Daten und Diagramme
Wie ehrlich ist ein Diagramm?
Die SchĂŒlerzeitung zeigt ein SĂ€ulendiagramm: Die FuĂball-SĂ€ule ragt weit ĂŒber alle anderen hinaus. Beim NachzĂ€hlen zeigt sich, dass 8 von 20 Kindern der 6b
FuĂball genannt haben â und dass die Achse gar nicht bei 0 beginnt. Was sagt ein
Absolute HĂ€ufigkeit
Die 20 Kinder der 6b nennen ihren Lieblingssport. Die Antworten in der Reihenfolge, in der sie eingesammelt werden, heiĂen Urliste: FuĂball, Reiten, FuĂball, Turnen, Schwimmen, ⊠Daraus entsteht eine Strichliste. Jede Antwort ist ein Strich, jeder fĂŒnfte Strich quert die vier davor â so zĂ€hlt man in FĂŒnferbĂŒndeln und verzĂ€hlt sich seltener. So wird aus einer unĂŒbersichtlichen Urliste eine Tabelle, die man auf einen Blick lesen kann.
Wie oft ein
Alle absoluten HĂ€ufigkeiten zusammen ergeben die
Aufpassen: Die HĂ€ufigkeit gehört zu einem Wert, sie ist nicht der Wert. Bei Schulnoten heiĂt âDie Note 2 kommt 7-mal vorâ: Wert 2, HĂ€ufigkeit 7. Der hĂ€ufigste Wert ist die 2 â nicht die 7.
Relative HĂ€ufigkeit
Die 6b und die 6a haben dieselbe Frage beantwortet. Reiten nannten in der 6b
Der Anteil heiĂt relative HĂ€ufigkeit: die absolute HĂ€ufigkeit geteilt durch die Gesamtzahl.
In der 6b ist sie 3/20, in der 6a 6/40 â beides ist derselbe Anteil: 3/20 = 6/40 = 15/100 = 0,15 = 15 %. Bruch, Dezimalbruch und Prozent sind drei Schreibweisen derselben Zahl. Alle relativen HĂ€ufigkeiten zusammen ergeben 1, also 100 %.
Deshalb hat nicht automatisch den gröĂeren Anteil, wer die gröĂere Zahl hat: In der einen Gruppe stimmen 7 von 10 zu, in der anderen 12 von 40. 12 ist mehr als 7 â aber 30 % sind weniger als 70 %.
Diagramme lesen
An der ganzen Schule wurden 200 Kinder nach ihrem Lieblingssport gefragt. Im SÀulendiagramm ist die Höhe einer SÀule die absolute
HĂ€ufigkeit. Zum Ablesen bestimmt man zuerst den
Zwei SĂ€ulen vergleicht man auf zwei Arten. âWie viel mehr?â fragt nach der Differenz: FuĂball (80) hat 80 â 40 = 40 Kinder mehr als Turnen (40). âWievielmal so viel?â fragt nach dem Quotienten: 80 : 40 = 2, FuĂball hat doppelt so viele Stimmen wie Turnen.
Im Kreisdiagramm ist jeder Sektor ein Anteil am Ganzen: ein halber Kreis sind 50 %, ein Viertel 25 %. Wie viele Kinder das sind,
zeigt der Kreis nicht â dafĂŒr braucht man die Gesamtzahl
SĂ€ulendiagramm zeichnen
Aus einer HĂ€ufigkeitstabelle wird ein SĂ€ulendiagramm in drei Schritten.
Erstens die Skala. Sie beginnt bei 0, lĂ€uft in gleich groĂen Schritten und reicht ĂŒber den gröĂten Wert hinaus. Ist der gröĂte Wert 80,
passt eine
Zweitens die SĂ€ulen. Alle SĂ€ulen sind gleich breit und haben gleiche AbstĂ€nde; jede Höhe ist Wert : Skalenschritt. Steht 1 cm fĂŒr 10 Kinder, ist die SĂ€ule fĂŒr 40 Kinder 40 : 10 = 4 cm hoch. Liegt ein Wert zwischen zwei Linien, etwa 45, endet die SĂ€ule genau dazwischen: 4,5 cm.
Drittens die Beschriftung. Ein Titel sagt, was gezÀhlt wird, und beide Achsen tragen eine Beschriftung. Zum Schluss vergleicht man jede
Warum beginnt die Skala bei 0? Nur dann zeigt die Höhe einer SĂ€ule wirklich, wie viel der Wert ist: doppelte Höhe bedeutet doppelten Wert. Fehlt diese Regel, tĂ€uscht das Diagramm â davon handelt ein spĂ€terer Abschnitt.
