Lineare Funktionen
Ab wann lohnt sich der andere Tarif?
Tarif A verlangt sechs Euro GrundgebĂŒhr und zehn Cent je Minute, Tarif B keine GrundgebĂŒhr, aber 25 Cent je Minute. Wer selten telefoniert, fĂ€hrt mit B besser, wer oft telefoniert, mit A: Nach 20 Minuten zahlt man bei A 8 âŹ, bei B 5 âŹ; nach 60 Minuten bei A 12 âŹ, bei B 15 âŹ. Irgendwo dazwischen kippt es. Doch wo genau?
Beide Preise wachsen
Die Ursprungsgerade
Zwei Handytarife: Schiebe den Punkt P von Tarif B nach rechts, also zu mehr Minuten, und beobachte, wie der Preis mitwÀchst. Dann kippe die Gerade mit dem zweiten Regler.
Tarif B hat eine Eigenschaft, die Tarif A fehlt. Er ist der einfachere. 10 Minuten kosten 2,50 âŹ, 20 Minuten 5 âŹ, 30 Minuten 7,50 âŹ: doppelte Zeit, doppelter Preis,
dreifache Zeit, dreifacher Preis. Das kennst du als direkte ProportionalitÀt. Man erkennt sie am
Quotienten: Teilt man jeden Preis durch seine Minuten, kommt immer dasselbe heraus,
Dieser feste Quotient heiĂt ProportionalitĂ€tsfaktor
TrÀgt man die Wertepaare als Punkte
Tarif A
Tarif A, die orange gestrichelte Gerade mit dem Punkt Q, passt nicht in dieses Muster. Nach 20 Minuten kostet er 8 âŹ, nach 60 Minuten 12 âŹ: dreifache Zeit, aber nicht dreifacher Preis. Sein Quotient ist einmal 8 : 20 = 0,40 und einmal 12 : 60 = 0,20, und seine Gerade beginnt auf der y-Achse bei 6 âŹ, nicht im Ursprung. Auch Alter und KörpergröĂe eines Kindes wachsen gemeinsam, ohne dass ihr Quotient gleich bleibt. Nicht jedes âmehr â mehrâ ist proportional.
Tarif A ist trotzdem eine Gerade, und jede Minute kostet bei ihm gleich viel. Einen festen Faktor a hat er nicht. Wie misst man dann, wie steil er ist?
Steigung als Ănderungsrate
Das Steigungsdreieck
Bei Tarif A ist y : x nicht fest. Fest ist etwas anderes, das du vom Ănderungsverhalten kennst: der Zuwachs. Bei einer Geraden wĂ€chst y bei jedem Schritt um dasselbe StĂŒck. Jede weitere Minute kostet bei Tarif A 0,10 âŹ, ob es die fĂŒnfte ist oder die fĂŒnfzigste. Diesen Zuwachs misst man an jeder Geraden auf dieselbe Weise.
Die Gerade in der Abbildung begleitet uns durch die nÀchsten Abschnitte. Geh vom Punkt A(1 | 3) aus 2 nach rechts und dann 4 nach oben: Du landest in B(3 | 7) wieder auf der Geraden. Auf 2 Schritte nach rechts kommen 4 nach oben, also 4 : 2 = 2 nach oben je Schritt nach rechts.
Das rechtwinklige Dreieck aus den beiden Wegen heiĂt Steigungsdreieck. Seine Breite heiĂt
Wie groĂ das Dreieck ist und wo es sitzt, spielt keine Rolle. Der Chip zeigt es: 1 nach rechts heiĂt 2 nach oben, und weiter oben, ab (2 | 5), heiĂt 2 nach rechts wieder 4 nach oben. Nicht vertauschen: Wer Îx : Îy rechnet, erhĂ€lt 2 : 4 = 0,5, eine Gerade, die viermal flacher wĂ€re als die gezeichnete.
