Materialien & Realia
Der Korpus physischer Manipulativa — 58 Materialien, 7 Coaching-Hinweise. · 2 in Arbeit ausgeblendet (Einstellungen)
Konkrete Anker auf der konkret → abstrakt-Rampe; jedes Material mit seinem Aktivitätenset (Demonstration, Erkundung, Gruppe, Rubrik).
Mathematik
- Balkenwaage mit Gewichten realia
Eine schlichte Balkenwaage mit Gewichten — der enaktive Anker für Gleichheit und Gleichungen. Bewusst ohne Deko, weil eine reizüberladene Waage vom Prinzip ablenkt. Domänenübergreifendes Beispiel — zeigt, dass das Schema nicht nur fürs Lesen taugt.
- Bruchkreise prop
Ein Satz gleich großer Kreise, je in 1, 2, 3, … 10 gleiche Sektoren geteilt (Einsätze in einem Rahmen). Der Bruch wird greifbar: das Ganze ist immer derselbe Kreis, der Nenner ist die Anzahl der Teile, der Zähler die gelegten Teile. Gleichwertigkeit zeigt sich, wenn zwei Viertel genau einen halben Kreis füllen. Mainstream-Zwilling: Bruchstreifen / Bruchplättchen.
- Das Geobrett prop
Ein quadratisches Brett mit einem Raster aus Stiften (Nägeln), über die das Kind Gummibänder spannt und so ebene Figuren erzeugt: Dreieck, Viereck, Rechteck, Quadrat. Die Form entsteht unter den Händen und lässt sich sofort verändern — ein Band weiter, und aus dem Quadrat wird ein Rechteck. Das Material macht ebene Figuren, Achsensymmetrie und das Abzählen von Umfang und Fläche begreifbar, ohne zu zeichnen. Das Stiftraster ist die einzige tragende Eigenschaft, keine Deko.
- Das Zahlenhaus prop
Ein Haus als Tafel oder Druckvorlage: das Dach trägt die Zielzahl (die Hausnummer), und jedes Stockwerk ist in zwei Zimmer geteilt, die zusammen die Hausnummer ergeben. Das Kind füllt Stockwerk für Stockwerk alle Zerlegungen der Zahl systematisch ein — für die Hausnummer 10 sind das die „verliebten Zahlen" (0/10, 1/9, 2/8 …). Anders als das Schütteln ordnet das Haus die Zerlegungen und führt sie zur geschriebenen Gleichung hin.
- Das Zwanzigerfeld prop
Ein 2×10-Feld aus Zellen, jede Zehnerreihe durch eine farbige Trennung in zwei Fünfer geteilt, mit roten und blauen Wendeplättchen belegt. Das wichtigste Grundschul-Material für Zahlsinn: es macht die Kraft der Fünf, die 5er- und 10er-Struktur und die quasi-simultane Mengenerfassung sichtbar — das Kind sieht „sieben" als „fünf und zwei", ohne einzeln zu zählen. Der Fünferknick ist die einzige tragende Eigenschaft, keine Deko.
- Der Rechenrahmen prop
Der Zwanziger-Rechenrahmen (Rekenrek): zwanzig Perlen auf zwei Stäben, jede Zehnerreihe in fünf rote und fünf weiße Perlen geteilt — die Fünferstruktur steckt in der Perlenfarbe. Eine Zahl wird von rechts nach links eingestellt (alle Perlen starten rechts) und von links nach rechts abgelesen. Das Kind erfasst Mengen über die Fünfergruppen, ohne einzeln zu zählen, und sieht den Zehnerübergang als Auffüllen der ersten Reihe.
- Der Zirkel prop
Der Zirkel macht den Kreis begreifbar als das, was er ist: alle Punkte im gleichen Abstand um einen Mittelpunkt. Die Spitze steht fest im Mittelpunkt, die Mine wandert einmal herum — und weil die Öffnung dabei gleich bleibt, bleibt der Abstand gleich. Genau diese Öffnung ist der Radius. Das Kind erlebt Mittelpunkt, Radius und Durchmesser nicht als Vokabeln, sondern als Handgriffe: Öffnung einstellen heißt Radius wählen. Die Zirkelöffnung ist die einzige tragende Eigenschaft — der feste Abstand, der den Kreis erzeugt.