Kreisdiagramm zeichnen
Beim Kreisdiagramm wird aus dem
FĂŒr FuĂball mit 40 % ist der Winkel 0,4 · 360° = 144°, Schwimmen mit 25 % hat 90°. Der Winkel ist nicht die Prozentzahl: 25 % sind nicht 25°.
Ein zweiter Weg ist oft bequemer: Bei
ZurĂŒck geht es mit der Umkehrung: Ein Sektor mit 72° ist 72° : 360° = 1/5 = 20 % des Kreises. Zur Probe mĂŒssen alle Winkel 360° ergeben: 144° + 90° + 72° + 54° = 360°. Auf Papier zeichnet man die Sektoren nacheinander mit dem Geodreieck, jeweils vom letzten Schenkel aus; kleine Ungenauigkeiten von ein bis zwei Grad sind normal.
SĂ€ule oder Kreis?
Dieselben Daten lassen sich als SÀulen und als Kreis zeigen. Welche Darstellung passt, hÀngt von der Frage ab: Will ich Teile eines Ganzen zeigen oder Anzahlen vergleichen?
Der
Die
Auch beim Vergleich verschieden groĂer Gruppen entscheidet die Darstellung. Die 6c hat 10 Kinder, die 6d hat 40. Absolute SĂ€ulen machen die 6d ĂŒberall gröĂer, weil sie mehr Kinder hat. Erst die Anteile zeigen, wo wirklich mehr Kinder FuĂball wĂ€hlen.
Achsen prĂŒfen
Ein Diagramm kann tÀuschen, ohne dass eine Zahl falsch ist. Der hÀufigste Trick: Die
Der zweite Trick sind ungleiche Skalenschritte. Steht an der Achse 0, 10, 20, 40, 50, ist der Schritt von 20 auf 40 doppelt so lang wie die anderen: Ein Verlauf, der gleichmĂ€Ăig aussieht, steigt in Wahrheit ungleichmĂ€Ăig.
Drei PrĂŒffragen entlarven das: Wo beginnt die Achse? Sind alle Schritte gleich groĂ? Und wie groĂ ist das wahre VerhĂ€ltnis? Das rechnet man aus den beschrifteten Werten aus, nicht aus den Höhen. Deshalb gilt bei jedem Diagramm: zuerst die Achse ansehen â ihre Beschriftung verrĂ€t, ob die SĂ€ulen bei 0 beginnen.
Bilder und BezugsgröĂen
Zwei weitere Tricks. Erstens Bildsymbole: FĂŒr âdoppelt so vielâ zeichnet jemand das Symbol doppelt so hoch â und, damit es nicht verzerrt aussieht, auch
doppelt so breit. Aber die FlÀche wÀchst mit Faktor mal Faktor: 2 · 2 = 4. Das Auge sieht
Zweitens fehlt oft die
Aussagen prĂŒft man an den abgelesenen Zahlen. Steht in der Schlagzeile âverdoppeltâ, im Diagramm aber 480 und 500, dann ist 500 : 480 â 1,04 â nicht 2. Und man stellt nur Fragen, die das Diagramm beantworten kann: Es zeigt, wie viele Kinder FuĂball wĂ€hlten, nicht warum.
Das arithmetische Mittel
Vier TĂŒrme sind 2, 4, 6 und 12 Klötze hoch. Geben die hohen TĂŒrme an die niedrigen ab, bis alle gleich hoch sind, hat jeder Turm 6 Klötze. Diese Höhe heiĂt arithmetisches Mittel, kurz Mittelwert; im Alltag sagt man auch Durchschnitt.
Man rechnet es so: alle Werte addieren, durch die Anzahl der Werte teilen.
Aus einer HÀufigkeitstabelle zÀhlt jeder Wert so oft, wie er vorkommt. Kommt die Note 1 viermal vor, die Note 2 dreimal und die Note 3 dreimal, ist der Mittelwert (4 · 1 + 3 · 2 + 3 · 3) : 10 = 19 : 10 = 1,9.
Das Mittel liegt zwischen dem kleinsten und dem gröĂten Wert und muss kein Datenwert sein: Der Mittelwert von 1 und 5 ist 3. Ein AusreiĂer schiebt es stark. Nimmt man zu 2, 3 und 4 den Wert 100 dazu, springt der Mittelwert von 3 auf 27,25. Ein Durchschnitt beschreibt eine ganze Reihe von Werten mit einer einzigen Zahl â ĂŒber jeden einzelnen Wert sagt er nichts.