Nicht verwechseln: Bei macht nicht die 7 die Gerade steil, sondern die 2. Die 7 ist nur die Höhe bei . Und t ist nicht die Stelle, an der die Gerade die x-Achse trifft: trifft sie links vom Ursprung, nicht bei 1.

Die orangefarbene Gerade g startet parallel zu y = 2x + 1, 3 darunter. Ändere zuerst nur t₂: Bleibt sie parallel? Dann m₂: Ab welchem Wert ist sie es nicht mehr?

Mit m und t ist jede solche Gerade festgelegt. Zwei Fragen bleiben: Wie zeichnet man sie, und wie kommt man von einer gezeichneten Geraden zurĂŒck zu m und t?

Geraden zeichnen und ablesen

Eine Gerade zeichnen

FĂŒr markiert man zuerst . Von dort geht man mit dem Steigungsdreieck 1 nach rechts und m = 2 nach oben und erreicht , den Punkt A vom Steigungsdreieck. Zwei Punkte legen die Gerade fest; ein dritter dient als Probe: Noch 2 nach rechts und 4 nach oben liegt , der Punkt B. In der Abbildung ist das der Start: S, das Dreieck und der zweite Punkt.

Ist die Steigung ein Bruch , geht man q nach rechts und p nach oben, bei negativem p nach unten. FĂŒr sind das 4 nach rechts und 3 hoch, fĂŒr 3 nach rechts und 2 hinunter: Der Nenner gehört nach rechts, der ZĂ€hler nach oben.

Stelle p auf −2 und q auf 3. In welche Richtung zeigt jeder Schritt, und wie Ă€ndert sich die Gerade, wenn p das Vorzeichen wechselt?

Die Gleichung ablesen

RĂŒckwĂ€rts liest man t dort ab, wo die Gerade die y-Achse trifft, und m an einem Steigungsdreieck zwischen zwei Gitterpunkten, mit Vorzeichen. Ein großes Dreieck liest genauer ab als ein kleines. Unsere Gerade trifft die y-Achse bei 1 und steigt von nach : , , wieder . Wer t dort abliest, wo die Gerade die x-Achse trifft, bekommt eine Zahl links vom Ursprung und eine falsche Gleichung.

Stelle m und t so ein, dass die cyanfarbene Gerade die orangefarbene gestrichelte deckt. Welche Werte sind es?

Geradengleichung aufstellen

Aus Punkt und Steigung, aus zwei Punkten

Oft kennt man von einer Geraden nur die Steigung und einen Punkt. Eine Gerade hat m = 2 und geht durch . Es fehlt nur t. Weil B auf der Geraden liegt, muss die Punktprobe stimmen, die du von Funktionen kennst: Setzt man die x-Koordinate ein, kommt die y-Koordinate heraus. Also . Diese Gleichung löst man wie jede andere, auf beiden Seiten 6 abziehen: . Die Gleichung lautet . Allgemein gilt fĂŒr einen Punkt : . Wer die 6 addiert statt abzieht, erhĂ€lt t = 13, und verfehlt B: , nicht 7.

Sind zwei Punkte gegeben, berechnet man erst m und dann t. FĂŒr und ist . Dann setzt man A ein: , also . Zur Probe muss B passen: . Beide Wege fĂŒhren auf dieselbe Gerade zurĂŒck. ZĂ€hler und Nenner subtrahiert man in derselben Reihenfolge: wĂ€re eine fallende Gerade, obwohl B rechts oberhalb von A liegt. In der Abbildung ist A fest; verschiebe B und lies m und t an den Chips ab. Bei B(3 | 7) zeigen sie 2 und 1.

A ist fest, B startet bei (3 | 7). Verschiebe B. Bei welcher Lage von B ist m negativ, und was zeigt dann der Chip t?

Waagerecht und senkrecht

Haben beide Punkte dasselbe y, ist und : Die Gerade ist waagerecht. Haben sie dasselbe x, ist , und durch null teilt man nicht: Es gibt keine Steigung. Die senkrechte Gerade ist auch keine Funktion, denn eine Funktion ordnet jedem x genau ein y zu, und hier gehören zu dem einen x unendlich viele y. Deshalb schreibt man senkrechte Geraden nicht als y = m · x + t, sondern als x = a.