- Die Hundertertafel prop
Ein 10×10-Feld der Zahlen 1 bis 100 — zehn Zeilen zu zehn Zahlen, links nach rechts wachsend, oben nach unten je um zehn springend. Wahlweise als Hunderterfeld aus 100 Punkten in 5er-/10er-Gliederung (ohne Ziffern). Das Material macht die Struktur des Hunderterraums sichtbar: die Zehner stehen untereinander (Spalten), die Einer nebeneinander (Zeilen), und ein Schritt nach unten ist ein Zehnersprung. Der erste Überblick über den Zahlenraum bis 100 — Orientieren, Nachbarzahlen und Zehnersprünge werden räumlich begreifbar. Die 10×10-Gliederung ist die einzige tragende Eigenschaft, keine Deko.
- Die SchĂĽttelbox prop
Eine durchsichtige Box mit einer Trennwand in der Mitte, in der eine feste Anzahl Plättchen oder Perlen liegt (z. B. zehn). Das Kind schüttelt — die Plättchen verteilen sich auf die zwei Hälften — und liest die Zerlegung ab: „sieben links, drei rechts". Schütteln, schütteln, schütteln liefert immer neue, zufällige Zerlegungen derselben Zahl. Das Material erzeugt seine Aufgaben selbst und trägt die Kontrolle in sich: die Gesamtzahl ist immer gleich.
- Die Stellentafel prop
Eine Tafel mit zwei beschrifteten Spalten — Zehner | Einer —, in die das Kind eine zweistellige Zahl als Mengen legt: in die Einerspalte einzelne Würfel oder Plättchen, in die Zehnerspalte gebündelte Zehner (Dienes- Zehnerstangen, goldene Perlenstäbe) oder Ziffernkarten. Das Material macht den Stellenwert greifbar: 47 ist nicht „vier-sieben", sondern vier Zehner und sieben Einer, also 40 + 7. Es trennt sichtbar, was die Ziffern an ihren Plätzen bedeuten. Die zwei benannten Spalten sind die einzige tragende Eigenschaft, keine Deko.
- Geodreieck und Lineal prop
Das Geodreieck vereint drei Werkzeuge in einem: eine Kante zum Zeichnen gerader Strecken, eine Zentimeterskala zum Messen und — die tragende Eigenschaft — die Winkelskala mit der Mittellinie, die den rechten Winkel trägt. Damit prüft und zeichnet das Kind senkrechte und parallele Geraden, ohne den Winkel schätzen zu müssen: die Mittellinie auf die vorhandene Gerade legen, und die Zeichenkante steht garantiert senkrecht darauf. Das einfache Lineal begleitet es für reine Strecken- und Längenarbeit. Kein Schmuck am Rand — die Skalen und die Mittellinie sind die Bedeutung.
- Geometrische Körper prop
Ein Satz schlichter 3-D-Körper — Kugel, Würfel, Kegel, Zylinder, Pyramide, Prisma, Ovoid, Ellipsoid. Die Form wird im Wortsinn begriffen: das Kind benennt und ordnet sie tastend, oft mit verbundenen Augen (stereognostisch). Verankert räumliche Form, bevor Flächen/Kanten/Ecken abgezählt werden. Mainstream-Zwilling: 3-D-Formenkasten / Polydron-Netze.
- Goldenes Perlenmaterial prop
Das konkreteste Material des Dezimalsystems — Einer-Perle, Zehner-Stange, Hunderter-Platte, Tausender-Würfel, alle gleich golden. Der Stellenwert wird greifbar und wiegbar (ein Tausenderwürfel ist schwer, eine Einerperle nicht). Ein „Übertrag" ist der konkrete Tausch von zehn Zehnerstangen gegen eine Hunderterplatte. Trägt Stellenwert und alle vier Rechenarten. Mainstream-Zwilling: Dienes-Mehrsystemblöcke (Zehnersystem).
