Vom Espresso zum Flat White

25 Minuten · 10 Abschnitte

Ein Cappuccino, genau vermessen

Eine Tasse mit 150 bis 160 Millilitern, darin 25 Milliliter Espresso. Dazu 100 Milliliter Milch, 3 bis 5 Grad kalt aus dem KĂŒhlschrank, mit Dampf auf etwa 125 Milliliter und 55 Grad gebracht und auf den Espresso gegossen; obenauf eine Haube aus feinporigem Schaum. So steht der Cappuccino in der Norm des Istituto Nazionale Espresso Italiano, des italienischen Espresso-Instituts. Unter den KaffeegetrĂ€nken mit Milch ist er das einzige, fĂŒr das es eine solche Norm gibt.

Alles andere auf der Tafel eines CafĂ©s — Macchiato, Cortado, Flat White, Latte, Latte macchiato, Mocha — ist Brauch, und der Brauch wechselt von Land zu Land und von CafĂ© zu CafĂ©. Verfolgt man die Namen trotzdem zurĂŒck, bleibt erstaunlich wenig ĂŒbrig: Kaffee, Wasser, Milch und etwas Schokolade. Die GetrĂ€nke stehen nicht nebeneinander wie auf einer Liste. Sie hĂ€ngen aneinander — wie ein Stammbaum.

Der ganze Stammbaum: 4 Zutaten, 11 Grundlagen, 11 GetrÀnke. Tippe auf den Cappuccino.

Tippt man auf den Cappuccino, leuchten seine drei Eltern auf — Espresso, gedĂ€mpfte Milch und Milchschaum — und dahinter die drei Zutaten, aus denen sie entstehen. Jede Linie in diesem Bild bedeutet dasselbe: wird gemacht aus. Gelesen wird von links nach rechts, in drei Spalten: Zutaten, Grundlagen, GetrĂ€nke. Die Farben sind fĂŒnf Familien, sortiert danach, was zum Kaffee dazukommt: Wasser oder gar nichts, Milch, Schaum oder Schokolade. Die fĂŒnfte Familie kommt ganz ohne Espresso aus: der Filterkaffee.

Dieser Artikel bleibt bei den heißen GetrĂ€nken aus Espresso und Filterkaffee, mit Wasser, Milch und Schokolade. Cold Brew, Eiskaffee und die Sirup-GetrĂ€nke der Ketten bleiben draußen; Tee hat ein eigenes Thema. Der Artikel geht Spalte fĂŒr Spalte vor, und in jedem Abschnitt kommt genau eine neue Entscheidung dazu. Am Ende steht dasselbe Bild noch einmal da — dann zum Ausprobieren.

Links: zwei Zutaten, eine Zahl

Im Specialty-CafĂ© beginnt ein Espresso mit 18 Gramm fein gemahlenem Kaffee im Sieb. Die Maschine drĂŒckt heißes Wasser mit etwa 9 bar hindurch, und nach 25 bis 30 Sekunden liegen 36 Gramm in der Tasse: doppelt so viel GetrĂ€nk wie Pulver, ein VerhĂ€ltnis von 1 : 2. Mit denselben 18 Gramm und weniger Wasser, 1 : 1 bis 1 : 1,5, wird daraus ein Ristretto, dicker und sĂŒĂŸ-sĂ€uerlicher. LĂ€uft mehr Wasser durch, 1 : 2,5 bis 1 : 3, wird es ein Lungo, dĂŒnner und bitterer. Dasselbe Pulver, dieselbe Maschine; geĂ€ndert hat sich nur, wie viel Wasser durch den Kaffeekuchen geht.

Dieselbe Zahl reicht bis zum Filterkaffee. Der Handfilter arbeitet mit 1 : 15 bis 1 : 17, der „Golden Cup“ der Specialty Coffee Association mit 55 Gramm Kaffee pro Liter, also etwa 1 : 18 — die zweite Zahl ist sieben- bis neunmal so groß wie beim Espresso. Weil das Wasser dort nur durch die Schwerkraft lĂ€uft und nicht unter Druck, braucht es mehr Zeit und ein gröberes Pulver. Die Regel dahinter gilt fĂŒr jede Methode: Je kĂŒrzer der Kontakt, desto feiner die Mahlung.

