KenngröĂen von Daten
Reicht ein Durchschnitt?
Die 7a und die 7b schreiben denselben Test. Beide Klassen kommen im Mittel auf 15 Punkte, die Lehrerin sagt: âGleich gut.â Ein Blick auf die
Ergebnisse zeigt: In der 7a liegen alle zwischen 12 und 17 Punkten, in der 7b zwischen 3 und 26. Ist das wirklich âgleich gutâ? Dieser Text fĂŒhrt
vom Mittelwert zu neuen KenngröĂen â
Der Median
Sieben Kinder der 7c messen ihren Schulweg: 12, 5, 30, 8, 15, 10 und 9 Minuten. Das arithmetische Mittel kennst du aus Klasse 6. Der
Median ist ein zweiter
Was der Median sagt: Genauso viele Werte liegen darunter wie darĂŒber. Der Strich im Bild zeigt es â links und rechts von ihm liegt je die HĂ€lfte
der ĂŒbrigen Punkte, wenn er auf dem
Bei einer geraden Anzahl gibt es keinen einzelnen mittleren Wert. Kommt ein achtes Kind mit 20 Minuten dazu, stehen 10 und 12 in der Mitte. Der Median ist ihr Mittel: (10 + 12) : 2 = 11 Minuten â kein Wert der Liste, aber genau in der Mitte.
Mittelwert oder Median?
FĂŒr die 7c (5, 8, 9, 10, 12, 15 und 30 Minuten) ist der
Das Mittel folgt dem AusreiĂer, einem Wert, der weit von den ĂŒbrigen entfernt liegt: Er geht mit seinem ganzen Betrag in die Summe ein. FĂŒr den Median zĂ€hlt nur, an welcher Stelle er in der Reihenfolge steht â er bleibt bei 10. Deshalb liegt bei wenigen sehr groĂen Werten das Mittel ĂŒber dem Median.
Welche KenngröĂe passt, hĂ€ngt von der Frage ab. Fragt man nach einem typischen Wert, ist bei AusreiĂern der Median besser. Fragt man nach der Summe, passt das Mittel, denn Mittelwert · Anzahl = Summe. Eine Firma wirbt: âBei uns verdient man im Durchschnitt 4âŻ700 âŹ.â FĂŒnf Angestellte verdienen 2âŻ300 bis 2âŻ700 âŹ, die GeschĂ€ftsfĂŒhrerin 15âŻ700 âŹ. Ein typischer Angestellter verdient den Median: 2âŻ550 âŹ.
Spannweite und Streuung
ZurĂŒck zum Test. Die 7a hat 12, 13, 14, 14, 15, 15, 15, 16, 16, 16, 17 und 17 Punkte erreicht, die 7b 3, 5, 8, 11, 14, 15, 16, 18, 19, 21, 24 und 26. Beide Klassen haben das Mittel 15 Punkte â und doch sehen die Ergebnisse völlig verschieden aus. Man sagt: Die Werte streuen verschieden stark.
Das einfachste MaĂ fĂŒr die Streuung ist die Spannweite:
Die Spannweite hat eine SchwĂ€che: Sie hĂ€ngt nur an den beiden Ă€uĂersten Werten. Ein einziger AusreiĂer macht sie groĂ, obwohl fast alle Werte eng beieinander liegen: Kommt zur 7a ein Kind mit 2 Punkten dazu, wĂ€chst ihre Spannweite von 5 auf 15, obwohl 12 von 13 Kindern zwischen 12 und 17 Punkten liegen. Ăber die Mitte der Daten sagt sie nichts. DafĂŒr braucht man KenngröĂen, die auf das Innere der Daten schauen: die Quartile im nĂ€chsten Abschnitt.
Quartile
HĂ€lften und Quartile
Der Median teilt die geordneten Werte in zwei HĂ€lften. Bei der 7b sind das unten 3, 5, 8, 11, 14, 15 und oben 16, 18, 19, 21, 24, 26. Das
untere Quartil
Ein Viertel in jedem Abschnitt
Der Abstand der beiden Quartile heiĂt Quartilsabstand:
Der Boxplot
FĂŒnf Zahlen, ein Bild
Aus den Ergebnissen der 7b gewinnt man fĂŒnf KenngröĂen: Minimum 3,
Die Skala hat gleiche AbstĂ€nde, und jede KenngröĂe steht genau dort, wo ihr Wert liegt. Darum steht der Medianstrich nicht automatisch in der Mitte der Box: Die Mitte der Box wĂ€re bei 14,75, der Median liegt bei 15,5. Beim Zeichnen geht man in dieser Reihenfolge vor: Skala, Box von qâ bis qâ, Medianstrich, Antennen.
Ein AusreiĂer im Boxplot
Was passiert, wenn der gröĂte Wert wĂ€chst? Nur die rechte Antenne wird lĂ€nger. Box und Median bleiben stehen, denn qâ und der Median hĂ€ngen nicht
vom gröĂten Wert ab. Die
Die Box ist also der Teil des Boxplots, den einzelne AusreiĂer kaum stören.
Boxplots lesen
Vier Abschnitte
An einer Bushaltestelle wurden an 12 Tagen die Wartezeiten notiert (in Minuten): 1, 2, 2, 3, 3, 4, 7, 8, 10, 14, 20, 26. Daraus folgen Minimum 1,
Aus dem Bild liest man die
Was der Boxplot nicht zeigt
Der Boxplot zeigt nicht, wie viele Werte es gibt, welche Werte im Einzelnen vorkommen und wie groĂ das Mittel ist. Derselbe Boxplot passt zu 12 Werten ebenso wie zu 24. Nur Minimum und Maximum kommen sicher in den Daten vor; ob zwischen zwei KenngröĂen ein bestimmter Wert steht, verrĂ€t der Boxplot nicht.
Boxplots vergleichen
Lage: Wo liegt die Mitte?
Zwei Boxplots vergleicht man auf derselben Skala in zwei Schritten. Zuerst die
Streuung: Wie lang ist die Box?
Dann die Streuung: Welche Box und welche Antennen sind lÀnger? Bei den Klassen 7a und 7b vom Anfang (beide Mittel 15) liegen die
Mediane fast gleich, bei 15 und 15,5. Aber die
Um zu einer Datenliste den passenden Boxplot zu finden, bestimmt man Minimum, qâ, Median, qâ und Maximum und sucht den Boxplot, dessen Marken genau an diesen fĂŒnf Stellen stehen.
Aussagen beurteilen
An zwei Buslinien wurden die Wartezeiten notiert (Minuten). Was darf man aus den Boxplots schlieĂen?
Drei Schritte helfen. Erstens eine KenngröĂe nennen: im
- âIm Median wartet man an Linie 9 eine Minute lĂ€nger (7 statt 6 Minuten).â â stimmt: 7 â 6 = 1.
- âBei mindestens einem Viertel der FahrgĂ€ste wartet man an Linie 9 mindestens 14 Minuten.â â stimmt: Das ist der Bereich ab
qâ . - âJede Wartezeit an Linie 9 ist lĂ€nger als jede an Linie 5.â â stimmt nicht: Linie 5 reicht bis 15 Minuten, Linie 9 beginnt bei 1.
- âAn Linie 5 wurden weniger FahrgĂ€ste gezĂ€hlt.â â nicht entscheidbar: Die Anzahl steht nicht im Boxplot.
KenngröĂen liefern Belege, keine Urteile: Ob eine kurze Wartezeit im Median oder eine kleine Streuung wichtiger ist, entscheidet die Frage, die man beantworten will â nicht der Boxplot.