- Hunderterpunktfeld prop
Eine Karte mit 10×10 Punkten, nach je fünf Zeilen und fünf Spalten durch einen etwas größeren Abstand gegliedert. Das Anschauungsmittel für das Einmaleins: Jede Malaufgabe ist ein Rechteck aus Zeilen und Spalten — 3·7 sind drei Zeilen zu sieben Punkten. Zusammen mit dem Malwinkel wird jedes a·b als Teilfeld sichtbar; Tauschaufgabe (Drehung) und Nachbaraufgaben (eine Zeile mehr/weniger) werden am Feld zu Bildern.
- Malwinkel prop
Zwei L-förmige Winkel aus festem Karton, die auf dem Hunderterpunktfeld zusammen ein Rechteck einfassen: Alles außerhalb wird abgedeckt, sichtbar bleibt genau das Teilfeld a·b. Damit wird jede Malaufgabe am selben Feld isoliert — 3·7 verschieben, drehen (Tauschaufgabe) oder um eine Zeile erweitern (Nachbaraufgabe), ohne neu zu legen. Zubehör zum Hunderterpunktfeld, kein eigenständiges Material.
- Markenspiel prop
Kleine gleich große Holzmarken, nach Stellenwert farbcodiert — grün 1, blau 10, rot 100, grün 1000. Die „Brücke zur Abstraktion": die Menge ist weg (eine 100er-Marke ist so groß wie eine 1er-Marke), nur die Stellenwert-Farbe bleibt. Das Kind rechnet alle vier Rechenarten mit Marken — konkreter als Ziffern, abstrakter als das Perlenmaterial.
- MaĂźband prop
Ein flexibles Maßband mit Zentimeter- und Millimeterskala, mindestens 150 cm lang. Das Werkzeug, mit dem Länge vom Vergleichen („länger als") zum Messen mit Einheiten wird: Körpergrößen, Tischkanten, Wurfweiten. Anders als das Lineal misst es auch Rundes und Langes — und zwingt zum Umgang mit cm und m in einer Zahl (1 m 34 cm).
- Numerische Stangen prop
Zehn Stangen, abwechselnd rot-blau in 1-dm-Abschnitten unterteilt, von 10 cm (1) bis 1 m (10). Die Zahl wird als Länge greifbar — 5 ist genau um zwei Abschnitte länger als 3. Der erste, konkreteste Anker für Anzahl und Vergleich. Mainstream-Zwilling: Cuisenaire-Stäbe (die Farbe ist die isolierte Eigenschaft, keine Deko).
- Perlenketten prop
Ketten aus farbigen Perlenstäben — für jede Zahl 1–10 die kurze Kette (n Stäbe zu je n Perlen, die Quadratkette). Das Kind zählt in Schritten die Kette entlang und legt an jedes Stabende ein Zahlenpfeilchen: 5, 10, 15, … — das rhythmische Zählen wird zur Malreihe, und die zusammengelegte Kette zeigt das Quadrat n·n als Fläche. Lineares Gegenstück zum Hunderterpunktfeld: erst der Zählrhythmus, dann das Feld.
- Sandpapierziffern prop
Die Ziffern 0–9, einzeln auf festen Tafeln, mit fühlbar rauer Oberfläche. Das Kind fährt die Ziffer mit zwei Fingern in Schreibrichtung nach und spricht dabei ihren Namen — das Symbol wird als motorisch-sensorische Gestalt gelernt, bevor es „benutzt" wird. Das Zifferngegenstück zu den Sandpapierbuchstaben: gleiche Geste, gleiche Drei-Stufen-Lektion.