Ristretto 1 : 1 bis 1 : 1,5, Espresso 1 : 2, Lungo 1 : 2,5 bis 1 : 3 — alle im ersten Sechstel der Achse; Handfilter 1 : 15 bis 1 : 17 und der Golden Cup der SCA bei etwa 1 : 18 am anderen Ende Ristretto 1 : 1–1,5 Espresso 1 : 2 Lungo 1 : 2,5–3 Handfilter 1 : 15–17 Golden Cup ≈ 1 : 18 0 2 4 6 8 10 12 14 16 18 Gramm GetrĂ€nk oder Wasser pro Gramm Kaffee
Ein Regler vom Ristretto bis zum Filter. Beim Espresso zĂ€hlt, was in der Tasse ankommt, beim Filterkaffee das Wasser, das man aufgießt — das nasse Pulver hĂ€lt einen Teil davon zurĂŒck. Bis auf den Golden Cup sind das Richtwerte des Handwerks, keine Normen.

Daraus folgt, was Espresso nicht ist: eine Bohne oder eine Röstung. „Espressobohnen“ sind ein Etikett; jeder Kaffee lĂ€sst sich als Espresso brĂŒhen. Espresso ist eine Methode — feine Mahlung, etwa 9 bar, etwa 1 : 2. Der Espressokocher auf dem Herd arbeitet nicht so. Er drĂŒckt mit Luft und Dampf, weit unter 9 bar, und macht einen starken Kaffee, aber keinen Espresso.

Wie viel ein Espresso ist, hĂ€ngt allerdings davon ab, wen man fragt. Das italienische Institut rechnet mit 7 Gramm Pulver und 25 Millilitern in der Tasse, nach Volumen gemessen, die Crema eingeschlossen. Die alte Definition der amerikanischen SCAA nannte 7 bis 9 Gramm. Das Specialty-CafĂ© wiegt einen Doppelten nach Gewicht, 18 Gramm zu 36 — derselbe Name fĂŒr GetrĂ€nke mit zwei- bis dreimal so viel Kaffee. Im Diagramm steht deshalb neben dem Espresso der Doppio, die doppelte Dosis im doppelten Sieb, in Italien 14 Gramm zu etwa 50 Millilitern.

Tippe auf den Lungo und dann auf den Americano: Beide sind lang, aber sie haben verschiedene Eltern.

Lungo und Americano sind beide lange schwarze Kaffees, aber verschieden gemacht. Beim Lungo lĂ€uft das zusĂ€tzliche Wasser durch das Pulver und löst mehr heraus. Beim Americano kommt es erst nach dem Bezug dazu, drei- bis fĂŒnfmal so viel wie Espresso. Der Lungo steht deshalb im Diagramm neben dem Espresso, der Americano stammt von ihm ab. Ebenso wenig ist der CafĂ© CrĂšme aus dem Vollautomaten, den jeder dritte deutsche Haushalt besitzt, ein Espresso mit Wasser: Er lĂ€uft nach der Espressomethode, gröber gemahlen und 120 bis 200 Milliliter lang, durch das Pulver.

Ein saurer Bezug

Das VerhĂ€ltnis legt fest, wie stark ein Espresso wird. Ob er schmeckt, hĂ€ngt auch an einer zweiten GrĂ¶ĂŸe: wie viel vom Pulver sich löst. Ein neuer Kaffee, entkoffeiniert, 18 Gramm im Sieb, 36 Gramm in der Tasse — aber schon nach 19 Sekunden. Mit dem Löffel probiert: sauer und dĂŒnn. Das Wasser ist zu schnell durchgelaufen und hat zu wenig gelöst.

Die Versuchung ist, alles auf einmal zu Ă€ndern: feiner mahlen, mehr Pulver, fester tampen. Dann wird der nĂ€chste Bezug vielleicht gut, und niemand weiß, warum. Die Barista-Ausbildung geht vor wie bei einem Experiment: Dosis fest, Zielmenge vorerst fest, pro Bezug nur eine StellgrĂ¶ĂŸe Ă€ndern, und alles in Gramm und Sekunden notieren. Bezug zwei, etwas feiner gemahlen: 36 Gramm nach 27 Sekunden, im Fenster von 25 bis 30 Sekunden. Runder, aber noch etwas spitz. Bezug drei, gleicher Mahlgrad, gleiche Dosis, nur lĂ€nger laufen lassen, bis 40 Gramm in der Tasse sind, 1 : 2,2 — jetzt stimmt er.