Steigen, fallen, je Einheit
Bei
Das Vorzeichen zeigt die Richtung, von links nach rechts gelesen:
Bei jedem m geht diese Gerade durch denselben Punkt (0 | 1) auf der y-Achse. Die Steigung allein legt also keine Gerade fest: Tarif A hat dieselbe Steigung wie die Ursprungsgerade y = 0,10 · x und liegt doch ĂŒberall 6 ⏠darĂŒber.
Was m und t bedeuten
Steigung und Startwert
Zwei Regler, eine Gerade. Bewege zuerst nur den einen, dann nur den anderen, und achte darauf, was die Gerade jeweils tut: Wandert sie, oder dreht sie sich?
Jeder der beiden Regler ist eine Zahl im Term der Geraden. Tarif A kostet 6 ⏠GrundgebĂŒhr und 0,10 ⏠je Minute. Nach x Minuten zahlt man also
Jede Gerade aus diesem Kurs lÀsst sich so schreiben:
Dabei ist
t verschiebt, m dreht
Ăndert man
Nicht verwechseln: Bei
Mit m und t ist jede solche Gerade festgelegt. Zwei Fragen bleiben: Wie zeichnet man sie, und wie kommt man von einer gezeichneten Geraden zurĂŒck zu m und t?
Geraden zeichnen und ablesen
Eine Gerade zeichnen
FĂŒr
Ist die Steigung ein Bruch
Die Gleichung ablesen
RĂŒckwĂ€rts liest man
Geradengleichung aufstellen
Aus Punkt und Steigung, aus zwei Punkten
Oft kennt man von einer Geraden nur die Steigung und einen Punkt. Eine Gerade hat
Sind zwei Punkte gegeben, berechnet man erst
Waagerecht und senkrecht
Haben beide Punkte dasselbe y, ist
Nullstelle und Schnittpunkt
Die Nullstelle einer Geraden
Wo trifft
Dieselben Schritte mit Buchstaben:
Schnittpunkt und Parallelen
Die x-Achse ist selbst eine Gerade, y = 0. FĂŒr zwei beliebige Geraden geht man genauso vor. Die fallende Gerade
So beantwortet man auch die Frage vom Anfang. Tarif A kostet
Haben zwei Geraden dieselbe Steigung, sind sie parallel. FĂŒr unsere Gerade und ihre Parallele g fĂŒhrt
Lineare Ungleichungen
Am Graphen lösen
FĂŒr welche x ist
Umformen und das Zeichen
Rechnerisch löst man wie eine Gleichung:
Die fallende Gerade vom Schnittpunkt:
Die Lösungsmenge als Intervall
Die Lösungsmenge schreibt man als Intervall. Gehört die Grenze dazu (â€, â„), steht die
abgeschlossene Klammer, sonst die offene:
Lineare Modelle
Vom Text zur Funktion
Die Tarife vom Anfang sind ein lineares Modell: eine GröĂe, die sich gleichmĂ€Ăig Ă€ndert. Aus dem Text liest man
zwei Zahlen, den
Im Sachzusammenhang tragen m und t Einheiten, und jeder besondere Punkt hat eine Bedeutung. t ist der Wert bei
Auch die Nullstelle bekommt erst im Sachzusammenhang einen Sinn, oder keinen. Die von Tarif A liegt bei
Wo das Modell endet
Ein lineares Modell passt nur, wenn gleichen Schritten in x gleiche ZuwÀchse in y entsprechen. Bei 2, 4, 8, 16 wÀchst y jedes
Mal stĂ€rker; die Gerade durch die ersten Punkte weicht schnell ab. Und auch ein passendes Modell gilt nur fĂŒr sinnvolle x:
Auch die Tarife sind ein Modell. Viele Anbieter rechnen jede angefangene Minute voll ab; dann ist der Preis eine Treppe, keine Gerade. Der Schnittpunkt bleibt trotzdem bei 40 Minuten, weil 40 eine ganze Zahl ist. RĂŒckblickend lief jede Frage dieses Kurses auf zwei Zahlen hinaus: m sagt, um wie viel y je Schritt wĂ€chst, t, wo es beginnt. Zeichnen, Aufstellen, Nullstelle, Schnittpunkt und Ungleichung sind Rechnungen mit m und t.