- Spielgeld (Euro) prop
Euro-Rechengeld: Münzen von 1 Cent bis 2 Euro und Scheine von 5 bis 50 Euro, in realistischer Gestaltung. Das Sachrechen-Material für den Zahlenraum des Alltags: Beträge legen, passend zahlen, Wechselgeld bestimmen. Geld ist das einzige Stellenwertsystem, das Kinder täglich in der Hand haben — Euro und Cent tragen das Komma, bevor es im Heft steht.
- Spindelbox prop
Ein Kasten mit zehn festen Fächern, beschriftet 0 bis 9, und 45 losen Holzstäben (Spindeln). Das Kind legt in jedes Fach genau so viele Spindeln, wie die Ziffer vorschreibt — hier dreht sich die Richtung: nicht die Menge wird benannt, sondern das Symbol schreibt die Menge vor. Die tragende Idee ist die Null als leeres Fach: „nichts" bekommt einen Platz und ein Zeichen. Genau 45 Spindeln machen das Material selbstkontrollierend — geht die Zählung auf, bleibt am Ende keine Spindel übrig.
- Wendeplättchen prop
Lose runde Plättchen, auf der einen Seite rot, auf der anderen blau. Das universelle Grundschul-Legematerial: Mengen legen, vergleichen und vor allem zerlegen — ein paar Plättchen umdrehen, und aus „sieben rote" wird sichtbar „fünf rote und zwei blaue". Die zwei Farben sind die einzige tragende Eigenschaft: dieselbe Menge, in zwei Teile getrennt. Spielt mit dem Zwanzigerfeld zusammen, geht aber auch frei auf dem Tisch.
- Zahlenkarten (Stellenwertkarten) prop
Kartensatz 1–9, 10–90, 100–900, 1000–9000, jede Stelle in eigener Länge: die Tausenderkarte ist am längsten, die Einerkarte am kürzesten. Legt man 2000, 400, 70 und 5 übereinander, entsteht 2475 — die Nullen verschwinden unter den kleineren Karten. Das mehrstellige Zahlwort wird so als Summe seiner Stellenwerte gebaut, nicht als Ziffernkette buchstabiert.
- Ziffern & Chips prop
Ziffernkarten 1 bis 10 und 55 gleiche runde Chips. Das Kind ordnet die Karten und legt unter jede Karte genau so viele Chips — immer paarweise, zwei nebeneinander. Die Prüfung, dass die Zuordnung Menge ↔ Ziffer in beide Richtungen sitzt, und nebenbei die erste Begegnung mit gerade und ungerade: bei geraden Zahlen schließt die Paarstruktur, bei ungeraden bleibt unten ein Chip allein.
movement
- Akrobatik-Matten realia
Die Sicherheits-Grundausstattung der Akrobatik — eine weiche Bodenmatte und eine Klapp-/Keilmatte, plus eine freie Wand für Handstände. Das nicht verhandelbare Sicherheits-Requisit: alles jenseits einer Rolle braucht Matte und Spotter.
- Äquilibristik-Kit (Balance-Objekte) realia
Das Balance-Requisiten-Set — eine niedrige Slackline mit Baumschutz, eine Rola-Bola (mit Walzen-Blocker für die ersten Versuche), Diabolos, Teufels-/Blumenstöcke, Drehteller und (nur für Ältere) Stelzen. Alles wird niedrig und langsam und gesichert begonnen.
- Einräder (Lernkit) realia
Einräder in mehreren Größen (nach Schrittlänge gewählt), plus Helme und Handgelenkschoner. Eine Wand oder ein Geländer ist die eingebaute Sicherung — der/die Lernende fährt daran entlang, der Abstieg ist immer einen Schritt entfernt.
- Fahrrad und Laufrad (Lernkit) realia
Das Lernkit zum Radfahren — Laufräder in mehreren Größen (oder Pedalräder mit abgenommenen Pedalen), kindgerechte Pedalräder, Helme in mehreren Größen, Pflütchen (Leitkegel) und Kreide. Der enaktive Anker fürs Balancieren: das Kind lernt das Gleichgewicht zuerst, das Treten kommt zuletzt. Bewusst schlicht und leicht — ein zu schweres oder zu großes Rad untergräbt die Balance vom ersten Tag an.