Bezug 1 erreicht 36 g schon nach 19 Sekunden und schmeckt sauer; feiner gemahlen erreicht Bezug 2 die 36 g nach 27 Sekunden im Fenster von 25 bis 30 Sekunden; Bezug 3 lĂ€uft bei gleicher MĂŒhle bis 40 g, nach 29 Sekunden 1 · 36 g in 19 s — sauer, dĂŒnn → feiner mahlen 2 · 36 g in 27 s — noch etwas spitz → lĂ€nger ziehen 3 · 40 g in 29 s — rund 25–30 s Ziel 36 g 0 5 10 15 20 25 30 35 0 10 20 30 40 Sekunden g in der Tasse 1 2 3
Drei BezĂŒge, eine Änderung pro Bezug (schematisch). Die Dosis bleibt bei 18 Gramm. Erst bringt allein der Mahlgrad die Zeit ins Fenster, dann verlĂ€ngert allein die Zielmenge den Bezug von 36 auf 40 Gramm — Bezug zwei und drei laufen deshalb auf derselben Linie.

Die Richtungen sind leicht zu merken. Sauer und dĂŒnn heißt zu wenig gelöst: feiner mahlen oder lĂ€nger ziehen. Harsch und trocken heißt: gröber mahlen oder kĂŒrzer ziehen. Spritzt ein Bezug, zeigt er helle Streifen und lĂ€uft viel zu schnell, dann hat das Wasser einen Kanal durch den Kuchen gefunden. Schuld ist dann nicht die MĂŒhle, sondern die Verteilung im Sieb; gleichmĂ€ĂŸig verteilen und gerade tampen hilft, fester tampen nicht.

FĂŒr den Stammbaum ist dieser Abschnitt wichtiger, als er aussieht. Fast alles rechts vom Espresso wird aus ihm gemacht, und was im Bezug nicht stimmt, steckt in jedem GetrĂ€nk, das an ihm hĂ€ngt. Deshalb wird der Espresso eingestellt, bevor Milch dazukommt — und zwar auf entkoffeiniertem Kaffee, der je Bezug noch etwa 3 bis 16 Milligramm Koffein hat. Ein Espresso aus dem CafĂ© kann dagegen 48 bis 317 Milligramm haben. FĂŒr Jugendliche hĂ€lt die EFSA 3 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht fĂŒr unbedenklich, als Einzeldosis wie fĂŒr den ganzen Tag: bei 45 Kilogramm rund 135 Milligramm — weniger, als ein einziger starker Espresso aus dem CafĂ© haben kann.

Eine Kanne, zwei Grundlagen

ZurĂŒck zu den 100 Millilitern Milch vom Anfang, die als 125 Milliliter im Cappuccino landen. Die 25 Milliliter mehr sind vor allem Luft, und die Dampflanze bringt sie in zwei Phasen hinein. Zuerst sitzt ihre Spitze knapp an der OberflĂ€che und zieht mit leisem Zischen Luft ein, solange die Milch noch kalt ist, bis etwa 35 bis 40 Grad. Dann taucht sie etwas tiefer und seitlich ein, die Milch dreht sich im Wirbel, und die großen Blasen werden zu Mikroschaum zerschlagen: glĂ€nzend, ohne sichtbare Blasen, gießbar wie nasse Farbe.

Die erste Phase entscheidet, was aus der Kanne wird. Viel Luft ergibt festen Milchschaum fĂŒr Cappuccino und Macchiato. Wenig Luft ergibt gedĂ€mpfte Milch mit einer dĂŒnnen Schaumschicht fĂŒr Flat White, Cortado und Latte. Zwei Grundlagen aus einer Kanne, und die einzige Entscheidung ist, wie lange die Lanze Luft zieht.

Aufhören muss man bei beiden an derselben Stelle: zwischen 55 und 65 Grad, ungefĂ€hr dort, wo die Kanne zu heiß zum Halten wird. Über etwa 70 Grad entfaltet sich ein Eiweiß der Molke, das ÎČ-Lactoglobulin, und Schwefelverbindungen geben der Milch den gekochten Geschmack. GetrĂ€nke ĂŒber 65 Grad stuft die Internationale Agentur fĂŒr Krebsforschung (IARC) außerdem als wahrscheinlich krebserregend ein — wegen der Temperatur, nicht wegen des Kaffees. Und ein zweites Mal geschĂ€umt wird Milch nie: Die zweite Erhitzung kocht das Eiweiß, und der Schaum bildet sich nicht mehr.

Zwei Grundlagen kommen ohne Dampflanze aus. Heiße Milch, im Topf sanft erhitzt, trĂ€gt den Milchkaffee. Und Kakaopulver, das fettig ist und Wasser abstĂ¶ĂŸt, wird erst mit Zucker und einem Schluck kalter Milch zur Paste gerĂŒhrt, bevor es heiße Milch sieht — sonst klumpt es. CafĂ©s halten dafĂŒr eine fertige Schokoladensauce bereit.

Tippe auf die Milch: Sie geht in alle vier Grundlagen. Dann auf Milchschaum und gedĂ€mpfte Milch — zwischen ihnen liegt nur, wie lange die Lanze Luft zieht.