Verschiebe beide Geraden. Welche lÀsst sich als y = m · x + t schreiben, und welche nicht?

Nullstelle und Schnittpunkt

Die Nullstelle einer Geraden

Wo trifft die x-Achse? Dort, wo ist: Das ist die Nullstelle, wie du sie von Funktionen kennst, die Stelle mit f(x) = 0. Man löst : auf beiden Seiten 1 abziehen, , durch 2 teilen, . Der Punkt ist , links vom Ursprung, wie schon bei t behauptet. Zur Probe: . In der Abbildung sitzt N genau dort.

Dieselben Schritte mit Buchstaben: ergibt (gesprochen „x null“, fĂŒr ), hier . Wer das Minus vergisst, erhĂ€lt +0,5. Das kann nicht stimmen: Die Gerade steigt und liegt bei x = 0 schon bei 1, ĂŒber der Achse, also muss sie die Achse links davon treffen.

Ändere t bei festem m: Wohin wandert N? Ändere dann m: Was Ă€ndert sich an x₀?

Schnittpunkt und Parallelen

Die x-Achse ist selbst eine Gerade, y = 0. FĂŒr zwei beliebige Geraden geht man genauso vor. Die fallende Gerade kreuzt unsere; in der zweiten Abbildung ist sie orange, unsere cyan. Im Schnittpunkt haben beide dasselbe x und dasselbe y, also setzt man die Terme gleich: . Wie bei jeder Gleichung mit x auf beiden Seiten: x addieren und 1 abziehen ergibt , also . Dann setzt man in einen Term ein: , und zur Probe in den anderen: . Der Schnittpunkt ist ; erst mit beiden Koordinaten ist er fertig. (S steht fĂŒr Schnittpunkt, wie bei S(0 | t) auf der y-Achse.)

So beantwortet man auch die Frage vom Anfang. Tarif A kostet , Tarif B . Gleichsetzen: , also und . Einsetzen: . Nach 40 Minuten kosten beide Tarife 10 €.

Haben zwei Geraden dieselbe Steigung, sind sie parallel. FĂŒr unsere Gerade und ihre Parallele g fĂŒhrt auf , eine falsche Aussage: Es gibt keinen Schnittpunkt. Stimmen auch die t ĂŒberein, ist die Gleichung immer wahr, und die Geraden sind identisch.

Die orangefarbene Gerade startet als y = −x + 7. Ändere t₁: Welcher Chip von S Ă€ndert sich? Bringe m₁ dann bis 1,5, so nah an die Steigung 2 wie möglich: Wohin lĂ€uft S?

Lineare Ungleichungen

Am Graphen lösen

FĂŒr welche x ist ? Eine solche Ungleichung ist, wie a < 3, fĂŒr manche Zahlen wahr und fĂŒr andere falsch; alle passenden x zusammen bilden ihre Lösungsmenge. Am Graphen lautet die Frage: Wo liegt unsere Gerade oberhalb der waagerechten Geraden ? Die Grenze ist die Stelle, an der sich beide schneiden: ergibt . Weil die Gerade steigt, liegt die Lösung rechts davon: . Probe mit einer Zahl auf jeder Seite: x = 3 ergibt 7, grĂ¶ĂŸer als 5; x = 1 ergibt 3, nicht grĂ¶ĂŸer als 5.

Schiebe c nach oben. Wohin wandert die Grenze, und wie Ă€ndert sich der grĂŒne Bereich?

Umformen und das Zeichen

Rechnerisch löst man wie eine Gleichung: , auf beiden Seiten 1 abziehen, , durch 2 teilen, . Mit einer Ausnahme: Multipliziert oder teilt man mit einer negativen Zahl, dreht sich das Zeichen um. Der Grund liegt am Zahlenstrahl: 2 < 3, aber , denn −2 liegt rechts von −3. Mal −1 spiegelt alle Zahlen am Nullpunkt, und die Reihenfolge kehrt sich um.

Die fallende Gerade vom Schnittpunkt: ergibt , und geteilt durch −1 wird daraus . Wer das Zeichen nicht umdreht, schreibt x > 2, aber x = 3 ergibt −3 + 7 = 4, und 4 ist nicht grĂ¶ĂŸer als 5. Der Graph zeigt es: Die Gerade fĂ€llt, deshalb liegt die Lösung links der Grenze.