- Jonglier-Set realia
Das Lernkit zum Jonglieren — leicht unterfüllte Beanbag-Bälle (sie rollen nicht weg), Jongliertücher (das langsame Stufe-0-Requisit für die Wahrnehmung), Keulen und Ringe für die Requisiten-Tiefe. Schlicht und leicht — das Gewicht und die Griffigkeit tragen den Lernerfolg.
physik
- Bandgenerator mit Feldlinien-Set prop
Bandgenerator (Van-de-Graaff) mit Konduktorkugeln plus Zubehör, das elektrische Felder sichtbar macht: Grießkörner in Rizinusöl richten sich auf dem Tageslichtprojektor zu Feldlinienbildern aus, Watteflocken und Wattefäden zeigen die Kraftwirkung zwischen geladenen Kugeln. Aus dem unsichtbaren Feld wird ein beobachtbares Muster — der konkrete Anker für den Feldbegriff.
- Elektronenablenkröhre prop
Teltron-Ablenkröhre mit eingebauter Elektronenkanone und schräg gestelltem Leuchtschirm mit Zentimeter-Raster. Der Elektronenstrahl streift den Schirm und zeichnet seine Bahn als leuchtende Spur direkt auf das Raster: Im Feld des Plattenpaars wird die Parabelbahn buchstäblich sichtbar und Punkt für Punkt ablesbar. Beschleunigungs- und Ablenkspannung sind getrennt regelbar — mehr Ablenkspannung krümmt die Bahn stärker, mehr Beschleunigungsspannung streckt sie, und der Vergleich mit dem waagrechten Wurf wird zur Messaufgabe statt zur Behauptung.
- Elektroskop prop
Braunsches Elektroskop mit Metallgehäuse, Ladungsteller und drehbar gelagertem Zeiger. Ladung wird als Zeigerausschlag sichtbar — auch ganz ohne Berührung: Ein geriebener Kunststoffstab in Tellernähe verschiebt die Ladungen im Elektroskop und erzeugt einen Ausschlag, der beim Entfernen wieder verschwindet. Damit ist die elektrische Influenz als Phänomen greifbar, bevor der Begriff fällt.
- Fadenstrahlrohr prop
Fadenstrahlrohr mit Helmholtz-Spulenpaar, Hochspannungs- und Heiznetzgerät. Im abgedunkelten Raum wird der Elektronenstrahl durch Stoßanregung des Füllgases als leuchtender Faden sichtbar; im homogenen Magnetfeld der Spulen biegt er sich zu einem geschlossenen Kreis. Die Lorentzkraft als Zentripetalkraft wird buchstäblich sichtbar — und über die Messung von Beschleunigungsspannung U, Flussdichte B und Kreisradius r wird die spezifische Ladung e/m des Elektrons quantitativ bestimmbar.
- Hallsonde mit Teslameter prop
Tangentiale und axiale Hallsonde mit Teslameter. Misst die magnetische Flussdichte direkt und trägt damit zwei Messreihen der B-Feld-Einheit: B(I) und B(r) am geraden stromdurchflossenen Leiter (Ergebnis B proportional zu I/r) sowie B(I), B(N) und B(l) an langgestreckten Spulen (Ergebnis B proportional zur Windungsdichte N/l mal I). Zugleich das Anwendungsstück zum Hall-Effekt, der im Sondeninneren steckt.
- Induktions-Set prop
Materialsatz für die komplette Induktions-Einheit: Feldspule mit koaxial einsetzbaren Induktionsspulen (verschiedene Windungszahlen n und Querschnittsflächen A), Stabmagnete, Leiterschaukel, Thomson-Ring, Kupfer- und Plastikrohr für den fallenden Magneten und Waltenhofen-Pendel. Deckt beide Induktionsfälle ab — bewegter Leiter im Feld und zeitlich veränderliches Feld — und macht die Lenzsche Regel in drei Varianten körperlich erfahrbar.