Rechts: Espresso mal Milch

Jetzt lĂ€sst sich die rechte Spalte lesen. Jedes GetrĂ€nk dort ist ein Kaffee aus der Mitte und das, was dazukommt. Ein Espresso und ein bis zwei Löffel Milchschaum: der Espresso macchiato, auf Italienisch „befleckt“. Ein Espresso und etwa gleich viel gedĂ€mpfte Milch: der Cortado aus Spanien. Ein Espresso, gedĂ€mpfte Milch und Schaum: der Cappuccino vom Anfang. Ein Doppio statt des Espresso und gedĂ€mpfte Milch mit einem halben Zentimeter Schaum: der Flat White, 150 bis 180 Milliliter, mehr Kaffee auf weniger Milch als im Latte. Ein Espresso, 15 bis 30 Gramm Schokoladensauce und etwa 200 Milliliter gedĂ€mpfte Milch: der Mocha.

Nur ein MilchgetrĂ€nk kommt ganz ohne Espresso aus: der Milchkaffee, Filterkaffee und heiße Milch zu etwa gleichen Teilen, auf Französisch CafĂ© au lait. Und eines hĂ€ngt an gar keinem Kaffee: die heiße Schokolade.

Nur Grundlagen und GetrÀnke. Tippe auf den Espresso: Acht GetrÀnke hÀngen an ihm.

Acht der elf GetrÀnke hÀngen an einer einzigen Grundlage; was am Espresso eingestellt wird, wirkt in allen acht. Und drei Paare unter ihnen haben genau dieselben Eltern.

Dieselben Eltern, drei Paare

Tippe im Diagramm auf den Cortado und dann auf den Latte: Beide werden aus Espresso und gedĂ€mpfter Milch gemacht, und doch bekommt niemand das eine, wenn er das andere bestellt. Dasselbe gilt fĂŒr Cappuccino und Latte macchiato, beide aus Espresso, gedĂ€mpfter Milch und Schaum, und fĂŒr Americano und Long Black, beide aus Espresso und heißem Wasser. Das Diagramm zeigt, woraus ein GetrĂ€nk gemacht wird. Zwei Dinge zeigt es nicht: wie viel und in welcher Reihenfolge.

Cortado und Latte unterscheiden sich nur in der Menge Milch; Cappuccino und Latte macchiato in Menge und Reihenfolge; Americano und Long Black nur in der Reihenfolge Nur die Menge Cortado ≈ 1 : 1, 60–120 ml Caffù Latte 1–2 Espressi, 200–300 ml Milch Menge und Reihenfolge Cappuccino INEI: 25 ml, dann 125 ml Latte macchiato 250–300 ml, Espresso zuletzt Nur die Reihenfolge Americano Espresso, dann Wasser Long Black Wasser, dann Espresso 0 100 200 300 ml Espresso Milch Schaum Wasser
Jeder Balken ist ein GetrĂ€nk, von links nach rechts in der Reihenfolge, in der gegossen wird; die LĂ€nge ist die Menge in Millilitern. Typische Werte aus dem Handwerk — genormt ist nur der Cappuccino. Die Schaumkappe ist nicht maßstĂ€blich.

Cortado und Latte trennt die Menge. Der Cortado ist etwa halb Espresso, halb Milch, 60 bis 120 Milliliter im kleinen Glas; der Latte nimmt auf ein oder zwei Espressi 200 bis 300 Milliliter Milch. Americano und Long Black trennt nur die Reihenfolge. Beim Americano kommt das Wasser auf den Espresso. Beim Long Black, einem Namen aus Australien und Neuseeland, steht das Wasser zuerst in der Tasse, der Espresso landet obenauf, und die Crema bleibt erhalten.

Cappuccino und Latte macchiato trennt beides. FĂŒr den Latte macchiato kommen zuerst gedĂ€mpfte Milch und Schaum ins hohe Glas, 250 bis 300 Milliliter, und erst zuletzt lĂ€uft der Espresso hinein. Binnen Minuten bilden sich im Glas waagrechte Schichten. Das ist kein KunststĂŒck des Gießens, sondern Physik: Unterschiede in der Dichte und die WĂ€rme, die seitlich durch das Glas entweicht, halten die Schichten auseinander, wie eine Forschungsgruppe in Princeton 2017 gezeigt hat. Der Name bedeutet „befleckte Milch“ — das Spiegelbild des Espresso macchiato.