Gleiche Grenze bei c = 5, andere Gerade. Schiebe c wie oben nach oben: In welche Richtung wandert die Grenze jetzt, und auf welcher Seite liegt der grĂŒne Bereich?

Die Lösungsmenge als Intervall

Die Lösungsmenge schreibt man als Intervall. Gehört die Grenze dazu (≀, ≄), steht die abgeschlossene Klammer, sonst die offene: ist , gelesen „von 2 bis unendlich, ohne 2“. Die fallende Gerade lieferte , also , und ist . Bei (unendlich) steht immer die offene Klammer, denn ∞ ist keine Zahl, die man erreicht. Zur Probe setzt man eine Zahl aus der Lösungsmenge und eine außerhalb ein.

Zahlenstrahl mit den Lösungsmengen ]2; ∞[ und ]−∞; −1]−3−2−1012345L₁ = ]2; ∞[L₂ = ]−∞; −1]
Offener Punkt: gehört nicht dazu; gefĂŒllter Punkt: gehört dazu.

Lineare Modelle

Vom Text zur Funktion

Die Tarife vom Anfang sind ein lineares Modell: eine GrĂ¶ĂŸe, die sich gleichmĂ€ĂŸig Ă€ndert. Aus dem Text liest man zwei Zahlen, den Startwert t (GrundgebĂŒhr, Anfangsmenge) und die Änderung je Einheit m (Preis je Minute, Verbrauch je Stunde). Tarif A ergibt , Tarif B ohne GrundgebĂŒhr . Wer die beiden Zahlen vertauscht und schreibt, zahlt nach 20 Minuten 120,10 €. Die Einheiten verhindern das: 6 € fallen einmal an, 0,10 € je Minute.

Im Sachzusammenhang tragen m und t Einheiten, und jeder besondere Punkt hat eine Bedeutung. t ist der Wert bei : 6 € fĂŒr null Minuten. Der Schnittpunkt S(40 | 10), in der Abbildung pink, heißt: Bei 40 Minuten kosten beide Tarife 10 €. Davor ist B gĂŒnstiger, nach 20 Minuten 5 € statt 8 €, danach A, nach 60 Minuten 12 € statt 15 €. Das ist die Antwort vom Anfang: Wer mehr als 40 Minuten telefoniert, nimmt A. „40“ allein sagt nichts, „40 Minuten“ schon.

Tarif A ist orange, Tarif B cyan wie am Anfang. Stelle den Minutenpreis von A auf 0,15 €: Ab wie vielen Minuten lohnt sich A jetzt? Senke dann die GrundgebĂŒhr: Wohin wandert S?

Auch die Nullstelle bekommt erst im Sachzusammenhang einen Sinn, oder keinen. Die von Tarif A liegt bei , sechzig Minuten vor dem GesprĂ€ch, und bedeutet nichts. Bei einem Akku, der gleichmĂ€ĂŸig leer wird, ist die Nullstelle dagegen der Zeitpunkt, an dem er leer ist.

Wo das Modell endet

Ein lineares Modell passt nur, wenn gleichen Schritten in x gleiche ZuwĂ€chse in y entsprechen. Bei 2, 4, 8, 16 wĂ€chst y jedes Mal stĂ€rker; die Gerade durch die ersten Punkte weicht schnell ab. Und auch ein passendes Modell gilt nur fĂŒr sinnvolle x: rechnet nicht fĂŒr negative Minuten. PrĂŒfe erst die ZuwĂ€chse und den GĂŒltigkeitsbereich, dann vertraue dem Modell.

Gehe mit x von 0 bis 4. Ab wann liegen die Werte f(x) und die Gerade g(x) deutlich auseinander?

Auch die Tarife sind ein Modell. Viele Anbieter rechnen jede angefangene Minute voll ab; dann ist der Preis eine Treppe, keine Gerade. Der Schnittpunkt bleibt trotzdem bei 40 Minuten, weil 40 eine ganze Zahl ist. RĂŒckblickend lief jede Frage dieses Kurses auf zwei Zahlen hinaus: m sagt, um wie viel y je Schritt wĂ€chst, t, wo es beginnt. Zeichnen, Aufstellen, Nullstelle, Schnittpunkt und Ungleichung sind Rechnungen mit m und t.

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