- Laser-Gitter-Set prop
Schullaser mit bekannter und unbekannter Wellenlänge, LEDs, Doppelspalte und Strichgitter verschiedener Gitterkonstanten auf optischer Bank mit Maßstab-Schirm. Trägt die quantitative Wellenlängenmessung: Aus Gitterkonstante b, Abstandsmessung und der Maximabedingung b mal sin(alpha) gleich k mal lambda wird die Wellenlänge des Lichts auf Nanometer genau bestimmt — dieselbe Interferenzlogik wie beim Mikrowellen-Doppelspalt, nur tausendfach kleiner.
- Mikrowellen-Set prop
Klystron-Sender bei 9,45 GHz (Wellenlänge etwa 3,2 cm) mit Hornantenne und Empfangsdipol mit HF-Diode am Messverstärker. Mit Metallplatten, Sandprisma, Drahtgitter-Polarisator und Doppelspalt-Blenden zeigt ein Aufbau alle Welleneigenschaften an einer unsichtbaren Welle: Reflexion, Brechung, stehende Welle (Knotenabstand halbe Wellenlänge), lineare Polarisation und Interferenz am Doppelspalt — die handliche Brücke vom Hertzschen Dipol zum Licht.
- Newtonsche-Ringe-Aufbau prop
Plankonvexe Linse großer Brennweite auf einer Spiegelglasplatte in stabiler Halterung: Der keilförmige Luftspalt zwischen Linse und Platte erzeugt bei Beleuchtung von oben die Newtonschen Ringe — farbig gesäumt im weißen Licht, als scharfe Hell-Dunkel-Ringe unter der Natriumlampe. Mit Lupe oder Kamera werden die Ringradien ausgemessen und die Nicht-Äquidistanz wird zur Messaufgabe. Als Freihand-Zwilling gehört ein Seifenblasen-Set dazu (Glyzerin-Lösung, Drahtring): Dieselbe Interferenz an dünnen Schichten färbt die Seifenhaut und ordnet ihre Farbstreifen nach der Schichtdicke.
- Plattenkondensator-Aufbau prop
Demontierbarer Plattenkondensator mit variablem Plattenabstand, dazu Dielektrika-Platten, Messverstärker/Elektrometer und strombegrenzte Hochspannungsquelle. Trägt drei Schlüsselversuche der E-Feld-Einheit: den Löffel-Versuch (F/q als feldbeschreibende Größe, Ladung wird durch Berühren halbiert), die Messreihen zur Kapazität C in Abhängigkeit von Plattenfläche A, Abstand d und Dielektrikum, und die Flammensonde zur Potentialmessung zwischen den Platten.
- Polarisationsfilter-Set prop
Satz aus zwei großen Polarisationsfiltern für den Tageslichtprojektor plus einem dritten Filter für den Überraschungsversuch: Gekreuzte Filter sperren das Licht vollständig — ein schräg dazwischen gelegter dritter Filter lässt es wieder durch. Dazu doppelbrechende Alltagsobjekte (Geodreieck, CD-Hülle), die zwischen den gekreuzten Filtern ihre inneren Spannungen als schillernde Farbbilder zeigen, und Zuckerlösung mit Polarimeter-Röhrchen, an der die Drehung der Polarisationsebene messbar wird. Ein Set macht die Transversalität von Licht vom Phänomen bis zur Anwendung greifbar.
- Schwingkreis-Set prop
Baukasten für elektromagnetische Schwingungen: Kondensatorbatterie, Spulen (auch mit Eisenkern), Umschalter, computergestützte Messwerterfassung bzw. Oszilloskop, Funktionsgenerator für erzwungene Schwingungen und Meißner-Baustein für die ungedämpfte Schwingung. Vom ersten Blick auf die gedämpfte LC-Entladung über die Thomson-Gleichung und die Resonanzkurve bis zur Rückkopplung deckt ein Aufbau die ganze Schwingkreis-Einheit ab.