Ein Name, mehrere GetrÀnke

Die Namen halten sich noch weniger an Grenzen als die GetrĂ€nke. Wer in Italien „un latte“ bestellt, bekommt ein Glas Milch, denn latte heißt Milch. Ein deutscher Mokka ist traditionell ein starker, kleiner schwarzer Kaffee, der Mocha auf der Karte eines CafĂ©s dagegen ein SchokoladengetrĂ€nk. Der CafĂ© CrĂšme heißt in der Schweiz SchĂŒmli. Und wer den Flat White erfunden hat, ist bis heute umstritten: Alan Preston in Sydney 1985 oder Fraser McInnes in Wellington 1989. Auch die Regel, ein Cappuccino bestehe zu je einem Drittel aus Espresso, Milch und Schaum, ist Volksweisheit und keine Norm; wer nach ihr arbeitet, bekommt eine trockene, ĂŒberschĂ€umte Tasse.

Der Stammbaum dagegen hÀlt still. Welcher Name auch auf der Tafel steht, die Fragen sind dieselben: Welcher Kaffee? Was kommt dazu? Wie viel davon, und in welcher Reihenfolge?

Die Vorratskammer

Jetzt lÀsst sich das Diagramm umdrehen. Statt zu fragen, woraus ein GetrÀnk besteht, fragt man: Was lÀsst sich aus dem machen, was da ist? Schalte das Diagramm unten auf Vorratskammer und tippe an, was du hast.

Kaffee und Wasser allein ergeben 9 der 22 Grundlagen und GetrĂ€nke: alle BezĂŒge, heißes Wasser, den Filterkaffee, Americano und Long Black. Zehn weitere werden als „fast möglich“ markiert, und allen fehlt dasselbe — die Milch. Mit ihr sind es 19 von 22. Die ganze Tafel eines CafĂ©s braucht also vier Zutaten; was die GetrĂ€nke unterscheidet, ist Handwerk und VerhĂ€ltnis, nicht der Einkauf. LĂ€sst man dagegen den Kaffee weg, bleibt genau ein fertiges GetrĂ€nk: die heiße Schokolade. Ganz ohne Koffein ist auch sie nicht, 200 Milliliter bringen 8 bis 35 Milligramm mit.

Vorratskammer: Tippe an, was du da hast. Quiz: acht Fragen — tippe an, woraus ein GetrĂ€nk direkt gemacht wird, und prĂŒfe.

Das Quiz

Im Modus Quiz stellt dasselbe Diagramm acht Fragen. Zu jedem GetrĂ€nk tippst du an, woraus es direkt gemacht wird — nur die letzte Stufe, nicht die ganze Ahnenreihe —, und prĂŒfst. Danach leuchtet die ganze Abstammung auf, auch dort, wo du richtig lagst. Vier der Fragen zielen auf Stellen, an denen der Stammbaum anders ist, als man denkt: der Lungo, der Flat White, der Mocha und der Milchkaffee.

ZurĂŒck zur Tasse

Der Cappuccino vom Anfang hat jetzt eine Adresse: ein Espresso aus der Mitte, Milch mit viel Luft aus derselben Kanne wie die gedÀmpfte, 25 Milliliter Espresso unter 125 Millilitern Milch, der Espresso zuerst. Jedes andere GetrÀnk auf der Tafel hat eine ebenso kurze. Wer den Stammbaum lesen kann, stellt jeder Tasse dieselben vier Fragen und kann ein GetrÀnk, dessen Namen er nie gehört hat, aus einer Beschreibung nachbauen.

Eine fĂŒnfte Frage beantwortet der Stammbaum nebenbei, und fĂŒr dich ist sie vielleicht die wichtigste: wie viel Koffein in der Tasse ist. Milch, Schaum und Wasser bringen keins mit. Alles Koffein eines Cappuccino oder Latte steckt in seinem Espresso. Ein Latte mit 300 Millilitern Milch und einem Espresso hat nicht mehr Koffein als dieser eine Espresso, ein Flat White mit Doppio etwa doppelt so viel wie ein Cappuccino mit einem einfachen. Nur die Schokolade bringt ein wenig eigenes mit. Wer wissen will, wie viel Koffein ein GetrĂ€nk hat, schaut deshalb nicht auf die GrĂ¶ĂŸe der Tasse, sondern nach links, zu den Wurzeln — und zĂ€hlt die BezĂŒge.

Bohne und Röstung

BrĂŒhverhĂ€ltnis und Wasser

Espresso — Dosis, Menge, Zeit

Filterkaffee und andere BrĂŒhmethoden

Extraktion — StĂ€rke und Ausbeute

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Koffein und Verkosten

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Latte Art und die KaffeegetrÀnke

Jetzt Tee — eine Pflanze, sechs Wege

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