Binden — wie eine Sauce Körper bekommt
Binding — How a Sauce Gets Body
Jede Sauce ist aromatische Flüssigkeit plus Körper — und die Wege zum Körper kann man aufzählen (McGee, Kapitel 11): Einkochen (Verdampfen konzentriert, das Werkstatt-Prinzip), Stärke und Roux (dickt erst nahe am Siedepunkt; muss durchkochen, sonst schmeckt sie mehlig; drei Roux-Farben — je dunkler, desto mehr Aroma und desto weniger Bindekraft), Eigelb (pur stockt es schon bei 60–70 Grad, mit Sahne als Legierung verträgt es bis etwa 82 Grad — kochen darf es nie), kalt einmontierte Butter (eine warme Emulsion, die beim Kochen bricht), Püree (das Gemüse ist sein eigener Körper) und Sahne. Ob es reicht, zeigt die Nappe-Probe: Die Sauce überzieht den Löffelrücken, der Finger hinterlässt eine stehende Spur. Bereitet die Pfannensauce und den Stammbaum der Saucen vor.
Ermöglicht (7)
Deine Tomatensauce ist zu dünn, du hast noch fünfzehn Minuten. Was ist der einfachste Weg zu mehr Körper?
Du ziehst den Löffel aus der Sauce und fährst mit dem Finger über den Rücken. Welches Bild zeigt den richtigen Körper?
Du rührst angerührte Stärke in die lauwarme Sauce. Sie bleibt dünn, also gibst du mehr Stärke dazu — nach dem Aufkochen ist sie wie Kleister. Was war los?
Die schnell gekochte Béchamel schmeckt pappig nach rohem Mehl. Was ist passiert?
Eine mit Eigelb gebundene Sauce soll heiß bleiben, also lässt du sie sprudelnd kochen. Kurz darauf flockt sie aus. Was war los?
Du willst eine sämige Gemüsesauce ohne Mehl, Eigelb oder viel Butter. Welcher Weg passt?
Eine Sauce, in die kalte Butter einmontiert wurde, darf danach nicht mehr sprudelnd kochen.
Für eine dunkle Sauce nimmst du eine braune statt einer hellen Roux — gleiche Menge. Was musst du einplanen?