- Spektroskopie-Set prop
Kompletter Spektroskopie-Aufbau auf der optischen Bank: Kohlebogen- oder Halogenlampe und Quecksilberdampflampe als Lichtquellen, Kondensorlinse, Spalt und Abbildungslinse, dazu Gitter und Quarzprisma als zerlegende Elemente. Das Glühlicht liefert das kontinuierliche Spektrum, die Hg-Lampe scharfe Linien — der Fingerabdruck des Elements. Mit der Thermosäule wird jenseits des roten Endes die infrarote Strahlung nachgewiesen, mit dem Fluoreszenzschirm jenseits des violetten Endes die ultraviolette: Das sichtbare Spektrum entpuppt sich als Ausschnitt eines viel breiteren elektromagnetischen Spektrums.
- Stromwaage prop
Stromwaage mit Hufeisen- bzw. Spulenfeldmagnet, Probespulen verschiedener Leiterlänge und Kraftmesser. Eine halb ins homogene Feld eingetauchte Probespule erfährt eine messbare Kraft; die Messreihen F(I) bei fester Länge und F(l) bei festem Strom liefern F proportional zu I mal l — und damit die Definition der magnetischen Flussdichte B = F/(I·l) als messbare, apparatunabhängige Feldgröße.
- Wellenwanne prop
Wellenwanne mit Erreger für gerade Wellenfronten und Kreiswellen, Hindernissen und Spaltblenden sowie Stroboskop-Beleuchtung, die das Wellenbild scheinbar einfriert. An der Wasseroberfläche wird Wellenphysik anschaubar, die bei Mikrowellen und Licht unsichtbar bleibt: Elementarwellen setzen sich zur neuen Front zusammen (Huygens), hinter engen Öffnungen dringt die Welle in den Schattenraum ein (Beugung), zwei Kreiswellen zeichnen ihr Interferenzstreifenmuster ins Wasser. Die Wanne ist die Simulation, an der Vermutungen über Huygens, Beugung und Interferenz erst getestet werden, bevor sie auf Licht übertragen werden.
- Zweikanal-Oszilloskop prop
Zweikanal-Oszilloskop (klassisch mit Braunscher Röhre oder als USB-Messinterface mit Bildschirm) zum Sichtbarmachen zeitlich veränderlicher Spannungen. Das Gerät ist doppelt lehrreich: Die Braunsche Röhre ist selbst die Anwendung des Querfelds — ein Elektronenstrahl wird von der Messspannung an den Ablenkplatten ausgelenkt und schreibt U(t) auf den Schirm. Zugleich ist sie das Messinstrument der Q12: Wechselspannungen, Kondensator-Entladekurven und die gedämpfte Schwingung des LC-Kreises werden als Kurven lesbar, zwei Kanäle zeigen U und I gleichzeitig und machen die Phasenverschiebung sichtbar.
Lesen
- Anlaut-Schatzkiste realia
Eine kleine Kiste mit Alltagsgegenständen, deren Name mit dem Ziel-Laut der Woche beginnt (z. B. Apfel, Ball, Maus). Verbindet den gehörten Anlaut mit einem greifbaren Ding — die Anlauttabelle zum Anfassen. Das Programm kann keinen echten Apfel liefern; die Eltern sammeln diese Gegenstände. In der Schule hält der Klassenraum pro Laut einen Korb bereit.
- Bewegliche Buchstaben prop
Holz- oder Magnetbuchstaben zum Legen von Zielwörtern (z. B. im Satzergänzungs-Spiel und beim Verschmelzen). Das physische Gegenstück zur beweglichen Alphabet-Anzeige der App.
- Buchstabenkarten prop
Laminierte Karten fĂĽr das Zeig-den-Buchstaben-/Sag-den-Laut-Ritual. Der klarste vom Programm lieferbare Requisit (zum Ausdrucken und Laminieren). Das physische GegenstĂĽck zum Buchstaben-Kennenlernen der App.
