Pyramide und Kegel
Wie viel Stein steckt in einer Pyramide?
Die Cheops-Pyramide war ursprünglich rund 147 Meter hoch, ihre Grundkante misst rund 230 Meter. Wie viel Stein steckt darin – und wie viel Stoff braucht ein kegelförmiges Zirkuszelt? Wir zeichnen Pyramide und Kegel, falten ihre Netze und begründen dann die Formeln für Oberfläche und Volumen. Überall taucht ein Drittel auf. Warum, das erklärt ein Stapel Münzen: das Prinzip von Cavalieri. Am Ende kannst du beide Körper berechnen und die Formeln begründen.
Die Pyramide im Schrägbild
Eine Pyramide steht auf einer
Die
Im Schrägbild zeichnest du die vordere Kante in wahrer Länge. Kanten, die nach hinten laufen, zeichnest du unter 45° und auf die Hälfte verkürzt; verdeckte Kanten werden gestrichelt. Die Ecken der Grundfläche heißen A (vorn links), B (vorn rechts), C (hinten rechts) und D (hinten links): Verdeckt ist dann alles, was an D hängt. Die Höhe steht senkrecht über M und behält ihre Länge.
Zeichne selbst: zuerst das Parallelogramm der Grundfläche, dann die Diagonalen bis zu ihrem Schnittpunkt M, von M die Höhe senkrecht nach oben und zuletzt die Spitze mit den vier Ecken verbinden.
Netz und Oberfläche
Das Netz
Schneidest du eine Pyramide an den Seitenkanten auf und klappst alles in die Ebene, entsteht das Netz: ein Quadrat als
Die Seitenhöhe berechnen
Die Seitenhöhe liegt in einem rechtwinkligen Dreieck: Eine Kathete ist die
Beispiel a = 6 cm, h = 4 cm:
Mantel und Oberfläche
Jedes der vier Dreiecke hat die Grundseite a und die Höhe h_s, also die Fläche ½ · a · h_s. Der
Beispiel: M = 2 · 6 · 5 = 60 cm² und O = 36 + 60 = 96 cm². Die Grundfläche zählt nur zur Oberfläche, nicht zum Mantel.
Das Prinzip von Cavalieri
Ein Stapel Münzen ist ein Zylinder. Schiebst du die Münzen gegeneinander, wird der Stapel schief – doch es sind dieselben Münzen, und der Stapel ist gleich
hoch. Sein Volumen ändert sich nicht. Das ist der Kern des Prinzips von Cavalieri: Haben zwei Körper gleicher Höhe in jeder Höhe gleich große
Gleiche Grundfläche und gleiche Höhe genügen allein nicht: Ein Quader behält seine Schnittfläche bis oben, eine Pyramide nicht. Für ein schiefes Prisma folgt
aber
Das Volumen der Pyramide
Drei Pyramiden im Würfel
Ein Würfel mit der Kante a lässt sich von einer Ecke G aus in drei gleiche
Gleiche Schnitte
Gilt das auch für andere Pyramiden? Schneide eine Pyramide im Abstand d von der Spitze waagerecht durch: Alle Längen sind mit dem Faktor k = d/h verkleinert, die
V = ⅓ · G · h
Damit gilt für jede Pyramide
mit der
Der Kegel und sein Netz
Ein gerader Kreiskegel steht auf einem Grundkreis mit dem
Radius, Höhe und Mantellinie bilden ein rechtwinkliges Dreieck mit s als Hypotenuse:
Das Netz des Kegels besteht aus einem Kreis mit dem Radius r (der Boden) und einem Kreisausschnitt (der Mantel). Der Radius des Ausschnitts ist die Mantellinie s – nicht r und nicht h.
Mantel und Oberfläche des Kegels
Der Mantel als Kreisausschnitt
Rollst du den Mantel ab, entsteht ein Kreisausschnitt mit dem Radius s. Sein
Beispiel r = 3 cm, s = 5 cm: Anteil 3/5, φ = 216°, b = 6π ≈ 18,85 cm und M = 15π ≈ 47,1 cm².
Die Oberfläche
Zum Mantel kommt der Grundkreis:
Für r = 3 cm und s = 5 cm: O = 9π + 15π = 24π ≈ 75,4 cm². Wer nur πrs rechnet, hat den Mantel. In die Formeln gehört die Mantellinie s; ist die Höhe h gegeben, berechne zuerst s = √(r² + h²). Für ein Zeltdach ohne Boden zählt nur der Mantel, für eine geschlossene Dose die ganze Oberfläche.
Der Kegel als Grenzfall
Ein Kegel ist eine Pyramide mit runder Grundfläche – fast. Zeichne in den
Eine
Das Volumen des Kegels
Die Grenzfall-Überlegung liefert das Kegelvolumen:
Der
Probe mit Wasser: Füllst du einen Kegel dreimal randvoll und gießt alles in den Zylinder gleicher Maße, ist der Zylinder genau voll. Die Formel ist also dieselbe wie beim Zylinder – nur mit dem Faktor ⅓, den schon die Pyramide hatte.