- Lesestab prop
Ein schlanker Stab, den die erwachsene Person ĂĽber der Zeile mitfĂĽhrt, um den Blick des Kindes zu fĂĽhren, ohne den Text mit dem Finger zu verdecken. Eine Anreicherung, kein tragendes Element (Hoel).
- Sandpapierbuchstaben prop
Einzelne Buchstaben mit fühlbar rauer Oberfläche, die das Kind mit dem Finger nachfährt, während es den Laut spricht. Das taktile Gegenstück zum Buchstaben-Nachfahren der App.
- Silbenbögen-Karten prop
Laminierte Wortkarten mit Platz unter dem Wort und ein abwischbarer Stift: Das Kind schwingt das Wort silbenweise mit dem Arm, spricht die Silben und zieht unter jede Silbe einen Bogen — Au-to, Ba-na-ne. Der Bogen macht die gesprochene Gliederung am geschriebenen Wort sichtbar und trägt die Rechtschreibstrategie des silbenweisen Mitsprechens.
- Tandem-Rollenkarten (Trainer & Sportler) prop
Zwei laminierte Rollenkarten für das Lautlese-Tandem: Der „Sportler" liest laut, der „Trainer" liest halblaut mit, zeigt mit, klopft bei einem Fehler freundlich auf den Tisch und wartet auf die Selbstkorrektur. Jede Karte trägt den Ablauf ihrer Rolle in Kindersprache — die Karte macht die Routine selbsterklärend, sodass das Tandem ohne Erwachsenen läuft.
writing
- 5-Fächer-Lernbox prop
Ein Karteikasten mit fünf Fächern für die Wortkarten des Grundwortschatzes. Richtig geschriebene Wörter wandern ein Fach weiter, falsch geschriebene zurück in Fach 1 — hintere Fächer sind seltener dran. Die Box ist der analoge Spaced-Repetition-Planer: Sie entscheidet, welches Wort heute geübt wird, und macht den eigenen Fortschritt als Füllstand der Fächer sichtbar.
- Autorenrunden-Protokollkarte prop
Eine laminierte Ablaufkarte für die Autorenrunde: Ein Kind liest seinen Text vor, die Runde antwortet in fester Reihenfolge — erst „Das habe ich gehört" (Zurückspiegeln), dann „Das hat mir gefallen" (Stärken), dann „Das habe ich mich gefragt" (Fragen, keine Korrekturen). Die Karte hält die Reihenfolge und den Ton — Rückmeldung zum Text, nie zum Kind — und macht die Runde ohne Erwachsenen führbar.
- FRESCH-Symbolkarten prop
Ein Kartensatz mit den vier FRESCH-Strategiesymbolen — Schwingen (Silbenbogen), Verlängern (Pfeil), Ableiten (abbiegender Pfeil) und Merkwort (Ausrufezeichen). Die Karten machen Rechtschreibstrategien sortierbar: Zu jedem Übungswort legt das Kind das Symbol der Strategie, mit der man die schwierige Stelle knackt. Wer sortieren kann, weiß beim Schreiben, welches Werkzeug es braucht.
- Schreibanlass-Karten prop
Ein Kartensatz mit Schreibanlässen — ein Bildimpuls oder ein erster Satz pro Karte („Als ich heute die Tür öffnete, saß da …"). Die Karten lösen das leere Blatt: Das Kind zieht eine Karte, wählt oder verwirft, und schreibt los. Sie geben ein Sprungbrett, keine Aufgabe — was aus dem Anlass wird, gehört dem Kind, und die Autorenrunde entscheidet, welcher Text weiterwächst.
- Wortkarten Grundwortschatz prop
Karteikarten mit den Wörtern des bayerischen Grundwortschatzes, ein Wort pro Karte in Druckschrift, die Rechtschreibstelle dezent markiert. Das Übematerial der Lernbox: Karte lesen, umdrehen, Wort aus dem Kopf schreiben, vergleichen. Die Karten machen den Wortschatz zu einer begreifbaren Menge — man sieht, wie viel schon in den hinteren Fächern steckt.